Wer Vista nicht ohnehin mit seinem nächsten Computer bekommt, steht als XP-User jetzt vor der Frage: Wie steige ich am besten auf das neue Betriebssystem um? Wir zeigen euch, wie ihr bequem und ohne Datenverlust zu Vista wechselt.

Vista ist da, nix wie weg mit XP? Die klare Antwort lautet: Nein! Denn wer überhastet auf den nächsten Windows-Zug aufspringt, muss mit Problemen rechnen - bis hin zum Verlust seiner wichtigsten Daten. Besserer Vorschlag: Ihr erledigt den Wechsel über ein Dual-Boot-System. Dadurch liegt das gewohnte XP samt euren eigenen Inhalten zusammen mit Vista auf dem Rechner.

Wir erklären Schritt für Schritt, wie ihr das Parallel-System einrichtet und eure Daten anschließend auf Vista umziehen. Habt ihr euch dann erst einmal an das neue Windows gewöhnt, könnt ihr XP ja immer noch in Rente schicken.

System-Check: Fit für Vista?
Vor der Entscheidung für Windows Vista solltet ihr euch vergewissern, wie gut euer alter Rechner und das neue Betriebssystem zusammenpassen. Microsofts "Vista Upgrade Advisor" unterstützt euch dabei.

Windows Vista - Seid ihr bereit für Vista? So klappt der Umstieg ohne Stress!

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Upgrade Advisor: Ist euer Rechner fit für Vista?
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Vista Upgrade Advisor
Mit dem "Vista Upgrade Advisor" stellt Microsoft ein kostenloses Tool zur Verfügung, das mögliche Probleme schon vor dem Kauf aufdecken kann. Installiert die Software, wählt "Scan starten", und der Advisor gibt Ratschläge zu der von euch favorisierten Vista-Variante.

Download bei chip.de: Vista Upgrade Advisor

Der Vista-Einkaufszettel
Gebt dem Advisor einige Minuten, um euer System auf mögliche Schwachstellen zu prüfen. Klickt anschließend auf "See Details" und wählt die Vista-Variante, die ihr installieren möchtet aus der linken Navigationsliste. Erhaltet ihr die Meldung "Your computer can run Windows Vista", ist alles in Ordnung. Die Meldung "Review your system issues before installing Windows Vista" gibt dagegen Anlass zur Sorge.

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Erfolg: Bei dieser Nachricht ist alles in Ordnung.
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In beiden Fällen solltet ihr ein weiteres Mal den Button "See Details" bemühen und anschließend den Reiter "Task List" anwählen.

Diese Liste stellt alle gefunden Probleme übersichtlich zusammen und kann per Klick ausgedruckt werden. Gibt der Advisor für die Hardware grünes Licht, könnt ihr anhand der Liste entscheiden, welche Software ihr beim Umzug auf Vista mitnehmen könnt.

Backup: Sicher ist sicher
Damit auch ja nichts verloren geht: Vor dem Umstieg auf Windows Vista solltet ihr auf jeden Fall die wichtigsten Daten eures bisherigen Systems sichern. Dafür bieten sich verschiedene Möglichkeiten.

Der schnelle Weg: Persönliche Daten
Am wichtigsten sind eure persönlichen Dokumente und Einstellungen. Diese lassen sich im schlimmsten Fall selbst mit ausreichend Zeit kaum wieder herstellen. Daher solltet ihr eigene Dokumente, Musik, Bilder, E-Mails, Bookmarks & Co vor einem Umzug sichern.

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Partitions-Image: Drive Backup erledigt den Job.
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Habt ihr nur wenige wichtige Einstellungen im Betriebssystem vorgenommen und möchtet kaum alte Programme zu Vista portieren, reicht es, wenn ihr persönliche Daten extern sichert.

Exportiert Bookmarks, Kontakt-Adressen und wichtige Einstellungen aus den betreffenden Anwendungen zusammen mit euren persönlichen Dokumenten in den Ordner "Eigene Dateien". Anschließend brennt ihr diesen auf einen Rohling. Dabei kann auch das XP-Boardmittel "Sicherung" helfen. Ihr findet es im Startmenü unter "Zubehör Systemprogramme Sicherung".

