Der japanische Elektronikriese Sony Corp. erwartet für das vergange fiskalische Jahr einen Verlust von 6,4 Milliarden US-Dollar (520 Milliarden YEN). Damit würde Sony die Verlustserie der letzten vier Jahre fortsetzen und gegenüber dem Vorjahr den Verlust mehr als verdoppeln - zum Vergleich das Jahr 2010 brachte Sony einen Gesamtverlust von 220 Milliarden Yen ein.

Die Gründe für die Talfahrt des japanischen Elektronikkonzerns sind der derzeit starke Yen, der das Exportgeschäft lähmt, aber auch der weltweiten Konkurrenz zu suchen, die Sony immer wieder Marktanteile abnehmen konnte. Im Bereich der Fernsehproduktion musste Sony in der jüngsten Vergangenheit einige Rückschläge verkraften, so dass sie ihre Rolle als Marktführer im einheimischen Markt verloren.

Tetsuru Ii, Präsident des Commons Asset Managements hinterfragte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters Sonys weiteres Engagement im TV-Bereich: "Die alte Unternehmenskultur bei Sony erlaubt lediglich die Fertigung von Produkten, die zu den Besten weltweit gehören. Vor dem Hintergrund dieser Logik muss die Frage gestellt werden, ob es für Sony Sinn ergibt, ihr Fernsehgeschäft weiterhin zu betreiben - In Bezug auf das Management muss [Kazuo Hirai, der neue Chef von Sony] nun wählen, auf welche Geschäftsfelder er das Unternehmen fokussiert."

Ein Schritt in diese Richtung dürfte die gestrige Nachricht sein, dass weltweit 10.000 Stellen, das sind sechs Prozent der Gesamtbelegschaft bei Sony, gestrichen werden sollen. Den Berichten zufolge könnte die Hälfte der Stellenstreichungen die Chemie-Aktivitäten und die Geschäfte mit kleinen und mittelgroßen LCDs betreffen.

Unklar ist hingegen, ob auch Stellen außerhalb Japans von den Streichungen betroffen sind.
Reuters berichtet weiterhin, dass die sieben Vorstandsmitglieder auf ihre Bonuszahlungen für das vergangene Jahr verzichten wollen. Diese Ankündigung beträfe ebenfalls den früheren Konzernchef Howard Stringer, von dem Kazuo Hirai Anfang April die Konzernführung übernommen hatte.