Autor: Matthias Grimm

»Horch, was kommt von draußen rein?«, stimmt die gesamte Redaktion einhellig in Adventsstimmung an, als es an der Tür klingelt. Ist es der Pizzabote? Der neue Grafik-Praktikant? Oder der Nikolaus, der sich im Datum geirrt hat? Nein, es ist der Postbote - mit einem Präsent, das uns mit Franz Beckenbauer ein »Ja, is denn heut scho Weihnachten« entlockt. Die Wii ist da! Und schon steht eine komplette Redaktion Kopf…

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Die Pappschachtel, die die Welt bedeutet
Eine kleine weiße Pappschachtel ist es, die uns da anlächelt wie das Christkind persönlich. Drei simple Buchstaben sind darauf geschrieben, die für einen Moment die Welt bedeuten: »Wii«. So schnell, als habe jemand auf die Fast-Forward-Taste gedrückt, ist der Karton offen und gewährt einen ersten Blick auf das eigentliche Objekt der Begierde: die Konsole selbst. Ein kleiner weißer Kasten, nicht größer als ein Autoradio, der neben unserer Xbox 360 wirkt wie ein Einfamilienhaus neben einem Wolkenkratzer. Klein und fein eben, wie alles an der Wii.

Wii - Klingeling, die Wii ist da! Und eine ganze Redaktion steht Kopf...

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Das Heiligtum in voller Pracht: die Wii!
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Als Erstes fällt das in edlem Blau leuchtende Slot-In-Laufwerk auf. Da heißt es nur noch. Reinschieben und loslegen - auf blöde Schubladen Warten war gestern. Bevor es richtig losgehen kann, steht aber erstmal das notwendige Übel an: das Anschließen. Das ist denkbar simpel, selbst das Aufstellen der Infrarot-Leiste für die Wii Remote geht locker von der Hand. Einfach unter den Fernseher geklebt, gelegt oder gehängt - fertig! Wären da nicht die vielen Köche, die dem Brei im Weg stehen.

Anders ausgedrückt: Wie viele Programmierer braucht man, um eine Wii aufzubauen? Am besten nur einen, der einfach bloß daneben steht. »Wozu ist dieses Ding eigentlich gut? Ist das der Controller?«, tönt es da etwa aus den hinteren Reihen mit einem Fingerzeig auf das Netzgerät. Jungs, überlasst das Zocken denjenigen, die sich damit auskennen…

Let Mii entertain you
Nach dem ersten Einschalten herrscht dann aber erstmal Verwirrung. Ein in übersichtlichem Weiß gehaltenes Menü lacht uns da vom Fernsehschirm an. Aber wie klickt man diese einladenden Buttons nun an? So ganz ohne Joystick und Steuerkreuz - kann das tatsächlich funktionieren?

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Wie aus dem Gesicht geschnitten: mein persönlicher Mii beim Bowlen.
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Es funktioniert. Zwar zappelt der »Mauszeiger« anfangs noch wie eine Stubenfliege auf Ecstasy, aber nach kurzer Zeit hat man den Bogen raus und hangelt sich treffsicher durch die Menüs. Erste Station: Wir erstellen uns einen eigenen Mii!

»Einen Mii?«, fragt ihr. Hat sich da mal wieder ein Tippfehler am Lektorat vorbei geschlichen? Nein. Die Miis sind eure persönlichen Avatare, mit denen ihr im Internet und in diversen Spielen auftretet. Ob Frisur, Kopfform oder Bartwuchs - die digitalen Stellvertreter lassen sich wunderbar eurem persönlichen Erscheinungsbild anpassen.

Es lebe der Sport!
Aber genug der Theorie. Da bietet sich eine Runde Körperertüchtigung doch an wie ein Schluck Wasser nach der Sahara-Durchquerung. Die Wii-Tour beginnt daher bei: »Sports«. Fünf Sportarten im Wii-typischen Playmobil-Look erwarten einen dort. Tennis, Bowling, Baseball, Boxen und Golf.

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Da greifen selbst die Redaktions-Frauen mal zum Controller...
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Vor allem das Bowlen begeistert auf Anhieb. Ihr haltet die Wii Remote (die nicht viel anders aussieht als eure gewöhnliche Fernbedienung für den CD-Player) so, als ob ihr eine Bowling-Kugel in den Händen haltet und rollt sie in Richtung der Kegel. Der einzige Unterschied: Im Gegensatz zur echten Kugel solltet ihr die Remote nicht loslassen, sonst geht unter Umständen die Wohnungseinrichtung zu Bruch.

