Vor drei Wochen reichte Kodak in den USA die Insolvenzunterlagen ein - der 131 Jahre alte Traditionshersteller ist zahlungsunfähig. Kodak war in den letzten Jahren immer mehr in Schieflage geraten, da die Firma den Digitaltrend zusehends verschlief und nicht mehr mit seinen Konkurrenten mithalten konnte. Um den Fortbestand zu sichern wurde das Tagesgeschäft mit Krediten der Citibank aufrecht erhalten. Unterdessen sucht man nach Investoren und erarbeitet Sanierungskonzepte.

Ein erster Schritt dazu soll es sein sich auf die profitabelsten Geschäftszweige zu konzentrieren. Dies bedeutet zwangsläufig, dass man sich von einigen Produkten oder Produktgruppen trennen muss. Dem Rotstift zum Opfer fällt nun die ganze Digitalbild-Abteilung des Unternehmens. Dazu gehören sowohl Digitalkameras und Camcorder als auch digitale Bilderrahmen.

Damit verbunden sind ein Stopp von Entwicklung, Produktion und Verkauf aller Produkte dieser Bereiche noch in der ersten Hälfte dieses Jahres.

Die Abwicklung des Digitalkamera-Geschäfts bedeutet, dass Kodak sein Kerngeschäft von nun an auf die bestehende Lizensierung seiner entwickelten Technologien an andere Unternehmen, den Fotodruck sowohl für Online als auch für gewerbliche Kunden und auf den Verkauf von Heimdruckern beschränkt. Denn diese drei Bereiche sind die insgesamt profitabelsten innerhalb des Konzerns und sollen der Kern einer Strategie zu nachhaltigem Profit sein um Kodak wieder in die schwarzen Zahlen zu führen.

Mit Kodaks Ankündigung das Digitalkamera-Geschäft aufzugeben geht eine Ära in der Fotografie zu Ende. Denn Kodak war es, das die Fotografie erst salonfähig machte und so die Freizeitfotografie begründete.