Rare kennen die meisten als Ex-Haus-und-Hof-Entwickler von Nintendo. Doch fast wären sie vielleicht sogar Konkurrenten im Handheld-Bereich geworden.

Rare - Rare entwickelte in den 80ern ebenfalls einen Handheld

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Wäre Rares Wizards & Warriors X dann auf ihrem Handheld erschienen?
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Im Januar 1990 erschien mit Wizards & Warriors X - Fortress of Fear das erste Spiel von Rare für den Nintendo Game Boy. Im Laufe der Zeit sollte Rare noch insgesamt 29 Spiele für den Game Boy, den Game Boy Color, den Game Boy Advance und den Nintendo DS veröffentlichen. Darunter Top-Hits wie Super R.C. Pro-AM, die Battletoads- und 'Donkey Kong Land'-Titeln und der Geheimtipp Monster Max.

Doch hätten die Briten ihre eigenen Handheld-Pläne konsequent genug verfolgt, wäre es unter Umständen ganz anders gekommen. Dann hätte die Welt vielleicht einen weiteren Handheld-Hersteller. Paul Machacek, Producer und Programmierer der ersten Stunde bei Rare teilte Redbull mit, dass Rare beinahe einen eigenen Handheld herausgebracht hätte. Machacek, der sich bei Rare vor allem um den Handheld-Bereich gekümmert hat, erinnert sich an Chris Stampers' RAZZ-Board-Projekt. Chris und sein Bruder Tim Stamper sind die Gründer von Rare und verließen das Unternehmen 2007, um eigene Pläne zu verfolgen.

"Das RAZZ-Arcade-Board war Chris Stampers' Projekt", so Machacek, der derzeit bei Rare als Current Test und User Research Manager arbeitet. "Es war komplett selbst entwickelt, aber er und Tim hatten einen Arcade-Hardware-Hintergrund, daher war das Ganze nicht völlig unerwartet. Ich weiß nicht mehr, wessen Idee es war, es in ein Handheld zu verwandeln, das nur mit ein paar Batterien laufen sollte, aber wir haben es dennoch getan, trotz der kurzen Laufzeit oder der wuchtigen Form."

Chris habe sich um die Hardware gekümmert, Tim um das äußere Design des Handhelds und Machacek programmierte eine Demo. Der Prototyp nutze AA-Batterien und besaß einen Farb-LCD, den die Entwickler von einem portablen TV entfernten, den Tim aus Japan mitbrachte. Man gab dem Gerät den Namen Playboy.

"Wir nahmen es mit auf eine Messe, um es als mögliches Produkt zu bewerben, nur um dann herauszufinden, dass Nintendo, mit großem Erfolg, quasi dasselbe veröffentlichte - den Game Boy", erinnert sich Machacek.

Zwar wurden damit Rares Pläne für einen eigenen Handheld zunichte gemacht, dafür wurde Rare zu einen der wichtigsten Entwickler für Nintendo. Chris Stampers' Begeisterung für Hardware nahm ebenfalls keinen Abbruch. So entwickelte er das Board für die Arcade-Version von Killer Instinct und baute es in Handfertigung zusammen. "Mein Büro war gleich neben seinem, und ich sah in ihm für eine Weile mehr eine Art verrückten Professor, der alles wie verrückt weglötete."

Den Prototypen des Playboy könne man noch heute bei Rare bestaunen.