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Samsung steigt mit einem echten Kracher in die Tablet-Welt ein. Das Samsung Galaxy Tab GT-P1000 hat das Zeug, Apples iPad den Rang abzulaufen. Doch davor muss es durch unseren Testparcours.

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Datenaustausch ganz einfach

Das Galaxy Tab zeigt sich nicht annähernd so verschlossen wie das iPad. Sobald ihr die Samsung Mobile-Suite „Kies“ und damit die Treiber für das Galaxy Tab installiert habt, können Daten zwischen dem Tablet und dem PC hin und her verschoben werden. Das klappt anschließend auch ohne die schicke Kies-Software, denn das Tablet meldet seinen internen Speicher und eine eventuelle microSD-Karte wie einen ganz normalen USB-Massenspeicher an. Auf den habt ihr dann wie gewohnt Lese-, Schreib- und Löschrechte – inklusive Drag & Drop.

Samsung Galaxy Tab - Samsung Galaxy Tab: So gut ist der wahre iPad-Killer

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Samsung Kies: Schicke und sehr mächtige Mobile-Suite.
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Outlook synchronisieren

Damit ihr unterwegs für Anrufe, E-Mails und SMS auch alle Kontaktdaten dabei habt, könnt ihr mit Kies die Outlook-Einträge abgleichen und bearbeiten. Die einzelnen Funktionen sind einfach und unmissverständlich gehalten, der Umgang kinderleicht. Abgesehen von Nokias Ovi Suite ist uns bisher keine Freeware-Software bekannt, mit der sich besser Handy und Notebook beziehungsweise PC syncen lassen als mit Samsungs Kies.

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Fotos, Videos und Musik abspielen

Im Test mit den gebräuchlichsten Mediaformaten zeigt sich das Galaxy Tab flexibel. Diverse DivX-, XviD-, Matroska-, WMV-, MPEG2/4-Filme liefen tadellos in verschiedenen (HD-)Auflösungen und Tonspurformaten. Nur mit Apples Quicktime-Format und DTS-Audio versteht es sich nicht. Auch mit TIF-Bildern kann das Tablet nichts anfangen. Dafür aber mit JPG, PNG und GIF. Musik spielt es in einem hübschen Player mit Bibliotheksfunktion ab. Zu den unterstützten Formaten zählen MP3, OGG, WAV, WMA und sogar das verlustfreie FLAC. Insgesamt taugt das Galaxy Tab somit als ausgezeichneter Mediaplayer, der deutlich mehr als ein paar Standardformate unterstützt.

SMS, Telefonieren und Videotelefonie

Eine der Hauptunterscheidungsmerkmale des Samsung Galaxy Tab von allen anderen Tablets ist seine Telefonfunktion. Die wenigsten werden es wie ein klassisches Handy an den Kopf halten. Dazu ist es viel zu groß. Alternativ hat Samsung dem Galaxy Tab eine Freisprecheinrichtung eingebaut. Wer seine Umgebung nicht mit dem Geplapper seines Gesprächspartners stören will, der nutzt das mitgelieferte Headset.

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Display-Vergleich: Das Galaxy Tab ist fast so hell wie das iPad.
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Ergebnis: Nur in der klassischen Handy-Funktion können wir die Sprachqualität mit einem „gut“ bewerten. Für einen Freisprecher klingt es zwar okay, so richtig Freude kommt dabei aber nicht auf. Wenn ihr jedoch das Headset benutzt, klingt es weniger blechern, dafür aber dumpfer und leiser. Hier ist noch Spielraum für Verbesserungen. Das gilt auch für die Videotelefonie. Im Gegensatz zum Apple iPad beherrscht das Samsung Galaxy Tab echte Videotelefonie via Mobilnetz und nicht nur in einem WLAN-Netz. Zudem könnt ihr jedes beliebige Videotelefonie-fähige Handy als Gegenstelle verwenden. Allerdings ist das empfangene Bild sehr pixelig und der Ton deutlich zeitversetzt.

