Die sogenannte geplante Obsoleszenz, also die absichtliche Verkürzung der Lebensdauer eines Produktes, ist bekanntlich nicht neu und geht bis in die 20er Jahre zurück. In einer aktuellen Studie der Grünen-Bundestagsfraktion geht man auf das Thema ein und führt einige Beispiele auf, wie die Hersteller tricksen und Bauteile verwenden, die wiederum einen frühzeitigen Defekt auslösen.

So werden beispielsweise wärmeempfindliche Bauteile verbaut, die genau an der Stelle platziert sind, an der garantiert viel Wärme auftritt. Zudem können Drucker, was übrigens auch schon verschiedene Dokus aufgezeigt haben, mit einem Chip ausgestattet werden, der nach einer bestimmten Anzahl an Drucken das Gerät unbrauchbar macht. Und Akkus, die vom Verbraucher nicht selbst gewechselt werden können (Smartphones, Notebooks, etc.), fallen unter den Begriff "Konstruktionsbezogene Verkürzung der Nutzungsphase".

Weitere Beispiele sind etwa kleinere Bauteile, die früher das Zeitliche segnen sowie eine minderwertige Verarbeitung an empfindlichen Stellen, beispielsweise an Kabeln von Kopfhörern. Aber nicht nur technische, sondern auch optische Obsoleszenz würde es geben, nämlich durch Einsatz von Materialien, die die Geräte schnell alt aussehen lassen.

Grünen-Politikerin Dorothea Steiner bezeichnet das als Schweinerei, zumal dadurch nicht nur hohe Kosten verursacht werden, sondern ebenso immense Müllberge entstehen. Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Nicole Maisch, fordert eine rasche Überarbeitung des Gewährleistungs- und Garantierechts.

Eine Art "geplante Obsoleszenz" ist auch in anderer Form zu beobachten: bei den Smartphone- und Tablet-Herstellern zum Beispiel. Durch Modellzyklen sollen die Kunden dazu gebracht werden, ältere Geräte frühzeitig gegen neue Geräte zu tauschen. Daher werden die technischen Neuerungen eher häppchenweise eingebaut, obwohl viel größere Sprünge möglich wären. Das sieht man am iPhone von Apple oder auch am aktuellen Galaxy S4 von Samsung, wenn man dies mit seinen Vorgängern vergleicht (große Sprünge sucht man trotz cooler Neuerungen vergebens).

In einem aktuellen Interview von Stiftung Warentest ist übrigens zu lesen, dass Tests keine Sollbruchstellen (etwa Kabel), dafür häufig aber schlechte Qualität zeigen. Ärgerlich seien vor allem verklebte Gehäuse, die eine Reparatur erschweren sowie festverbaute Akkus, die sich nicht oder nur vom Fachbetrieb wechseln lassen.

Auch geht man da nochmals kurz auf die von uns bereits erwähnten "Modellzyklen" ein und nimmt als Beispiel die Fernsehgeräte - HD, Full-HD, 3-D und 4K. Der Druck, der durch Versprechen neuer technischer Möglichkeiten bei den Kunden aufgebaut werde, bezeichne man als psycho­logische Obsoleszenz.

Eine Zusammenfassung des Gutachtens der Grünen-Bundestagsfraktion haben wir als PDF weiter unten verlinkt.