An den erhitzten Diskussionen welches Spiel nun die beste Grafik habe, kann eine Gruppe aus der Mitte unserer Gesellschaft wohl schwerlich teilhaben. Blinden Menschen ist das Spielen der meisten aktuellen Computerspiele wohl kaum möglich, schließlich spielt die Hand-Auge-Koordination bei fast jedem Spiel eine gewisse Rolle. Jetzt aber könnte eine Entwicklung die Kundschaft der Grafikkartenhersteller um den Bereich der Sehbehinderten erweitern.


Einige Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) haben eine Apparatur entwickelt, mit der die selbst sehbehinderte MIT-Mitarbeiterin Elizabeth Goldring immerhin bereits aufgenommene Fotos betrachten kann. Möglich ist dies, da Goldrings Netzhaut zwar noch intakt ist, sie aber durch Blutungen in den Augen nicht mehr sehen kann. Der Apparat projiziert ein aufgenommenes Miniaturbild auf ihre Retina.

Das Vorbild für die Entwicklung ist ein ca. 100.000 Dollar teures Diagnostikgerät, ein so genanntes Scanning-Laser-Ophthalmoskop (SLO). Durch moderne Komponenten und einige Einsparungsmaßnahmen wie die Ersetzung der Laser durch lichtstarke Leuchtdioden konnten die Kosten auf einen geschätzten Preis von unter 500 Dollar pro Apparat reduziert werden.

Den Anstoß für die Entwicklung gab eine Augenuntersuchung vor über 20 Jahren, bei der ein einfaches Bild an den Blutungen in Goldrings Auge vorbei auf die Netzhaut projiziert wurde. Daraufhin folgte über die Jahre hinweg eine immer weitere Fortentwicklung der "Sehmaschine" nach dem Projektionsprinzip.

Die „Sehmaschine“ stellt einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung von Sehhilfen für blinde Menschen dar. Vielleicht könnte man in Zukunft spezielle Adapter an Grafikkarten mit dem Gerät verbinden, um Menschen wie Elizabeth Goldring ein Umgang mit grafischen Benutzeroberflächen oder sogar Actionspielen zu ermöglichen.