Die Profi-Variante: Partition sichern
Der sicherste Weg ist die Kopie der kompletten XP-Partition. Sofern ihr den Speicherort eurer "Eigenen Dateien" nicht verlegt habt, könnt ihr bei dieser Variante nicht nur persönliche Dokumente, sondern auch das komplette Betriebssystem in wenigen Minuten wieder herstellen. Die Software "Drive Backup 8.0 Personal Edition" erledigt diesen Job zuverlässig. Hersteller Paragon-Software gönnt Anwendern mit der Trial-Variante eine 30-tägige kostenlose Probephase. Ein besseres Szenario als den Systemwechsel könnte es für den Test nicht geben:

Wählt nach der Installation den Menüpunkt "Daten sichern". Ein Backup-Assistent hilft beim Anlegen der Sicherung. Wählt hier die Partition/Festplatte auf der sich Windows XP befindet. Durch einen Haken vor der Option "Sicherungseinstellungen ändern", erhaltet ihr zusätzliche Optionen.

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Erste Hilfe-CD: So rettet ihr den Rechner auch in schlimmen Fällen.
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Entscheidet euch, ob die Daten auf einer weiteren Partition oder auf CD/DVD-Rohlingen gesichert werden sollen und überlasst Drive-Backup die Arbeit.

Nach der Sicherung solltet ihr den "Rettungs-CD Konfigurator" aus dem Menü "Programmassistenten" ausführen. In wenigen Schritten erhaltet ihr damit eine bootfähige CD, mit der ihr das angelegte Image auch bei einem Totalausfall wieder herstellen könnt.

Vorbereitung: Festplatten partitionieren
Vista braucht Platz - und das nicht zu knapp. Bevor das Betriebssystem Einzug auf dem Rechner hält, solltet ihr daher eure Festplatte(n) für das neue Windows vorbereiten.

Vista auf einer ungenutzten Partition
Verfügt euer Rechner über eine freie Festplatte oder Partition, könnt ihr diesen Schritt überspringen. Andernfalls müsst ihr für Vista mindestens 15 GByte Platz schaffen; empfehlenswert sind 50 Gbyte oder mehr.

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Partition löschen: Mit Windows-Boardmitteln ganz einfach.
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Am einfachsten geht das, indem ihr Daten von einer wenig genutzten Partition an einen anderen Ort verschiebt.

Die so freigeräumte Partition könnt ihr anschließend als Administrator in der Windows-Datenträgerverwaltung neu formatieren. Das Tool hierzu versteckt sich unter "Systemsteuerung Verwaltung Computerverwaltung Datenträgerverwaltung".

Für Fortgeschrittene: Platz schaffen
Komplizierter wird es, wenn euer Rechner nur mit einer Festplatte/Partition aufwartet, auf der bereits die XP-Daten liegen. Führt in diesem Fall immer erst eine Daten-Sicherung durch. Denn wenn ihr beide Systeme parallel unterbringt, folgt die riskante Aufgabe, die vorhandene Partition zu verkleinern.

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GParted: Der Partitionseditor verkleinert NTFS-Festplatten.
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Besorgt euch hierfür zunächst das aktuellste Knoppix CD-Image und brennt es auf einen Rohling. Startet anschließend den Rechner bei eingelegter Knoppix-CD neu. Auf dem Knoppix-Desktop angekommen, sucht ihr auf der Start-Leiste das Bildschirm-Symbol und öffnet per Klick darauf eine "Konsole". Der Befehl sudo gparted startet den Partitionseditor.

Beantwortet alle Meldungen des KDE-Dämon zu gefundenen Laufwerken mit der Schaltfläche "Abbrechen". In GParted wählt ihr aus dem DropDown-Menü (oben rechts) die Festplatte, auf der XP liegt. Die "cloop"-Einträge dürft ihr ignorieren. Je nach Festplattenart liegt XP auf "/dev/hda" oder "/dev/sda". Ist die Festplatte ausgewählt, listet GParted alle Partitionen auf. Orientiert euch an Dateisystem, Größe und Boot-Markierung, um die XP-Partition zu identifizieren.

