Allen Anschein nach, kann man zumindest in den USA bei Gamestop keine Xbox One mehr vorbestellen. Gamestop habe die Möglichkeit der Vorbestellung komplett aus dem System entfernt.

Xbox One - Gerücht: Gamestop nimmt für Xbox One keine Vorbestellungen mehr an, vermutlich wegen Hitzeproblem

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Was geschieht wirklich hinter den Kulissen?
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So meldete Twitter-User Shane Bell: "Bin zu meinem lokalen Gamestop gegangen und man kann keine Xbox One mehr vorbestellen. Sie wurde komplett von deren System genommen. Interessant."

Weitere Nutzer meldeten sich zu Wort und bestätigten seine Aussage. Entweder riefen sie bei ihrem Gamestop-Händler an oder waren direkt vor Ort, um sich zu vergewissern.

So berichtete ein Nutzer von seinem Gamestop, bei dem es zehn Xbox One und 25 PS4 zum Vorbestellen gab. Als die Kontingente aufgebraucht waren, kamen weitere 25 PS4 hinzu. Von der Xbox One gab es allerdings keine weiteren Konsolen zum Vorbestellen.

Ein Händler sagte zudem aus, dass man insgesamt 24 Vorbestellungen entgegennahm und dann von weiteren Vorbestellungen absah. Generell scheinen die Gamestop-Filialen weit weniger 'Xbox One'-Konsolen zur Vorbestellung bereitgestellt bekommen zu haben als PS4-Konsolen.

Allerdings meldeten sich wiederum andere Nutzer zu Wort und gaben an, dass ihre Händler noch ausreichend Konsolen vorrätig hätten und bezichtigten Shane Bell der Falschmeldung, da er ein Community Manager bei Urgent Fury ist, einer Playstation Tournament Community.

Allerdings sagt das nichts darüber aus, dass man scheinbar bei vielen Gamestop-Filialen eben keine Xbox One mehr vorbestellen kann. Den Grund für das Ganze sehen einige darin, dass Gamestop sicher keinen Hersteller unterstützen wolle, der dem Unternehmen quasi die Existenzgrundlage wegreiße. Andere dagegen, meinen zu glauben, dass damit das Gerücht um die eSRAM-Probleme bei Microsoft bestätigt sei.

So schrieb Levi Bates: "Ich kann das bestätigen. Xbox One ist nicht mehr im System. Ich habe gehört, dass es mit dem eSRAM-Yield zu tun hat."

Dass Microsoft Probleme mit seinen eSRAM-Yields, also der Ausbeute funktionierender Dies auf einem Wafer hat, kam bereits Anfang Juni zutage. So gab es einen großen und höchst informativen Neogaf-Eintrag zu der Sache, im Laufe dessen Nutzer CBoaT bestätigte, dass die Probleme tatsächlich existieren sollen. CBoaT konnte schon des Öfteren nahezu 100% aller Gerüchte bestätigen, die dann tatsächlich so eintrafen.

Da bei Microsoft der eSRAM mit auf seiner aufwendigen APU (Accelerated Processing Unit) sitzt, was für zusätzliche Hitzeentwicklung sorgt und es zudem höchstwahrscheinlich ist, dass Microsoft aufgrund der massiven Transistorenzahl, 5 Millionen Transistoren auf einer APU, über eine niedrige Yield-Rate verfügt, liegt die Vermutung nahe, dass Microsoft die Taktrate der GPU und die Bandbreite des eSRAM senkt.

Dies hätte zur Folge, dass Microsoft eine höhere Yield-Rate erhält, da man den eigentlichen Ausschuß an Chips wieder einsetzen kann und das Hitzeproblem damit gelöst wäre. Doch dieser Vorgang hätte auch zur Folge, dass die Rechenleistung der GPU sinkt. So existiert das Gerücht, dass Microsoft die Leistung von 1,23 Teraflops auf 800 bis 900 Gigaflops senken will, um das Hitzeproblem zu bekämpfen. Damit hätte die GPU aber nur noch halb soviel Leistung wie die GPU der PS4, die eine Rechenleistung von 1,84 Teraflops aufweist, was sich natürlich auch auf die Performance auswirkt.

Denn dann wäre die Xbox One "nur noch" ca. drei bis vier Mal so stark wie die Xbox 360. Interessanterweise war dies genau der Wortlaut von Microsofts Corporate Vice President Phil Spencer, als er Jimmy Fallon in seiner Late-Night-Show besuchte, um die Xbox One vorzustellen. Dort meinte er, dass die Xbox One dreimal so stark wie die Xbox 360 sei.

Seine eigene Aussage korrigierte er dann wenig später über Twitter: "Es war ein Missverständnis. 8x ist die richtige Zahl. Ich habe nur die Zahlen durcheinander gebracht." Nur um dann noch einmal zu korrigieren. "Ich habe einen Fehler gemacht. Es kommt darauf an, was man exakt mit dem System anstellt. Für rein lokale Funktionen ist die Zahl näher an 10x + Cloud." Wobei er mit Cloud meint, dass durch Cloud-Computing eben mehr Rechenleistung zur Verfügung stünde.

Reddit-Leser boreras fügte zudem hinzu, dass die Hitzeprobleme auch erklären, warum Microsoft einen externen Stromadapter verwende und warum der Kühler auf der Xbox One so massiv sei.

Und ein mögliches Hitzeproblem würde auch dementsprechend erklären, warum einige 'Xbox One'-Spiele auf der E3 2013 nicht auf der Xbox One oder Dev-Kits liefen, sondern auf 'Windows 7'-Rechnern, die über eine GPU aus der Nvidia Geforce GTX700-Serie verfügten.

Sollte das mit dem Hitzeproblem tatsächlich der Fall sein, dann käme Microsoft kaum um ein Downclocking herum, da das Unternehmen ansonsten mit denselben Problemen wie damals mit der Xbox 360 zu kämpfen hätte. Man erinnere sich an die RRoDs zahlreicher Konsolen, vor allem zu Beginn.

Microsofts Director of Programming Larry Hryb hatte bereits über Twitter reagiert und die Gerüchte als eben solche abgetan. "Definitiv nicht wahr. Ich kann nicht auf jedes Online-Gerücht eingehen, das ohne eine Quelle ist. Aber das ist falsch."

Selbst wenn es nicht stimmen sollte, dass Gamestop die Vorbestellmöglichkeit gecancelt hat, so muss Gamestops niedriges Kontingent an 'Xbox One'-Konsolen doch einen gewissen Grund haben. Entweder Gamestops angebliche Antipathie gegenüber Microsoft oder, was glaubhafter wäre, dass Microsoft nicht garantieren kann, ausreichend Konsolen zum Launch im November bereitstellen zu können. Und das wiederum muss schließlich auch einen Grund haben.