Nach dem unlängst gescheiterten Verkauf von Hulu an einen der großen Internetkonzerne, versucht die Videoplattform angeblich in den deutschen Markt einzusteigen. Allerdings aufgrund der komplexen Rechtesituation offenbar nur mit einem reduzierten Angebot.
Versuche der deutschen Senderketten konzernübergreifende Plattformen zum Streamen von TV-Inhalten zu etablieren verliefen bisher wenig erfolgreich.

So scheiterte der Versuch von RTL und ProSiebenSat.1 eine gemeinsame Plattform nach dem Vorbild von Hulu zu etablieren am Kartellamt. Dieses hatte befürchtet, dass die beiden dominierenden Kräfte bei den privaten Anbieter ihre Vormachtstellung mit einer geschlossenen Plattform weiter festigen könnten.

Stattdessen bieten inzwischen viele Sender ihre eigenen "Mediatheken" an, über die meist das Programm der letzten Tage noch einmal angesehen werden kann. Daneben haben sich diverse themenspezifische Angebote etabliert. Dies macht den Einsteig eines unabhängigen Anbieters schwierig, da die meisten Rechte für den Onlinevertrieb ohnehin schon bei den Sendern liegen.

Diese werden zudem meist im Paket mit der TV-Austrahlung verkauft, weshalb Hulu hierzulande zunächst mit den den einzelnen Sendern über die Rechte verhandeln müsste oder aber langfristig in Konkurrenz zu diesen treten müsste.

Hulu befindet sich derzeit im Besitz der News Corperation (FOX), NBC Universal und Walt Disney (ABC) und hat teilweise exklusiven Zugriff auf zahlreiche Serien und TV-Inhalte. Wer nicht nur die werbefinazierten aktuellen Folgen einer Serie sehen möchte, muss zudem ein Abonnement abschließen.

Allerdings ist der Zugriff nur in den USA möglich, wo Hulu sehr erfolgreich ist. Der Versuch die Plattform zu verkaufen scheiterte im Oktober an den zu hohen Forderungen der derzeitigen Besitzer und Rechteinhabern. Prominente Interessenten waren unter anderem Apple, Google, Microsoft, AT&T und Yahoo, die angeblich bereit waren zwischen zwei vier Milliarden Dollar dafür auszugeben.

Ob und wann Hulu in Deutschland starten würde und wie das Angebot dabei aussehen könnte, steht derzeit in den Sternen. Ein ähnlich durchschlagender Erfolg wie im Heimatland scheint allerdings unter den Umständen unwahrscheinlich.