Wenn telefonieren möglich ist, dann auch das Schreiben von Kurzmitteilungen. Das Samsung Galaxy Tab besitzt einen hübschen SMS-Client, der Diskussionen in Sprechblasenform darstellt. Besonders im Querformt lässt sich mit zwei Daumen oder mehreren Fingern extrem schnell eine SMS verfassen. Alternativ könnt ihr auch die Swype-Tastatur einblenden. Mit ihr schreibt ihr Worte, indem ihr von Buchstaben zu Buchstaben wischt. Eine selbständig lernende Autovervollständigung schlägt während der Eingabe passende Worte vor, die ihr dann nur noch auswählen müsst. SMS-Schreiben war nie schöner, schneller und einfacher.

Laufzeitmessung

Mit voll geladenem 4.000-mAh-Akku kommt das Galaxy Tab in unserem Video-Playback-Test auf gut fünf Stunden. Dazu spielten wir ein MP4-Video im Loop-Modus, bei maximaler Display-Helligkeit und abgeschalteten Funkverbindungen ab. Im Prinzip ein guter und praxistauglicher Wert. Das iPad schafft mit seinem 6.600-mAh-Akku 8:30 Stunden. Doch dafür ist es auch wesentlich größer und schwerer.

Das Android-Betriebssystem (Version 2.2, Froyo) stellt fünf Homescreens zur Verfügung, auf denen ihr innerhalb eines unsichtbaren Rasters frei Links, Widgets und Apps ablegen könnt. Welche ihr gerade betrachtet, zeigen nummerierte Punkte im obersten Homescreen-Bereich an. Den Hintergrund könnt ihr mit statischen oder auch bewegten Wallpapers wie zum Beispiel einer sich drehenden Spiralgalaxie, Wettervorhersagen oder dem beliebten Fischaquarium verschönern.

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Karten-Slots Links kommen ganz normale SIM-Karten hinein, rechts MicroSD-Datenkarten.
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Am unteren Gehäuserand befinden sich vier praktische Sensorfelder. Während das linke ein applikationsabhängiges Optionsmenü öffnet, kommt ihr mit dem Home-Button daneben immer auf den ersten Homescreen zurück – auch wenn ihr euch innerhalb einer App befindet. Für die schrittweise Rückkehr in allen Anwendungen gibt es einen eigenen Zurück-Button.

Ein Druck auf das ganz rechte Lupensymbol öffnet jederzeit die Android-typische globale Volltextsuche. Sie liefert bereits bei der Eingabe Treffervorschläge, die sich auf den Inhalt und Apps auf dem Galaxy Tab als auch auf Informationen im Internet beziehen. Das funktioniert genauso schnell wie die Google-Suche auf eurem PC oder Notebook – sehr praktisch und bequem. Das bietet das iPad in ähnlicher Form zwar auch, allerdings müssen seine Nutzer mit nur einem Home-Button klar kommen.

Insgesamt bietet das Galaxy Tab ein sehr rundes und gut funktionierendes Navigationskonzept. Auf Fingertippen, Wischen und Ziehen reagiert das Tablet sehr präzise und sofort. Die App-Icons sind angenehm groß und Apps sehr schnell geladen. Erst wenn man das iPad danebenlegt, fällt auf, dass das Galaxy Tab nicht absolut ruckelfrei über die fünf Homescreens oder Webseiten scrollt. Ein eventuelles Software-Update könnte die letzten Mikroruckler eliminieren.

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Flexibler Begleiter: Samsung sieht das Galaxy Tab als ultimativen digitalen Begleiter.
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Fast so helles Display wie das iPad

Die ersten Display-Messungen im Labor bestätigen den sehr guten subjektiven Eindruck des Multitouch-Displays im 7-Zoll-Format. Dank gleichmäßiger LED-Hintergrundbeleuchtung kommt das spiegelnde Display auf 280 cd/m² - sehr hell. Ob das auch für den Outdoor-Betrieb reicht, werden wir noch feststellen. Zum Vergleich: Apples iPad schafft extrem hohe 310 cd/m², die meisten Notebook-Displays (spiegelnd und matt) kommen dagegen nicht mal auf 230 cd/m² - was für entspanntes Arbeiten nötig wäre. Farben und Schärfe des 7-Zoll-Displays sind auf den ersten Blick ausgezeichnet.

