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Microsoft muss sich einiges einfallen lassen, damit Windows auch künftig gegen Mac OS und Linux bestehen kann. Wir verraten euch, was bereits über Windows 8 bekannt ist und was das nächste Windows besser machen könnte.

Am 27. Juli 1993 startete Microsoft die Produktion von Windows NT. Auch wenn die Bezeichnung NT für "New Technology" Geschichte ist, führt das aktuelle Windows 7 die NT-Historie fort. Der Umgang mit Windows hat sich trotz vieler Verbesserungen seit fast 20 Jahren nur wenig verändert. Wird es nicht langsam Zeit für revolutionäre Neuerungen?

Ein bloggender Mitarbeiter des Windows Update-Teams ist sich sicher: "[...] die nächste Version wird etwas vollkommen anderes, als die Leute in der Regel von Windows erwarten". Der mittlerweile gelöschte Eintrag ist dank Googles Cache immer noch vollständig lesbar. Ein Marketing-Gag? Wie dem auch sei, der Beitrag enthüllt kaum Konkretes über Windows 8.

Wir haben für euch Bekanntes, Gerüchte und Ideen gesammelt, wie Windows 8 final aussehen könnte.

Windows 8: Das ist bereits bekannt

Sicher ist nur, dass Windows 8 zur Zeit bereits aktiv entwickelt wird. Diverse Stellenanzeigen von Microsoft belegen das.

Windows 8 - Ein Blick in die Zukunft

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Windows Roadmap: Geplanter Release 2012?
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Laut einer von Blogger Stephen Chapman veröffentlichten Roadmap plant Microsoft den Release von Windows 8 für das Jahr 2012. Zudem spricht vieles dafür, dass Microsoft sein Betriebssystem erstmals nur in einer 64-Bit-Version anbieten wird. Unwahrscheinlicher sind dagegen die Mutmaßungen um Robert Morgan. Das Linkln-Profil des Microsoft-Mitarbeiters kündete von einer geplanten 128-Bit-Unterstützung für Windows 8.

Konkretere Informationen zu Windows 8 lassen sich Microsoft derzeit nicht entlocken. Damit Anwender auch in Zukunft zielsicher zu einem Microsoft-System greifen, werden die Redmonder einiges bieten müssen.

Schluss mit Versions-Chaos & Unsicherheit

Versions-Chaos, Software- und Datei-Management: Windows 8 bietet viel Raum für mögliche Verbesserungen.

Starter, Home Basic, Home Premium, Professional, Enterprise und Ultimate: Kennt irgendjemand die genauen Unterschiede der angebotenen Windows-Varianten? Bei der Wahl der richtigen Windows-Version verlangt Microsoft dem Anwender einiges ab. Dass die Systeme zusätzlich in einer 32-Bit- und einer 64-Bit-Version angeboten werden, erschwert die Entscheidung noch zusätzlich.

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Windows 7 Editionen: Kennt jemand die genauen Unterschiede?
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Das muss nicht sein: Windows 7 hat gezeigt, dass Windows reif für 64 Bit ist. Bis 2012 werden die meisten Anwender passende Hardware besitzen und Hersteller müssen sich ohnehin verstärkt um 64-Bit-Treiber bemühen. Daher sollten zwei Versionen für Windows 8 ausreichen: Eine 64-Bit-Consumer und eine 64-Bit-Business-Edition würden die System-Wahl erleichtern.

Software- und Dateimanagement

Ihr sucht eine Windows Multimedia-Software, eine Office-Anwendung oder einfach nur ein kurzweiliges Spiel? Das Angebot ist mittlerweile kaum noch überschaubar. Eine Software-Verwaltung, die passende Angebote aus den wichtigsten Kategorien vorschlägt, ist hilfreich und für Linux-Nutzer längst ein alter Hut. Weiterer Vorteil: So ein Software-Repository ließe sich entsprechend sichern. Downloads aus unsicheren Quellen würden zumindest bei Standard-Anwendungen so der Vergangenheit angehören.

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Software-Verwaltung in Linux Mint: Einfache und sichere Downloads.
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Wenn Microsoft in seiner Software-Verwaltung stets die aktuellsten Versionen von Programmen und Treibern bereitstellt, würde dies die Sicherheit zusätzlich steigern. Schließlich sind bekannte Sicherheitslücken in veralteten Software-Versionen ein dankbares Ziel für Angreifer.

