Schon seitdem AMD seine Firmenspaltung angekündigt hatte, war die Frage der x86-Lizenz ungeklärt. Das Abkommen besagt, dass Prozessoren nur von AMD selbst oder direkten Tochterunternehmen produziert werden dürfen. Dies sei laut Intel mit der Gründung der Foundry Company, welche jetzt Globalfoundries genannt wird, nicht mehr der Fall.


Nun droht Intel AMD das Lizenzaustausch-Abkommen aus dem Jahre 2001 innerhalb der nächsten 60 Tage zu entziehen und bittet AMD zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, beziehungsweise die Kritikpunkte zu beseitigen. Ein Schritt, der sicherlich nicht einfach werden würde. Die Problematik sieht Intel vor allem darin, dass AMD nur etwa 30 Prozent an der neuen Globalfoundries besitzt, auch wenn sie angeben, ein 50-prozentiges Mitbestimmungsrecht zu haben. Intel, so scheint es jedenfalls, will die Abwanderung der Patente ins Ausland verhindern.

Die Drohung wurde bekannt als AMD letzte Woche ein Formular bei der Securities and Exchange Commission, der US-Börsenaufsicht, eingereicht hatte und um Mithilfe zur Schlichtung der Angelegenheit bat. AMD hätte jetzt die Möglichkeit, aufgrund der Drohung seitens Intel, das Lizenzabkommen zu kündigen und würde gleichwohl alle Rechte an seinen eigenen Patenten behalten, die Intel im selben Atemzug nicht mehr verwenden dürfte.

AMD zeigt sich jedoch zuversichtlich und ist selbst nicht der Meinung gegen das Lizenzabkommen verstoßen zu haben, so Silverman - seinerseits Pressesprecher bei AMD - und des Weiteren habe Intel nicht das Recht den Vertrag einfach so zu kündigen. Intel hatte seine ersten Bedenken schon mit dem Bekanntwerden der Spaltung AMDs aufs Tapet gebracht und den Hersteller zugleich um eine Stellungnahme gebeten, jedoch sahen diese nicht die Notwendigkeit dafür und werfen Intel darüber hinaus vor, seine Vormachtstellung konsequent auszunutzen.

Wie die Geschichte auch ausgehen mag, sicher ist, dass beide Hersteller nötigenfalls auf Konfrontationskurs gehen, da es im schlimmsten Fall für die Unternehmen um Leben oder Tod gehen kann. Erst vor knapp zwei Wochen gab NVIDIA ebenfalls bekannt, an einem x86-Chip zu arbeiten. Ein Fakt, der dem Streit noch weiteren Zündstoff geben kann.