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Gparted: Eine neue Partition erstellen.
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Habt ihr die Partition gefunden (in unserem Beispiel: /dev/sda1), klickt mit der rechten Maustaste auf den Eintrag. Vergewissert euch, dass das Kontextmenü die Option "mount on" zeigt. Andernfalls müsst ihr die Partition zunächst mittels "unmount" aus dem Dateisystem aushängen. Anschließend wählt ihr "Resize/Move". Im folgenden Dialog verkleinert ihr die Partition bequem per Schieberegler und klickt dann auf die Schaltfläche "Größe ändern". Nach einem letzten Klick auf "Anwenden" geht GParted an die Arbeit.

Neue Partition erstellen
Die Partitionsliste zeigt nun einen neuen Eintrag "nicht zugeteilt". In diesem Bereich erstellt ihr jetzt eine NTFS-Partition für Vista. Dazu klickt ihr mit der rechten Maustaste auf "nicht zugeteilt" und wählt "Neu" aus dem Kontextemnü. Entscheidet euch beim Dateisystem für "ntfs" und klickt auf "hinzufügen". Kontrolliert die anstehenden Aufgaben nochmals und bemüht anschließend die Schaltfläche "Anwenden".

Dual-Boot-System: Alt und neu gemeinsam
Genug der Vorbereitung: Sobald ihr eure persönlichen Daten gesichert und eine Partition für Vista ausgewählt habt, könnt ihr euch an die Installation des neuen Betriebssystems machen.

Windows Vista installiert sich in knapp 30 Minuten beinahe von selbst. Legt dazu die DVD beim Start des Rechners ins Laufwerk und drückt bei der Aufforderung eine Taste, um von CD/DVD zu starten. Danach müsst ihr nur noch die typischen Informationen zu Lizenz-Schlüssel, Sprach- und Gebiets-Einstellungen angeben. Entscheidet euch außerdem für die Installationsart "Benutzerdefiniert".

Wo soll's denn hin?
Während der Installation möchte Vista zudem wissen, wo es sich hinkopieren soll. Wählt hier den/die im vorigen Schritt vorbereiteten Datenträger/Partition. Orientiert euch im Zweifelsfall an Größe und freiem Speicherplatz des Laufwerks.

Sofern ihr die Partition nicht bereits mit der Windows-Datenträgerverwaltung oder GParted formatiert habt, könnt ihr dies jetzt nachholen. Danach könnt ihr den Installer alleine werkeln lassen. Da Vista die XP-Bootinformationen berücksichtigt, erhaltet ihr ein Dual-Boot System mit dem Vista-Bootloader. Wie ihr diesen Bootloader an eure Wünsche anpasst, erfahrt ihr am Ende des Artikels.

Umzug: Daten von XP zu Vista migrieren
Einfacher geht's kaum: Mit dem Vista-Tool "Windows Easy Transfer" zieht ihr eure Daten und Einstellungen ganz leicht vom alten aufs neue System um.

Easy Transfer zu XP bringen
Bootet zunächst Windows Vista. Öffnet das Startmenü durch einen Druck auf die -Taste und tippt "easy" in das Suchfeld. "Windows Easy Transfer" sollte nun angewählt sein, so dass der Tastendruck auf genügt, um das Tool zu starten.

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Windows Easy Transfer: Der Vista Umzugs-Service.
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Entscheidet euch nach dem Begrüßungsbildschirm für "Zielcomputer" und bestätigt "Nein, ich muss das Programm jetzt installieren". Daraufhin könnt ihr das Tool auf einen Datenträger übertragen - etwa auf einen USB-Stick.

XP: Eigene Daten sichern
Jetzt könnt ihr Vista herunterfahren und XP booten. "Windows Easy Transfer" startet sich automatisch, sobald ihr das vorbereitete Medium einlegt. Notfalls ruft ihr die Datei "migwiz.exe" aus dem Ordner "MigWiz" auf. Wählt zunächst "CD, DVD oder ein anderes Wechselmedium verwenden" und anschließend "Externe Festplatte oder ein Netzwerkpfad".