Das wichtigste Fenster zu installierter Software und eigenen Dateien bildet seit jeher der Windows Explorer. Dem Programm würden wir allerdings eine Generalüberholung empfehlen. Zum einen ist es selbst unter Windows 7 nicht immer nachvollziehbar, wann der Explorer das Angezeigte als Musik- Video- oder Dokumenten-Ordner identifiziert. Zudem haben sich die meisten Anwender an eine Browser-Navigation gewöhnt. Strukturierte Anzeige in Tab-Reitern, eine clevere Dokumenten-Vorschau, Suchfunktionen und schlankes Design sollten Standard sein. Der Explorer könnte sich hier von Webbrowsern einiges abgucken.

Stichwort: Sicherheit

Microsoft tut viel, um die Sicherheit seiner Kunden zu gewährleisten. Uns gehen diese Bemühungen nicht weit genug. Ein insbesondere für Notebooks essentielles Tool wie BitLocker nur in der teuersten Windows-Version anzubieten mag wirtschaftlich eine gute Entscheidung sein. Für sicherheitsbewusste Anwender, die ihren Rechner zusammen mit einem vorinstallierten Windows Home Premium erhalten, ist dies trotzdem ärgerlich.

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BitLocker: Laufwerks-Verschlüsselung für alle Windows-Versionen.
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Unklar bleibt zudem, warum Windows auf Dateiendungen beharrt - nur um diese dann standardmäßig wieder auszublenden. Der Anwender sollte sich über Dateiendungen nicht den Kopf zerbrechen müssen. Das derzeit von Windows genutzte System mit ausgeblendeten Standard-Dateierweiterungen sorgt jedenfalls kaum für einfachere Bedienung, steigert dafür aber das Sicherheitsrisiko unerfahrener Anwender.

Weg mit den Laufwerks- buchstaben & NTFS

Das Konzept der Laufwerksbuchstaben macht Anwendern das Leben unnötig kompliziert. Wie wäre es stattdessen mit einem gemeinsamen Speicherpool?

Wer mit mehreren Festplatten, diversen Netzwerk-Laufwerken und einer Handvoll Wechseldatenträgern hantiert, benötigt reichlich Laufwerksbuchstaben. Leider hat unser Alphabet nur 26 davon - nur ein Grund, das System über Bord zu werfen. Anwender sollten ohnehin keine Gedanken an die Zuweisung von Laufwerksbuchstaben verschwenden müssen.

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Laufwerksbuchstaben: Ein Speicherpool würde es Nutzern einfacher machen.
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Gerade weil der Speicherbedarf digitaler Erinnerungen in Form von Videos oder Fotos in Zukunft noch zunehmen wird, benötigen Anwender ein frisches Konzept. Speicher sollte in einem vom System verwalteten Speicherpool organisiert sein. Der Anwender müsste nur wissen, wie viel Speicher noch zur Verfügung steht. Und dies völlig unabhängig von der Zahl eingebauter Datenträger oder der Unterscheidung zwischen Online- und Offline-Ressourcen. Wird der Speicher knapp, erweitert der Anwender den Rechner einfach um eine Festplatte oder ergänzt sein System mit Online-Angeboten. Den Rest erledigt das System.

NTFS: Update oder Abschied?

Das NTFS-Dateisystem hat Windows-Nutzern zweifelsohne gute Dienste geleistet. Es kann mit großen Dateien umgehen, bietet dank Journaling Stabilität und erhöht durch gezielte Zugriffsrechte die Sicherheit. In Kombination mit dem Schattenkopie-Dienst (VSS) beherrscht das Dateisystem sogar so etwas wie Festplatten-Schnappschüsse (Snapshots). Trotz diverserer Verbesserungen an NTFS: Das Dateisystem ist so alt wie die NT-Reihe selbst und darf bald 20-jährigen Geburtstag feiern. Zeit für einen würdigen Nachfolger?