Automatische Helligkeitsregelung und G-Sensor

Die Helligkeit regelt ein Lichtsensor automatisch. Ihr könnt sie jedoch auch fest einstellen, beziehungsweise wie beim Browser die Helligkeit applikationsabhängig einstellen. Ein G-Sensor erkennt die Lage sowie Beschleunigung und dreht die Ansicht schnell ins entsprechend Hoch- oder Querformat. Im Prinzip klappt das zwar ziemlich gut, doch beim iPad noch einen Tick flüssiger. Noch ein kleiner Kritikpunkt: Das Display beherrscht zwar die Auflösung 1.024 mal 600 Pixel, doch weil die meisten Apps der Smartphone-Welt entspringen, nutzen sie viele (noch) nicht ganz aus. Ähnliche App-Anlaufschwierigkeiten gab es auch beim iPad.

Keine Änderungen bei der Hardware

An der Hardware hat Samsung seit der ersten Vorstellung zur IFA 2010 nichts mehr geändert. Antriebskraft ist beim Galaxy Tab ein ARM Cortex 8 mit 1 GHz Taktfrequenz. Als Arbeitsspeicher stehen 512 MByte, als Datenspeicher 16 GByte zur Verfügung und als Betriebssystem kommt Googles Android 2.2 zum Einsatz. Das noch besser auf Tablets und hohe Display-Auflösungen optimierte Android 3.0 (Codename Gingerbread) soll sogar noch Ende dieses Jahres kommen.

Als Funkschnittstellen bietet das Galaxy Tab UMTS (HSDPA/HSUPA), EDGE, GPRS, GSM, GPS, Bluetooth und n-WLAN. Für den Zugang in Mobilnetze kommt eine normale SIM-Karte zum Einsatz, in den Kartenleser passen MicroSD-Karten mit bis zu 32 GByte. Die Frontkamera macht Bilder in 1,3 Megapixel-Auflösung, die auf der Gehäuserückseite schießt 3-Megapixel-Bilder und hat einen LED-Blitz. Lautsprecher, Mikrofon und ein Kopfhörerausgang sind ebenfalls integriert. USB 2.0 steht via Portreplikator zur Verfügung. Optional will Samsung dafür eine Dockingstation mit integrierter Tastatur anbieten.

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Samsung Galaxy Tab GT-P1000: Wesentlich funktionaler als das iPad.
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Fühlt sich gut an

Im Gegensatz zum Apple iPad besitzt das Samsung Galaxy Tab kein Metall- sondern ein etwa 11,9 Millimeter dickes schwarz-weißes Kunststoffgehäue. Optisch sieht es aber nicht dünner als das iPad (13,4 Millimeter) aus. Insgesamt fühlt sich das Galaxy Tab sehr massiv, wertig und geschmeidig an. Dank des kompakten Formfaktors und des geringen Gewichts von nur 360 Gramm liegt das Tablet deutlich besser in der Hand als das iPad (750 Gramm).

Preise und Verfügbarkeit

Händler bieten das Samsung Galaxy Tab GT-P1000 gebrandet ab rund 630 Euro an, ohne Brand ab rund 650 Euro. Das Gros der Angebote bewegt sich jedoch um die 700 Euro. Da das Galaxy Tab auf Kurz oder Lang erst mit den vielen Online-Services richtig Spaß macht, braucht man einen Datenvertrag. Dadurch entstehen weitere Kosten, die von Provider zu Provider variieren. Unser Tipp: Wir empfehlen, sich das Tablet im freien Handel zu kaufen - und sich dann aus dem riesigen Tarifangebot einen günstigen Datentarif oder eine Prepaid-Karte zu besorgen, anstatt sich für lange Zeit an einen einzigen Telekommunikationsanbieter zu binden.

Fazit:

Bis jetzt hat sich das Samsung Galaxy Tab GT-P1000 im Test als bester iPad-Konkurrent erwiesen. In der Display-Qualität und Laufzeit kommt es zwar nicht ganz an das Apple-Tablet heran, besitzt dafür aber viele praktische Eigenschaften, die iPad-Fans mit keiner App nachrüsten können. Der Preis das Samsung-Tablets erscheint zu Anfang etwas hoch, doch angesichts dessen, was es bietet, ist er durchaus gerechtfertigt.

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