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Erweiterte Optionen: Hier könnt ihr festlegen, was mit umziehen soll.
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Legt über den Button "Durchsuchen" einen Ordner für die zu speichernden Daten an; entweder auf einer externen Platte oder auf der XP-Partition.

Das Kennwort ist bei einem lokalen Datenaustausch nicht notwendig. Im nächsten Schritt entscheidet ihr, welche Daten umziehen sollen. Wenn ihr unsicher seid, wählt "Erweiterte Optionen". Hier könnt ihr fallweise festlegen, was gesichert werden soll.

Vista: Daten wieder herstellen
Zurück in Vista startet ihr "Windows Easy Transfer" und wählt "Gestarteten Transfer fortsetzen". Teilt dem Tool mit, dass ihr die Daten bereits auf ein Medium übertragen habt und gebt den Speicherort an.

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Neue Konten: Auf Wunsch vergibt Easy Transfer neue Benutzernamen.
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Im folgenden Schritt könnt ihr die Benutzernamen für die neuen Konten ändern. Die Laufwerke, auf die Daten gespeichert werden sollen, könnt ihr ebenfalls beeinflussen. Fertig! Meldt euch an einem neuen Konto an und vergebt ein Passwort. Eure Daten sind bei Vista angekommen.

Hasta la Vista: Das Aus für XP
Sobald ihr euch mit Vista angefreundet habt, heißt es Abschied nehmen: Zunächst fliegt XP aus dem Bootmenü, anschließend fegt ihr das Programm von der Festplatte.

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bcdedit: Boot-Optionen per Konsole einstellen.
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Bootmanager anpassen
Vista kommt mit dem neuen Bootloader "winload.exe". Wer will, kann ihn über die Eingabeaufforderung bearbeiten. Zieht dazu eine Verknüpfung zur Eingabeaufforderung auf den Desktop, klickt mit der rechten Maustaste darauf und wählt "Als Administrator ausführen". Der gesuchte Befehl lautet bcdedit und steht für "Boot Configuration Data Store Editor". Ohne Parameter erhaltet ihr eine Übersicht der aktuellen Boot-Einstellungen. bcededit /? zeigt die Hilfe. Bevor ihr Änderungen vornehmt, solltet ihr die Boot-Informationen mit bcdedit /export "c:boot.bak" sichern. Den XP-Eintrag löscht ihr via bcdedit /delete »ntldr«.

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EasyBCD: Leichter geht's mit dieser kostenlosen Software.
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Komfortabler: EasyBCD
Bequemer erledigt ihr den Schritt mit dem Tool "EasyBCD". Auch hier solltet ihr zunächst ein Backup der Einstellungen vornehmen.

Der Vorteil: Über die EasyBCD-Optionen könnt ihr den Master Boot Record (MBR) gleich mitsichern lassen. Anschließend klickt ihr auf die Schaltfläche "Add/Remove Entries", markiert den Eintrag "Frühere Windows Version" mit der Maus und drückt auf die Schaltfläche "Delete".

Download EasyBCD

XP von der Festplatte löschen
Wenn ihr den Bootloader angepasst habt, könnt ihr XP von der Platte fegen. Aber Vorsicht: Ihr dürft die XP-Partition nicht einfach formatieren, da auch Vista hier Bootoptionen hinterlegt.

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Adios XP: Behaltet nur die Datei "bootmgr" und den Ordner "Boot".
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Stellt sicher, dass alle versteckten Ordner und Dateien angezeigt werden. Notfalls markiert ihr die Einträge "Inhalte von Systemordnern anzeigen" und "Alle Dateien und Ordner anzeigen" unter "Systemsteuerung Ordneroptionen Ansicht." Bis auf das Verzeichnis "Boot" und die Datei "bootmgr" könnt ihr alles löschen. Abgesehen von ein paar MByte steht euch die Partition dann komplett für neue Daten zur Verfügung.