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Festplatten-Struktur: Clevere Anordnung von Daten kann die Leistung steigern (Bild: disktrix.com)
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Ein Wechsel im Dateisystem bedeutet in der Regel den Verlust der Abwärtskompatibilität. Dennoch gibt es einige Ansätze, die für ein neues Dateisystem oder zumindest für ein NTFS-Update sprechen. Eine intelligente Festplattenbelegung, wie sie etwa das Mac-OS-Dateisystem HFS+ bietet, würde Fragmentierung stärker entgegenwirken und könnte insgesamt für mehr Leistung sorgen. Snapshots sind ein wichtiger Bestandteil der Systemstabilität und Datensicherheit. Die Vorteile der Volumen-Schattenkopie müsste das System für Anwender aber deutlicher herausstellen. Die Integration in eine Explorer-Timeline ließe beispielsweise neue Möglichkeiten von Backups und Versionierung zu.

Im Hinblick auf einen Speicherpool wäre zudem ein Dateisystem mit integrierten RAID-Funktionen interessant, wie sie das Dateisystem btrfs bietet. Je nach Systemnutzung könnte ein solches Dateisystem für mehr Datensicherheit oder Leistung sorgen und gleichzeitig einfach für den Anwender nutzbar bleiben.

Ob Microsoft in diesem Zusammenhang den ursprünglichen Ansatz der geplanten Dateisystem-Erweiterung WinFS zur Einbettung von Metadaten in das Dateisystem (assoziative Dateiverwaltung) wieder aufleben lässt oder ob die Bemühungen hier nicht besser weiter in Richtung Desktop-Suche fließen sollten, bleibt fraglich.

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Windows, Linux, Mac: Die Zusammenarbeit der Systeme muss leichter werden.
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Gemeinsam: Windows, Mac, Linux

Völlig egal, ob NTFS-Update oder neues Dateisystem. In puncto Zusammenarbeit mit anderen Betriebssystemen hat Windows Nachholbedarf. Den Linux Medien-Server, das MacBook der Freundin und den gnadenlos übertakteten Windows-Gaming-PC des Jüngsten in einem Netzwerk zu vereinen, erfordert Tüftelei. Hier könnte es Windows dem Anwender deutlich einfacher machen.

DirectX 12: Games, Optik, Multitouch

Über die Optik aktueller Windows-Betriebssysteme lässt sich streiten. Technische Verbesserungen sollten aber in jedem Fall ein wichtiges Ziel für Windows 8 sein.

Wenn ihr auf einem Windows-System Videos abspielt, Musik hört oder Spiele spielt, setzt euer Rechner bei den meisten Anwendungen dazu auf Microsofts Multimedia-Schnittstellen im DirectX-Paket. Dass DirectX aber deutlich mehr kann als Grafiken berechnen, zeigt die aktuelle Version DirectX 11.

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DirectX 12: Die Rechenleistung der Grafikkarte nutzen.
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Zu den spannendsten Neuerungen in DirectX 11 gehören die Compute Shaders. Sie erleichtern es Programmierern die Leistungsfähigkeit des Grafik-Prozessors (GPU) für andere Bereiche als das klassische 3D-Rendering einzusetzen; und das unabhängig von der eingesetzten Grafik-Hardware. In Zukunft gilt es zu prüfen, wie klassische Windows-Programme von der Rechenkraft moderner Grafikkarten profitieren können (GPGPU).

Einen ersten Schritt macht Microsoft mit seiner kommenden Browser-Version: Der Internet Explorer 9 könnte schon Ende 2010 zeigen, wie DirectX zur Leistungssteigerung einer typischen Windows-Anwendung genutzt werden kann. Zwar wird der Browser die Hardwarebeschleunigung des Rechners zunächst sicher nur zu Grafikdarstellung nutzen. Dennoch ist der breitere Einsatz von Grafikkarten-Power mit Hilfe von DirectX eine spannende Option für flottere Betriebssysteme.

MultiTouch oder lieber Natal?

Apple und sein iPhone haben uns die Bedienung per MultiTouch schmackhaft gemacht. Während die Bildschirm-Fummelei auf kleinen Geräten wie Smartphones echte Vorteile bringt, bleibt MultiTouch beim Windows Desktop-PC bislang eher eine Spielerei. Kein Wunder, denn die Bedienung mit ausgestreckten Armen an einem MultiTouch-Display ist kaum natürlich. Dem "Information Worker", wie Microsoft den modernen Computer-Nutzer nennt, fehlt ein adäquates Eingabegerät, um angenehm per Touch zu arbeiten. Warum also die PC-Steuerung nicht ein weiteres Mal revolutionieren?

