Mit der Suchmaschine Bing versucht Microsoft gegen die Allmacht von Google vorzugehen und auch den Anzeigen-Markt will man nicht kampflos aufgeben. Dazu hatte man 2007 die Online-Werbefirma Aquantive für 6,3 Milliarden US-Dollar gekauft.

Der Kaufpreis lag damals 85 Prozent über dem eigentlichen Aktienwert des Unternehmen, der Kauf wurde daher von vielen Seiten kritisiert. Nun muss Microsoft 6,2 Milliarden US-Dollar seines Online-Geschäfts abschreiben und gesteht sich indirekt auch ein, dass der 2007 getätigte Kauf vermutlich ein Fehler war.

Die Gründe sind aber nicht nur beim Kauf von Aquantive zu suchen, denn seit Jahren versucht Microsoft auf dem Online-Markt Fuß zu fassen. Bing als Suchmaschine kann sich aber ebenso wenig behaupten wie der Kartendienst Bing-Maps, auf den man in der nächsten Generation von Windows Phone sogar gänzlich verzichten will.

In den bisherigen drei Quartalen muss Microsoft in der Online-Service-Sparte einen Verlust von 1,4 Milliarden US-Dollar hinnehmen. Geld wird einzig mit der Hardware (dort vor allem Xbox und Kinect), im Enterprise-Bereich und durch den Verkauf der Windows- und Office-Software verdient. Der erwartete Gewinn von 5,25 Milliarden US-Dollar im vierten Quartal wird von den 6,2 Milliarden US-Dollar Abschreibungen also gänzlich aufgefressen.

Am 19. Juli will Microsoft seine aktuellen Quartalszahlen bekanntgeben.