*Update*

Sony hat sich mittlerweile zu Wort gemeldet und sich, wie nicht anders zu erwarten war, von dieser Art der Ausbeutung ausdrücklich distanziert.

"Die Sony-Gruppe hat den Sony-Zulieferer-Verhaltenskodex im Jahre 2005 mit der Erwartung ins Leben gerufen, dass jeder Zulieferer den Bestimmungen der Sony-Gruppe zustimmt und sie einhält, während auch geltende Gesetze, Arbeitsethiken und Arbeitsbedingungen eingehalten werden, und zudem die Menschenrechte geachtet und Bedingungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit eingehalten werden. Wir nehmen an, dass Foxconn dies vollständig versteht und dem Sony-Zulieferer-Verhaltenskodex zustimmt."

Auch Foxconn ließ mitteilen, dass man nach Bekanntwerden der Arbeitsbedingungen für die Studenten sofort Maßnahmen ergriffen habe. "Sofortmaßnahmen wurden ergriffen, um das betreffende Gelände mit unserem Kodex und unseren Vorschriften in Einklang zu bringen", so die Erklärung. "Dazu gehört, dass studentischen Praktikanten keine Überstunden und Nachtschichten auferlegt werden dürfen, selbst wenn die Arbeit freiwillig ausgeführt wird. Außerdem das Erinnern der Studenten daran, dass sie das Recht haben, jederzeit ihre Teilnahme an diesem Programm zu beenden."

Ursprüngliche Nachricht:

So gut wie jedes namhafte Unternehmen dieser Welt, einschließlich Apple, Intel, Nintendo, Microsoft und Sony, lässt in den Werken des taiwanesischen Herstellers Foxconn Elektronik- und Computerteile herstellen. Doch immer wieder gerät das Unternehmen in negative Schlagzeilen. So nun auch im Zusammenhang mit Sonys kommender PS4-Konsole. Die werden angeblich auch von Studenten zusammengebaut, die dazu gezwungen werden.

PS4 - Gerücht: Werden Studenten dazu gezwungen, die PS4 bei Foxconn zu bauen? *Update*

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Wird die PS4 von Studenten gebaut?
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Foxconn, die Tochtergesellschaft des taiwanesischen Industrie-Riesen Hon Hai Precision Industry Co., Ltd., gilt mit 1,23 Millionen Mitarbeitern und einem Umsatz von 132,28 Milliarden Dollar (2012) als einer der größten Hersteller für Elektronik- und Computerbauteile. Nahezu jedes große Unternehmen lässt seine Produkte in einem der Foxconn-Werke herstellen.

Foxconn betreibt Fabriken in acht Ländern. Auch in Europa besitzt das Unternehmen Fabriken in Tschechien, Ungarn und in der Slowakei. Doch gerade die chinesischen Fabriken geraten immer wieder in negative Schlagzeilen.

Nun berichtet Oriental Daily, dass Tausende Studenten aus einem IT-Ingenieursprogramm des Xi'an Instituts für Technologie quasi dazu gezwungen werden, in einer Foxconn-Fabrik in Yantai im Schichtbetrieb PS4-Konsolen für Sony zusammenzubauen.

Offiziell werde diese Maßnahme als "Praktikum" bezeichnet. Doch zahlreiche Studenten berichten, dass sie in Feldern eingesetzt werden, die so gar nichts mit ihrem Studienfach zu tun haben und für die sie überqualifiziert sind. Ein Student, der Finanz- und Rechnungswesen studiert, müsse Teile der PS4 zusammenkleben, während ein Informatikstudent die PS4-Verpackungen mit dem Inhalt füllen und verpacken müsse.

Ihre Arbeitszeiten würden sich nicht von denen der regulären Arbeitskräfte unterscheiden. Schlimmer noch, im Gegensatz zu den Festangestellten würden sie als "Praktikanten" gänzlich nicht bezahlt.

Auf Anfrage des Oriental Daily versicherte Foxconn, dass die Studenten alle auf freiwilliger Basis arbeiten würden und dass man sie nicht abhalten würde, wollten sie das Gelände und die Arbeit verlassen. Auch das Xi'an Institut für Technologie verweigerte eine detaillierte Erklärung und gab lediglich an, dass dieses Praktikum dazu diene, den Studenten "ein Gefühl für die Gesellschaft und das Leben zu verleihen". Keine Antwort dagegen, ob das Institut für diese Vermittlung eine Provision erhält.

Dabei kam schon letztes Jahr heraus, dass Studenten von eben diesem Institut bei Foxconn dazu gezwungen wurden, Apples iPhone 5 in 12-Stunden-Schichten zusammenzubauen, und das an sechs Tagen die Woche.

Die Studenten sehen das allerdings anders. So teilten sie mit, dass, wenn sie dieses "Praktikum" nicht absolvierten, sie 6 Credit-Points verlieren und damit ihr Studium nicht beenden könnten.

Gerade die Fabrikanlage in Yantai sorgte immer wieder für negative Schlagzeilen. Selbstmorde, Prügeleien, Kinderarbeit bei der Herstellung der Wii U und miserable Arbeitsbedingungen sind dabei die schlimmsten Vorfälle.

In den meisten Fällen haben die Auftraggeber keine genaue Übersicht darüber, wie ihre Produkte hergestellt werden. Für diese Unternehmen zählt nur möglichst billig und möglichst schnell. Aber zu welchem Preis? Das sollten die Unternehmen eigentlich wissen.