Alle dafür nötigen Ansätze liefert das für die Spielkonsole Xbox 360 entwickelte Project Natal. PC-Spiele und Multimedia-Anwendungen ließen sich damit bequem mit dem Körper steuern und "Augmented Reality" erhielte Einzug auf dem Desktop-PC. Genauso wie einige Anwender jetzt zu MultiTouch-Monitoren greifen, wären viele Windows-Nutzer sicher bereit, ein zusätzliches Gerät anzuschaffen. Größter Vorteil: Project Natal macht Schluss mit Fettfinger-Abdrücken auf dem Monitor.

Wo bleibt der Gaming-Mode?

Die meisten Anwendungen lassen sich auf einem Apple- oder Linux-Rechner mindestens genauso gut ausführen wie auf einem Windows-PC. In puncto Gaming ist Windows hingegen konkurrenzlos. Zeit der großen Käufergruppe "Gamer" einen eigenen Windows-Modus zu spendieren.

Kaum eine Anwendung stellt derart hohe Anforderungen an das Betriebssystem wie ein Videospiel. Kein Wunder, dass Übertakten und Systemtuning bei Spielern beliebte Themen sind. Diesem Bedarf nach maximaler Leistung könnte Microsoft mit einem speziellen Gaming-Mode Rechnung tragen. Dabei wird es darauf ankommen, den Modus möglichst unauffällig ins Betriebssystem zu integrieren. Startet der Anwender ein Spiel, könnte das System ungenutzte Ressourcen entladen und anstehende System-Tasks abwürgen, um dem Spiel maximale Rechner-Ressourcen zur Verfügung stellen zu können.

Statt Live: Auf in die Cloud

Anwendungen und Ressourcen ins Internet zu verlagern ist eine interessante Idee. Die aktuelle Umsetzung mit Windows Live ist allerdings verbesserungswürdig.

Dass Windows 7 ohne eigenes E-Mail-Programm ausgeliefert wird, ist nur die halbe Wahrheit. Mit Hilfe der Windows Live Dienste kann der Nutzer ein E-Mail-Programm, genauso wie den Movie Maker, die Fotogalerie, Zugriff auf Online-Speicher und weitere Dienste ganz einfach und kostenlos aus dem Internet nachladen. Dass es in der Realität dann doch nicht ganz so einfach ist, belegen Fragen hilfloser Nutzer in einschlägigen Foren.

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Windows Live macht es dem Nutzer unnötig schwer.
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Die Rechner-Ressourcen durch den Einsatz von Online-Diensten zu schonen ist ein cleveres und zeitgemäßes Ziel. Für den Anwender muss es aber letztlich egal sein, ob der Klick auf ein Symbol zu einer Internet-Anwendung oder einem lokal installierten Programm führt. Die Windows-Live-Dienste sind in dieser Hinsicht zu kompliziert.

Integration der WebApps

Anwender sollten sich nach der Installation möglichst einfach entscheiden können, welche Dienste sie benötigen. Um Einrichtung und klare Verknüpfungen sollte sich das System alleine kümmern. In das Windows-8-Startmenü gehören außerdem Verknüpfungen zu den neuen Office-WebApps. Anfallende Daten sollten auf Wunsch des Nutzers auf dem Windows SkyDrive abgelegt werden und jederzeit über eine klare Verknüpfung im Windows Explorer erreichbar sein.

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Office WebApps: Einfache Verknüpfungen zu Online-Diensten.
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Ganz wesentlich wird zudem die Zusammenarbeit mit mobilen Geräten sein, etwa einem Windows-Phone. Dies muss nicht bedeuten, dass Microsoft seinen Nutzern die gleiche Optik auf Desktop-PC und mobilem Gerät aufzwingt. Viel wichtiger ist es, gute Antworten auf die Fragen der Daten-Synchronisation zu finden. Legt der Anwender einen neuen Kalender-Eintrag an, sollte dieser automatisch auf beiden Systemen erscheinen, genauso wie Browser-Lesezeichen, Notizen & Co. Als Ziel sollte es für den Anwender in puncto Datenverfügbarkeit letzten Endes egal sein, welches seiner "Windows"-Geräte er einschaltet.

