Weder Kritiker noch Fans haben derzeit den nötigen Einblick, um die kommende Next-Gen hinsichtlich ihrer Leistung zu testen, um verlässliche Aussagen zur PS4 und zur Xbox One zu treffen. Einzig den Entwicklern, die bereits über Dev-Kits für beide Konsolen verfügen, ist eine solche Möglichkeit (mit Einschränkungen) gegeben. Und einer plauderte jetzt ziemlich direkt aus, welche Konsole für ihn die Nase vorne hat.

PS4 - Ehemaliger 'People Can Fly'-Entwickler: Eine der Next-Gen-Konsolen ist 50 Prozent leistungsfähiger

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Laut Chmielarz hat die PS4 mehr Power
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Die Fanlager streiten sich kurz vor der Veröffentlichung der Next-Gen-Konsolen darüber, welche der beiden Konsolen technisch leistungsfähiger sein wird. Dabei hat noch niemand von ihnen einen direkten Vergleich machen können, wobei Messebesuche wohl kaum gezählt werden können.

Die einzigen, die sicher fundierte Einblicke bieten könnten, haben sich bislang zurückgehalten und sprachen bisher immer von minimalen Unterschieden, die kaum ins Gewicht fallen dürften. Doch jetzt sprach Adrian Chmielarz, ehemaliger Creative Director bei People Can Fly, das Studio, welches neben Painkiller auch Bulletstorm entwickelt hat, ungewöhnlich offen und direkt aus, was sich die Entwickler-Szene wohl hinter vorgehaltener Hand einander mitteilt: "Ich weiß, dass reine Hardware-Spezifikationen nicht alles sind, aber wow, alle Next-Gen-AAA-Entwickler, mit denen ich gesprochen habe, sprechen von einem Leistungsunterschied von 50 Prozent..."

Ein Follower fragte ihn daraufhin, wie das möglich sei, denn die Spezifikationen beider Konsolen seien doch nicht so unterschiedlich, worauf Chmielarz antwortete:

"Es ist die PS4, die über mehr Leistung verfügt."

Wohl von der Frage des Followers und auch vom allgemeinen Echo überrascht, verfasste Chmielarz eine längere Erklärung über NeoGAF, um seine Sichtweise und das, was er mit seinen Tweets meinte, genauer zu fassen.

So sei sein Beitrag kein Versuch, Schaden zu begrenzen, denn er habe nur ausgesprochen, worüber andere Entwickler gesprochen haben, die momentan an Cross-Plattform-Titel für die Next-Gen-Konsolen arbeiten, also den besten Einblick in die Materie haben.

Unklar an seiner Erklärung ist allerdings, ob er mit den 50 Prozent nun die tatsächliche Leistungsfähigkeit der PS4 meinte oder doch nur die Entwicklungszeit für Spiele auf der Sony-Konsole. Klar ist, dass er die PS4 als zumindest eindeutig leistungsfähiger sieht.

Mit seiner Erklärung wollte er in erster Linie mitteilen, dass technische Unterschiede noch lange kein Rennen entscheiden. Die Spiele-Entwickler würden schließlich noch eine Weile brauchen, bis sie die volle Leistung aus jeder Konsole kitzeln und das Spiele-Erlebnis optimieren könnten. Es sei auch noch nicht absehbar, inwiefern Cloud Computing der Xbox One dabei helfen könne, ihre technischen Defizite auszugleichen.

Gerade bei Cross-Plattform-Titeln sei es immer im Interesse eines Entwicklers, sein Spiel auf jeder Plattform in nahezu gleicher Qualität anzubieten. Das heißt natürlich, dass ein Cross-Plattform-Titel auf der PS4 höchstwahrscheinlich nicht signifikant besser aussehen wird, obwohl die PS4 unter Umständen dazu in der Lage wäre. Die technische Überlegenheit einer Konsole würde sich hier höchstens in der Entwicklungszeit zeigen. So würde ein Spiel eine Konsole nicht zu 100 Prozent fordern, während die Entwickler für die gleiche Qualität auf der anderen Konsole alles aus dieser herauskitzeln müssten.

Viel wichtiger für Chmielarz sei es, darauf hinzuweisen, dass, obwohl die PS3 als die eindeutig schwächere Konsole in dieser Current-Gen bezeichnet wird, sie, zumindest für ihn, über die grafisch besseren Titel verfügt. Etwas vergleichbares wie The Last of Us habe er auf der Xbox 360 nicht gesehen. Trotz der 'Gears of War'-Reihe und Halo 4. In Sachen Cross-Plattform haben Titel wie Bulletstorm auf der Xbox 360 geringfügig bessere Grafiken zu bieten.

Seiner Meinung nach, hat die technische Überlegenheit einer Konsole noch lange nichts über die Möglichkeiten derjenigen auszusagen. Findige Entwickler seien in der Lage, mit genügend Erfahrung auch aus der vermeintlich schwächeren Hardware das Maximum an Leistung zu holen.

Man darf gespannt sein, wie Microsofts Bemühungen, die Leistung der Xbox One anzuziehen, sich auf das Duell der Next-Gen-Konsolen auswirken wird.