Autor: Marco Rinne

Microsoft hat das Service Pack 3 für sein Betriebssystem Windows XP zur Produktion freigegeben. Ab dem 29. April 2008 soll es für alle Anwender im Internet verfügbar sein. Wir klären, was im Update-Paket steckt.

Windows XP Service Pack 3 - Mehr als Patch-Sammlung für XP-Nutzer?

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Windows XP SP3: Klassisches Service Pack ab 29. April zum Download.
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Mit dem Service Pack 3 (SP3) bringt Microsoft noch einmal ein großes Update-Paket für den weiterhin genutzten Vista-Vorgänger Windows XP. Die Download-Version des Packs umfasst insgesamt 580 MByte Daten für Fehlerkorrekturen, Sicherheits-, Leistungs- und Stabilitäts-Updates.

Im Gegensatz zum XP Service Pack 2, das reichlich neue Funktionen für XP brachte, konzentriert sich Microsoft beim SP3 vor allem auf das Sammeln bislang veröffentlichter Patches. Nur etwa 70 MByte des Packs entfallen auf neue oder verbesserte XP-Funktionen.

Das ist neu: Sicherheit und Netzwerk

Microsoft spendiert seinem Oldie zwar kaum Vista-Funktionen und auch der Internet Explorer 7 muss weiterhin eigenhändig nachgerüstet werden. Dafür bietet das Service Pack 3 einige Neuerungen in Sachen Sicherheit.

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Sicherheitsrichtlinien: Alle Optionen bekommen ausführliche Hilfetexte.
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Hilfe für Sicherheits-Optionen

Administratoren will das Service Pack 3 bei der Vorgabe von Sicherheitsrichtlinien für das System unter die Arme greifen. Dazu führt das Service Pack neue Hilfetexte ein, die sämtliche Sicherheits-Optionen im Detail erläutern. Die Texte sollen Anwendern helfen, falsche Sicherheitseinstellungen zu vermeiden.

Zuverlässiges und sicheres Netzwerk

Zu den wenigen Vista-Funktionen, die das Service Pack 3 in Windows XP integriert, gehört Microsofts Network Access Protection (NAP). Mit NAP können Administratoren minimale Sicherheitsvorgaben für Computer festlegen, damit diese im bestehenden Netzwerk zugelassen werden.

Durch die Aufnahme von NAP ins XP SP3 sorgt Microsoft für den reibungslosen gemeinsamen Netzwerk-Einsatz von Rechnern mit Windows XP, Vista und Windows Server 2008. Ein weiteres Update sorgt dafür, dass Windows XP künftig Router erkennt, die zu große Datenpakete ohne Rückmeldung verwerfen; so genannte Black Hole Router.

Gebündelt: Bereits erschiene Neuerungen des SP3

Der größte Teil des Service Pack 3 besteht aus bereits veröffentlichten Patches für Windows XP. Einige wichtige neue Funktionen dieser Updates stellen wir euch hier vor.

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Systemverwaltung: Snap-In-Dialog in der neuen Management-Konsole.
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Das dritte Service Pack bündelt alle bisherigen Updates, damit ihr ein Windows XP ohne installiertes Service Pack auf den aktuellsten Stand bringen könnt. Einige Funktionen mussten Anwender bislang manuell nachrüsten. Das Service Pack 3 bringt diese Neuerungen jetzt standardmäßig mit.

Management Konsole 3.0

Um Administratoren die Systemverwaltung zu erleichtern, hat das SP3 die aktuellste Microsoft Management Console (MMC) an Bord. Version 3.0 prüft Konsolen-Snap-Ins jetzt auf Fehler und zeigt nach einem Eingriff in die Windows-Registrierung den neuen Dialog "Snap-In hinzufügen/entfernen".

Windows Installer und Netzwerk-Verbesserungen

Der Microsoft Windows Installer bekommt mit Version 3.1 V2 ebenfalls ein Update. Microsoft hat sich in der neuen Version vor allem auf Fehlersuche begeben.

Im Bereich Netzwerk bringt das SP3 den aktuellen Background Intelligent Transfer Service (BITS) in Version 2.5 mit, der für den Microsoft System Center Configuration Manager 2007 und Microsofts Sicherheitslösung Windows Live OneCare erforderlich ist. Ein Update des Peer Name Resolution Protocols (PNRP) auf Version 2.1 sorgt dafür, dass XP mit Vista-Anwendungen kommunizieren kann, die das PNRP nutzen. Außerdem sorgt auch das SP3 dafür, das XP die sichere WLAN-Verschlüsselung WPA2 beherrscht.

Fazit: Neue Basis für das betagte XP

Das Service Pack 3 ist vor allem eine Patch-Sammlung, die Administratoren helfen soll, XP-Rechner zu aktualisieren. Echte Neuerungen sucht der Anwender vergeblich. Trotzdem ist ein Update - schon allein aus Sicherheitsgründen - Pflicht.

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Service Pack 3 für XP: Über 1.000 Updates und Patches auf einer Scheibe.
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Das dritte Service Pack bringt wenig Neues für XP-Nutzer. Während das Service Pack 2 den Anwender noch mit echten Features wie Firewall und Sicherheitscenter verwöhnte, liefert das SP3 eine schlichte Patchsammlung ab. Für Administratoren ist ein solches klassisches Service Pack fast vier Jahre nach dem Release von SP2 überfällig. Windows XP erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit und das Aufsetzen und Warten von XP-Systemen wird durch das Pack einfacher.

XP bleibt Sicherheits-Sorgenkind

Reine XP-Anwender haben weniger Anlass zum Jubel. Neue Sicherheitsfeatures halten sich in Grenzen. Eine überarbeitete Firewall oder eine Neugestaltung standardmäßig vergebener Nutzerrechte will Microsoft seinem Auslaufmodell jedenfalls nicht mehr spendieren. Selbst den Internet Explorer 7 muss der XP-Fan weiterhin manuell nachrüsten.

Nutzer sollten dennoch unbedingt auf das neue Service Pack umsteigen. Die tägliche Arbeit wird sich durch das Update zwar nicht ändern. Wer eine Neuerung ausgelassen hat, erhält durch die Installation des Packs eine solide Update-Basis für sein XP-System.

Achtung: Die finale Version des SP3 steht erst ab dem 29. 4. 2008 zum Download bereit.