Wissenschaftler der erst letzten Woche zur Eliteuniversität erklärten TU Dresden haben den weltweit ersten chemischen Mikroprozessor entwickelt. Dieser verarbeitet im Gegensatz zu herkömmlichen Prozessoren keine elektronischen Informationen, sondern chemische Informationen mit Chemikalienkonzentrationen bzw. eben mit Flüssigkeit.

Laut Professor Andreas Richter vom Institut für Halbleiter- und Mikrosystemtechnik habe ein achtköpfiges Forscherteam bislang rund sechs Jahre daran gearbeitet. Mit dem ersten echten Lab-on-a-Chip-Mikroprozessor konnte man nun einen echten Durchbruch auf dem Gebiet erreichen.

Mit dem Konzept hofft man auf eine Entwicklung, die vergleichbar mit jener der elektronischen Mikroprozessoren aus den Siebziger Jahren ist, die damals die Ära der Mikroelektronik einläutete.

Möglichkeiten für eine Anwendung wären zum Beispiel in den Bereichen der Umwelt, Medizin oder auch Prozesstechnik. In Dresden forscht man bereits an Systemen, die die Analytik und Diagnostik unterstützen sollen. Noch hat der Prozessor mit seinen rund 2.100 "chemischen Transistoren" eine Größe eines DINA-5-Hefts, man arbeite aber bereits an einer kleineren Version, die in etwa die Größe einer Zigarettenschachtel haben soll.

Im Bezug auf die Medzin könnte man sich ein Gerät in der Größe eines Smartphones vorstellen, das durch einen kleinen Tropfen Körperflüssigkeit feststellen könne, "wie es dem betroffenen Menschen gesundheitlich geht, welche akuten Krankheiten er hat und was die nächsten notwendigen Maßnahmen sind".