Den meisten Internetnutzern dürfte es gestern gar nicht aufgefallen sein: Yahoo hat den einstigen Giganten unter den Suchmaschinen, Altavista.com, in der Nacht zum Montag geschlossen und damit das Ende einer Ära eingeläutet.

Altavista wurde im Dezember 1995 erstmals der breiten Öffentlichkeit demonstriert und ging im Oktober des folgenden Jahres offiziell an den Start. Zu den Gründern zählten der Computer-Wissenschaftler Paul Flaherty, Joella Paquette und Louis Monier.

Dabei begannen die ersten Monate und Jahre für Altavista nicht schlecht. Während die Konkurrenz meist redaktionell ihre Kataloge und Verzeichnisse aufbereitete, sammelten die Betreiber von Altavista die Inhalte anderer Webseiten automatisch und erfassten die Informationen in einem Index, damals liebevoll als „Super Spider“ bezeichnet. Altavista wurde damit zum Non-plus-Ultra und konnte auch mit wachsender Konkurrenz sich noch immer als schnellste Suchmaschine behaupten.

Anfang der 2000er-Jahre geriert Altavista aber zusehends unter Druck. Es folgten zählreiche Verkäufe durch Compaq oder DEC, ein kurzfristig geplatzter Börsengang, ein immer stärker werdender Konkurrent namens Google und eine fatale Fehlentscheidung. Aus der einstig besten Suchmaschine machten die neuen Inhaber ein komplett neues Portal, das sich nicht mehr nur auf sein Kerngeschäft konzentrieren, sondern auch bei Nachrichten und Shopping-Angeboten mitmischen sollte.

Wirft man heute einen Blick auf Google, dessen Suchmaschine noch immer mit einem schlichten Aussehen die ehemalige Strategie Altavistas verfolgt, eine fatale Fehlentscheidung im damals noch sehr jungen Internet. Binnen kürzester Zeit ging es mit Altavista immer weiter bergab

2003 landete die Suchmaschine über Umwege bei Yahoo. Yahoo gab im Dezember 2010 bekannt, den Suchdienst im Zuge seiner Restrukturierungsmaßnahmen einzustellen. Die endgültige Abschaltung der Suchmaschine erfolgte erst jetzt – knapp zweieinhalb Jahre später. Altavista.com wird jetzt umgeleitet zu Yahoo.com.