T-Mobile hat in den USA das erste Google-Handy präsentiert: das G1. Wir sagen, was es bietet, wie sich die Android-Oberfläche bedienen lässt, ob das G1 ein Handy-Hit wird und wann es nach Deutschland kommt.

Ob Samsung, Sony Ericsson oder Nokia: Nahezu jeder Hersteller auf dem Mobilfunkmarkt strebt danach, einen knallharten Rivalen zum iPhone auf die Beine zu stellen. An den Kult-Faktor des Apple-Modells hat aber noch keiner schmerzhaft kratzen können. Mit dem ersten Google-Handy G1 und dem Android-Betriebssystem könnte sich das ändern.

T-Mobile G1 - Der iPhone-Killer: Alle Infos zum Google-Handy

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T-Mobile G1: Handy-Primus von Google
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Allein die seit Monaten nach und nach veröffentlichten Details zu Googles entwickelter Android-Plattform verheißen Vielversprechendes. Das Ganze verpackt T-Mobile in ein attraktives Gerät (basierend auf dem HTC Dream) mit Touchscreen und QWERTZ-Tastatur.

Herbe Enttäuschung für Deutschland

Ab 22. Oktober liefert T-Mobile das G1 in den USA für rund 180 US-Dollar mit Zwei-Jahres-Vertrag aus. Hierzulande wird sich der Start allerdings bis ins erste Quartal 2009 hinauszögern. Der Preis steht noch aus. Alle Details rund ums erste Google-Handy gibt’s auf den folgenden Seiten.

Von UMTS bis GPS: Die Technik

Das Google-Handy wird über einen großen Touchscreen bedient. Damit liegt das T-Mobile G1 schon mal voll im Trend. Zudem gibt es zwei weitere Alternativen, das Handy zu steuern.

Die Bedienung

Per Fingerstreich durch die Fotogalerie und Menülisten scrollen, das soll über das berührungsempfindliche Display laut Hersteller problemlos klappen. Alternativ können Sie zum Trackball greifen, der unterhalb des Displays sitzt. Fürs bequeme Tippen von E-Mails oder zum flotten Messenger-Chatten bietet das T-Mobile G1 zusätzlich eine ausziehbare QWERTY-Tastatur.

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T-Mobile G1: Mit Touch und Tasten.
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Die Funktionen

Internet-Besuche meistert das G1 laut T-Mobile fix über WLAN und die Mobilfunktechnik HSDPA. Google spendiert dem G1 den sogenannten Webkit-Browser, eine Opensource-Lösung, die auf dem jüngst vorgestellten Google-Browser Chrome basiert. Ein GPS-Empfänger unter der Haube ermöglicht die Navigation mit dem G1. Eine 3-Megapixel-Kamera macht es fototauglich.

Video-Aufnahmen stehen beim G1 nach bisherigen Angaben allerdings nicht auf dem Programm. Der Musik-Player unterstützt alle gängigen Formate, auch iTunes. Wer viele Hits im G1 unterbringen will, kann den Speicher bis zu 8 GByte aufpeppen.

Google und T-Mobile: Die Dienste

Das G1 ist vor allem auf Google getrimmt. Aber welchen Einfluss hat T-Mobile auf Menü und Inhalte?

Alles Google

Google Maps mit Street View, Google Mails, Google Talk, YouTube – vom Routenplaner bis zur beliebten Video-Plattform, im G1 findet der Nutzer alle wesentlichen Google-Applikationen vorinstalliert. Die lassen sich direkt über den Trackball aufrufen und nutzen. An weiteren Diensten gibt’s die Instant Messenger von AOL, Windows und Yahoo.

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Google Maps bis YouTube: Im G1 stecken viele Dienste.
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Daneben wurde bekannt gegeben, dass Amazon seinen MP3-Store auf dem T-Mobile G1 anbieten wird – zweifellos als Konkurrenz zu iTunes. Ob auch Amazons neuer Video-On-Demand-Service, ein Gegenpart zu Apples App Store, untergebracht ist, steht bisher nicht fest.

Wenig T-Mobile

Und was bringt T-Mobile mit? Normalerweise kommt kein Handy am Branding vorbei. Da führen Tasten direkt zum Web-Angebot des Netzbetreibers, T-Mobile gibt Menüstruktur inklusive Farb-Code vor. Nicht so beim G1. Google lässt hier anscheinend keine Einmischung vom rosa Riesen zu.

Die Präsentation des G1 gab jedenfalls keinen Aufschluss darüber und auch die Bilder des Google-Phones deuten keinerlei Software-Branding an. T-Mobile scheint nicht mehr als das Logo über dem Display zu bieten und als Vertriebskanal mit Vertragsabschlüssen ab 25 US-Dollar zu dienen. So sieht es jedenfalls für den US-Markt aus. Ob T-Mobile Deutschland da noch was dreht, bleibt bis zu ersten Quartal 2009 abzuwarten.

Fazit: Google-Show

3-Megapixel-Kamera, höchstens 8 GByte Speicher - das G1 ist sicher kein Super-Handy. Aber darum geht es Google auch nicht.

Wichtig ist für Google, seine Dienste aufs Handy zu bringen - und die sind beim GPS-Phone G1 selbstredend vorinstalliert. T-Mobile scheint Google hier eher nur als Vertriebskanal zu dienen. Zudem könnte Android als offene Plattform der Konkurrenz wie Apple oder auch Windows ein Schnippchen schlagen.

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T-Mobile G1: Kommt erst 2009 nach Deutschland.
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Allerdings bleibt abzuwarten, ob sich das G1 tatsächlich zum Kult-Phone mausert. Der Formfaktor des Google-Sliders wirkt etwas altbacken. Da zeigen Apple, Sony Ericsson & Co. schon mehr Design-Verständnis. Ebenfalls stellen wir uns die Frage, ob T-Mobile mit dem späten Marktstart hierzulande Interessenten vergrault. Erst in den USA und viel später auch in Deutschland – das kennen wir bereits vom ersten Apple iPhone und das kam nicht gut an.