Zentraler Informationsdienst

Bis heute fehlt in Windows zudem ein zentraler Ort, an dem sämtliche Systeminformationen zusammenlaufen. Wie lange eine Kopie benötigt, erfahrt ihr im Fenster des Windows Explorers. Über die Dauer eines Downloads informiert der Internet Explorer. Den Status von E-Mail-Nachrichten und Instant-Messenger setzt ihr ebenfalls in den zugehörigen Programmen.

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Zentraler Info-Bereich: Alle Nachrichten auf einen Blick; im Beispiel die Gnome Status Notifications.
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Selbst wenn Microsoft mit Windows 7 begonnen hat, einige dieser Informationen als Fortschrittsbalken in der Taskleiste abzubilden, gehen diese Bemühungen längst nicht weit genug. Meldungen von Anwendungen und System sollten in einem eigenen Informationsbereich zusammenlaufen. Dabei müssen Informationsdienst und Windows-Anwendung die Kommunikation in beide Richtungen ermöglichen. Will der Anwender nicht gestört werden, sollte ein Klick im Informationsbereich genügen und Kommunikations-Anwendungen wie Instant-Messenger oder E-Mail-Programm geben Ruhe.

XaaS - Die ferne Zukunft?

Die Idee hinter "Everything as a Service" (XaaS) wird sich mit Windows 8 sicher noch nicht umsetzen lassen. Dennoch könnte es interessant sein, Teilgebiete bereits mit einer kommenden System-Version anzubieten. Remote-Anwendungen und Speicherplatz in der Cloud sind heute Realität. Künftig könnten Anwender ihr "Windows" aus Modulen selbst zusammensetzen. Der Vorteil: Die Ressourcen-Last läge in der Wolke, was komplexe Arbeiten selbst auf schwächeren Netbooks und Smartphones ermöglicht. Denkbar wäre zudem Rechenleistung "nach Bedarf" in die Cloud zu verlagern. Was heute schon möglich ist, zeigt Microsofts Cloud-Project Windows Azure.

Mehr-Kern-Technik: Virtualisierung für alle

Virtualisierung, Modularisierung und Parallelisierung: Erfordern radikale Änderungen das Ende von Windows?

Ein effizientes Betriebssystem sollte sich modular an die Wünsche des Anwenders anpassen lassen. In der Windows-Vergangenheit wurde das Betriebssystem allerdings zunehmend komplexer und die Abhängigkeiten der einzelnen Komponenten zueinander ließen sich nur schwer überblicken. Für den Anwender bedeutete dies, dass sich Teile des Betriebssystems nicht einfach entfernen lassen, nur weil sie (vom Anwender) nicht benötigt werden.

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Noch ein Linux-Vorteil: Modularisierung ermöglicht schlanke Systeme für unterschiedliche Einsatzzwecke.
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Seit Windows Vista arbeitet Microsoft daran, die Abhängigkeiten der Komponenten aufzuzeichnen und zu entfernen. Dadurch verbessert sich prinzipiell die System-Stabilität: Falls ein Prozess einmal nicht reagiert, kann das dem Rest des Systems egal sein. Auf diesem Gebiet hat Microsoft viel erreicht.

Diese Bemühungen könnten noch weiter gehen, um dem Anwender letztlich nur die System-Komponenten anzubieten, die er für die aktuelle Aufgabe braucht, um so die Ressourcen für die zugehörigen Anwendungen zu maximieren. Darüber hinaus wären abgespeckte System-Zustände etwa für die Datenrettung oder die Nutzung als reiner Medien-Server (zum Beispiel ohne grafische Oberfläche) denkbar.

Virtualisierung nutzen

Mit seinen Forschungsprojekten Singularity und Midori zeigt Microsoft, wie ein zukünftiges System jenseits der Windows-Welt aussehen könnte. Das Ziel: Der Windows-Nachfolger soll sicherer, kompatibler und dennoch leistungsstark sein.