Damit das nicht passiert, bindet ihr das Teil mit einem Bändchen an eurem Handgelenk fest. Das ist insbesondere beim Multiplayer-Tennis zu empfehlen, in dem es mehr als ein Mal vorkommen wird, dass ihr euren Mitspieler bei ausholenden Schmetter-Bewegungen »ganz aus Versehen« eine Abreibung mit dem Schläger, pardon: der Fernbedienung, verpasst.

Womit wir schon beim nächsten Thema wären: dem Boxen. Für dieses brauchen wir erstmals den zweiten Controller der Wii - Nunchuk genannt. Der kleine Knubbel muss per Kabel mit der Remote verbunden werden und verfügt über einen klassischen Analog-Stick, der beispielsweise in Shootern zum Laufen verwendet wird. Beim Boxen dient er euch selbstverständlich als zweiter »Handschuh«. Dann heißt's nur noch: Haut rein!

Viel Spiel und Steering Wheel
Und weiter geht es auf dem Wii-Rundflug. Diesmal mit den tanzenden Hasen von »Rayman Raving Rabbids«. Über 70 Mini-Spiele erwarten hier die Party-People dieser Welt zum sinnfreien Abzappeln. Kuhweitwurf, Hasenschießen und Abhotten auf dem Dancefloor sind nur ein paar Disziplinen dieses durchgeknallten Titels. Wer da keinen Lachkrampf kriegt, ist entweder schon klinisch tot oder hat zumindest sein Zwerchfell operativ entfernen lassen. Unsere Prognose: Das wird der Party-Knaller schlechthin!

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Ned nach seinem letzten Autounfall: Nur das Lenkrad ist ihm geblieben...
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Zurück aber zum nötigen Ernst, wie er sich für eine seriöse Redaktion geziemt. Mit »Call of Duty 3« steht zum Release auch ein waschechter Shooter Spalier, der sich, nun ja, gewaschen hat. Das ungewohnte Handling erfordert schon Einiges an Eingewöhnungszeit, bevor die ersten Treffer sitzen.

Da heißt es erstmal: Reißaus nehmen! Am besten mit einem schnellen fahrbaren Untersatz. Hierzu kommen uns die ersten Rennspiele »GT Pro Series« und »Monster 4x4« gerade recht. Die Fernbedienung haltet ihr dabei wie einen Knochen quer in Händen und tut so, als wäre es ein Lenkrad. Das sieht erstmal unnachahmlich albern aus, lässt sich aber gut mit der mitgelieferten Lenkrad-Attrappe kombinieren, die euch zumindest ansatzweise Cockpit-Gefühle vermitteln.

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Killerspiele jetzt auch auf der Wii! Man beachte die Remote am Schwertgriff...
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»Hmm«, kommt uns da ein Gedanke. »Ein solches Modding lässt sich doch auch an anderer Stelle betreiben…« Einen Streifen Tesafilm später klebt die Wii Remote am redaktionseigenen Schwert und lässt das Katana-Feeling von »Red Steel« erst so richtig echt wirken. Unnötig zu erwähnen, dass das Spiel selbst damit unspielbar wird. Aber Hauptsache, wir hatten unseren Spaß…

Fazit
Eine Feststellung, die sich abschließend auf die Wii und ihre Spiele im Allgemeinen übertragen lässt. Wir sind überzeugt: Nintendo hat mit seinem Konzept ins Schwarze getroffen. Das Wii-Gefühl stimmt einfach, die kleinen, aber feinen Mini-Spiele haben die Party-Stimmung schon mit eingebaut, und die Entwickler haben verstanden, wobei es beim Spieldesign ankommt: eben nicht auf den nächsten Grafik- und Feature-Overkill, sondern Spaß pur.

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Schwing dein Ding!
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Doch auch beim Wii ist es wie mit jeder anderen Party auch: Das Feiern rächt sich am Morgen danach. Der Muskelkater in meinen Armen spricht jedenfalls eine deutliche Sprache. Dem »Schüttel-schüttel-«Wettlauf von »Rayman« sei dank. Dennoch bin ich der Meinung: Es war die Schmerzen wert...