„So NVIDIA, fuck you!“ Mit solchen schroffen Worten kritisierte Linus Torvalds, Vater des freien Betriebssystems Linux höchstpersönlich, vor wenigen Wochen NVIDIAs mangelhafte Treiber-Unterstützung für sein freies Betriebssystem.

Wohl aus ähnlichen Beweggründen soll der kalifornischen Grafikschmiede jetzt ein Großauftrag in Millionenhöhe aus den Händen geglitten sein. Laut dem Branchenmagazin Phoronix soll die chinesische Regierung auf der Suche nach neuen Grafiklösungen gewesen sein, um einige ihrer Systeme mit passenden Grafiklösungen auszustatten.

Da allerdings der in China entwickelte "Loongson"-Prozessor auf Basis der MIPS-Architektur zum Einsatz kommen sollte, mussten die Chinesen NVIDIA wohl den Rücken kehren.

Der Grund: NVIDIA liefert ausschließlich für x86- und x86-64bit-Plattformen passende Treiber für seine GeForce/Quadro-Lösungen, nicht aber für MIPS-Plattformen, wie das der Chinesen. Da NVIDIA den Quellcode zudem nicht herausrücken wollte und die Konkurrenz hier dank eines Open-Source-Treibers die bessere Unterstützung mit sich bringt, sollen sich die Chinesen für den Konkurrenten entschieden haben.

Insgesamt sollen rund 10 Millionen Grafikchips ihren Besitzer wechseln. Schätzungen zufolge soll das Volumen des Auftrags zwischen 250 und 500 Millionen US-Dollar betragen.

Ob das NVIDIA eine Lehre sein wird und ob man zukünftig verstärkt auch in andere Plattformen investieren wird, bleibt abzuwarten. Aber auch bei AMD ist nicht alles Gold, was glänzt: Die Performance solcher Treiber hinkt den proprietären Catalyst-Versionen deutlich hinterher und auch die Feature-Liste fällt deutlich kürzer aus.