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Internet Explorer 8: Tabs in isolierten Prozessen sorgen für mehr Stabilität.
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Beiden Ideen gemein ist ein Mikrokernel, der eigentliche Kern des Betriebssystems, der sich um die direkte Kommunikation mit der Hardware kümmert. Eine zweite Schicht des Systemkerns übernimmt höhere Aufgaben und weist Prozessen ihren eigenen, exklusiven Speicherbereich für Programm und Daten zu. Diese "Software Isolated Processes" (SIPs) sind dann völlig isoliert von anderen Programmen und deren Daten. Zusammen mit konkreten Regelsätzen, die genau festlegen, was ein SIP darf und was nicht, ließe sich die Systemsicherheit steigern. Einen ersten Schritt in diese Richtung ging Microsoft mit dem Internet Explorer 8, bei dem Tabs in eigenen Prozessen verwaltet werden.

Geht es nach dem Midori-Ansatz, würden die Programme zudem als virtuelle Bausteine auf dem Betriebssystem aufsetzen. Dies unterstützt ebenfalls die Systemsicherheit, sorgt aber ebenso dafür, dass Anwendungen auf jedem Gerät (mit gleichem Hypervisor) laufen würden. Kompatibilitätsprobleme gehörten der Vergangenheit an.

Derart radikale Änderungen könnten das Ende des uns bekannten Windows bedeuten. Spannend bleibt, ob sich Microsoft einen solchen Schritt zu Lasten der Abwärtskompatibilität leisten will.

Parallel: Fit für mehr Kerne

In den Rechnern der meisten Anwender steckt heute ein Mehrkern-Prozessor. Dieser Trend wird sich zukünftig noch verstärken. Mit der Ausnahme von speziell an Mehrkern-Prozessoren angepasster Software, profitieren Anwender bislang trotzdem nur wenig von der möglichen Rechenleistung.

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Intel 6-Kern-Prozessor: Ungebrochener Trend zu mehr Kernen.
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Die Bemühungen, die in Microsofts Windows 7 bereits eingeflossen sind, müssen im kommenden System fortgesetzt werden. Vor allem die mit Windows mitgelieferten Systemkomponenten und Anwendungen sollten die Fähigkeit besitzen, mehr Nutzen aus sechs oder gar mehr Prozessor-Kernen zu ziehen. Spannend bleibt, wie durch ein cleveres Microsoft-System auch die Software Dritter von mehreren Kernen profitieren könnte.

Fazit: Windows muss einfacher werden

Ob Windows 8 oder ein völlig neues System - für den Anwender muss das nächste Microsoft-System einfacher werden.

Microsoft verrät zum jetzigen Zeitpunkt wenig Konkretes über die Zukunft von Windows. Nach einer langen und erfolgreichen NT-Geschichte wird es dennoch Zeit, sich nach einigen grundlegenden Neuerungen umzusehen.

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Windows 8: Das nächste Microsoft-System muss noch einfacher werden.
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Unsere Vorschläge erlauben sich dabei den Luxus, bestimmte Bereiche des Betriebssystems isoliert zu betrachten. Selbst wenn sich Microsoft diesen Luxus nicht leisten kann, bieten aktuelle Windows-Versionen noch reichlich Raum für Verbesserungen.

Im Umgang mit Windows gibt es derzeit noch zu viele Hürden: Die vielen unterschiedlichen Windows-Versionen, der Verzicht von Standard-Programmen zu Gunsten von Windows Live und das Software-Management sind Themen, die Microsoft erneut auf den Prüfstand stellen sollte. Der gemeinsame Einsatz unterschiedlicher Betriebssysteme ist für Windows-Nutzer zudem besonders schwer.

Statt inkrementeller Verbesserungen sollte Microsoft seine Fans wieder mit echten Innovationen überraschen: Der Verzicht auf Laufwerksbuchstaben zu Gunsten eines performanten und leicht zu organisierenden Speicherpools ist eine Möglichkeit. Zweifel haben wir zudem, ob sich MultiTouch mit den aktuellen Eingabegeräten auf Desktop-Rechnern durchsetzen kann. Den mit Fernseher und Spielkonsole vernetzten Windows-PC mittels Project Natal zu steuern wäre dagegen ein echter Hingucker.

Einen konkreten Vorschlag, wie die Oberfläche des kommenden Microsoft-Systems aussehen könnte, liefert Design-Fan Cullen Dudas. Das Video seines "Copenhagen Project" zeigen wir hier: