Autor: Florian Holzbauer

Mit Intel und AMD im Sparrausch: Nie war die Zeit besser, bei den Prozessoren zuzuschlagen. Selbst flotte Dual-Core-CPUs schonen den Geldbeutel und bringen ausreichend Power in euren Rechner. Wir stellen die Preiskracher vor und sagen, für welche Art von PC sie sich lohnen.

So viel Power für so wenig Geld

Der Prozessor ist das Hardware-Herz eines jeden Rechners. In vielen Fällen entpuppt er sich sogar als die wichtigste Komponente überhaupt. So benötigen rechenintensive Anwendungen wie Audio- und Videobearbeitung eine flotte CPU – Mehrkerner bevorzugt. Auch Spieler sollten nicht geizen und zu einem Dual-Core- oder gar Quad-Core-Modell greifen. Das Beste dabei ist der Preis: Selbst die CPUs mit kleinen Nummern leisten viel und kosten oftmals nur wenig mehr als 100 Euro.

Viel CPU fürs Geld - Die Prozessoren mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis

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AMD vs. Intel: Wer liefert mehr Power pro Euro?
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Auf Basis der Prozessor-Bestenlisten unseres Partners CHIP Online haben wir für euch die absoluten Preiskracher herausgesucht. Neben den technischen Daten verraten wir, in welcher Sorte PC sich die Modelle besonders gut machen – so erkennt ihr auf einen Blick, ob sich die CPU für einen Büro-Rechner oder eine Spiele-Maschine eignet. Für Übertakter haben wir noch ein besonderes Schmankerl: Wir stellen euch drei Kühler vor, die den Prozessor vor einem möglichen Hitzetod retten.

Preis-Leistungs-Champs: Die CPUs für Sparer

Wie viel Leistung bringt der Prozessor pro Euro? Habt ihr euch diese Frage auch schon mal gestellt? Wenn ja, wisst ihr nach der Lektüre dieses Artikels die Antwort. Hier kommen die Preiskracher unter den CPUs.

Wie finden wir eigentlich heraus, welche CPU welches Preis-Leistungs-Verhältnis hat? Das ganze Geheimnis basiert auf einer einfachen Rechnung, die ihr selbst nachvollziehen können: Nehmt die Leistungswertung der CPU hoch drei und teilt dann durch den Preis. Normiert auf 100 ergibt dies ein eindeutiges Ranking. Benchmark-Werte ergeben sich aus unserer Testumgebung mit dem Asus P5K für Intel-CPUs und dem Asus M3A32-MVP für AMD-Prozessoren. In beiden Konfigurationen kommt eine Nvidia Geforce 7800 GTX zum Einsatz.

Der Preis-Champion: Intel Core 2 Duo E8400

Intel vorne dran: Das Unternehmen stellt derzeit nicht nur die schnellsten CPUs, sondern auch die preiswerteste. Der Core 2 Duo E8400 basiert auf dem Wolfdale-Kern und gehört der Penryn-Generation an, die im modernen 45-nm-Verfahren gefertigt wird.

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Core 2 Duo E8400: Die beste Leistung pro Euro.
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Die Taktfrequenz des Prozessors beträgt 3,0 GHz. Er unterstützt den aktuellen Frontside Bus mit 1.333 MHz, verfügt über einen 6 MByte großen Level-2-Cache und überzeugt mit der maximalen Verlustleistung (TDP) von 65 Watt. Im PCMark05 erreicht der Prozessor einen Wert von 7.674 Punkten, Doom 3 stellte er mit 127 Frames pro Sekunde dar.

Der Prozessor eignet sich demnach für allerlei Systeme: Während er für einen reinen Office- und Internet-PC zu stark ausfällt, freuen sich Spieler, Multimedia-Anwender und Medien-Bearbeiter über die Power des Zweikerners. Das richtige Mainboard und den richtigen Kühler vorausgesetzt, könnt ihr durch Übertakten sogar noch mehr Leistung herausholen.

Preis: ab 125 Euro

Für AMD-Sparer: AMD Athlon 64 X2 5000+

Supergünstig und ausreichend schnell zeigt sich die Zweikern-CPU Athlon 64 X2 5000+ von AMD. Dieses Modell läuft mit einer Taktfrequenz von 2,6 GHz und verfügt über einen Level-2-Cache von 1 MByte. Wie schon Intels E8400 basiert er auf einer TDP von 65 Watt; durch die größere Fertigungstechnik (65 nm) lässt sich der Leistungsunterschied bei gleicher TDP erklären. Dennoch kann der Prozessor mit Brisbane-Kern überzeugen. Zum Preis von sehr günstigen 46 Euro bekommt ihr gute Benchmarkwerte: 5.480 Punkte im PCMark05 und 107 Frames pro Sekunde bei Doom 3.

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Athlon 64 X2 5000 : Ein Prozessor für alle.
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Ein Prozessor für alle: Der AMD Athlon 64 X2 5000+ nimmt in Büro-Rechnern wie in Multimedia-Maschinen Platz. Durch den bereits sehr günstigen Preis lohnt sich ein langsameres Modell kaum mehr – ihr spart lediglich wenige Euro im Vergleich zu dieser CPU. Selbst Gamer-PCs sind mit dem X2 5000+ noch gut ausgestattet, wenn eine starke Grafikkarte als Spielpartner fungiert.

Preis: ab 50 Euro

Viermal günstig: Intel Core 2 Quad Q6700

Wer auf einen Quad-Core-Prozessor besteht, sollte derzeit zum Q6700 von Intel greifen. Zwar basiert dieses Modell noch auf einer älteren 65-nm-Architektur, überzeugt aber durch eine Taktfrequenz von 2,66 GHz und einen L2-Cache von 8 MByte. Um die volle Power zu erlangen, solltet ihr ein Mainboard mit FSB-1066-Unterstützung besitzen.

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Core 2 Quad Q6700: Der Preis-Leistungssieger unter den Quad-Cores.
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Mit 95 Watt TDP liegt der Q6700 etwas über den Dual-Core-Konkurrenten – leistungsmäßig jedoch ebenso. Bei unserem Benchmark-Parcours zeigt der Vierkerner stabile Leistungen: 8.450 Punkte im PCMark05 und 120 Frames pro Sekunde bei Doom 3 sind keine Rekordwerte, für die meisten Nutzer jedoch absolut ausreichend.

Den Quad-Core empfehlen wir derzeit allen Nutzern, die die Leistung der vier Kerne auch voll nutzen können. Das sind wenige. Eine Handvoll Spiele und einige Profi-Anwendungen gehören zu den wenigen Programmen, bei denen der Q6700 echte Vorteile zu bieten hat. Für die Zukunft seid ihr dennoch gerüstet: Die CPU ist auch in nicht-optimierten Anwendungen ein schneller Begleiter.

Preis: ab 160 Euro

Gut gelüftet: Der richtige Kühler für eure CPU

In den meisten Fällen reicht der so genannte Boxed-Kühler aus. Dieser Kühler wird von Intel oder AMD direkt beim Prozessor mitgeliefert. Übertakter greifen jedoch zu stärkeren Modellen, die leiser und effizienter kühlen.

Achtet beim Kauf des Prozessorkühlers darauf, welche Modelle unterstützt werden. So passt nicht jeder Kühler auf jeden Sockel oder hat nicht für jede CPU ausreichend Power. Wenn ihr euch für einen separaten Kauf entscheidet, solltet ihr ein Budget von 35 Euro einplanen, um hinterher auch problemlos übertakten zu können.

Kühles Herz bewahren: Scythe Ninja 2

Die Kühler-Profis von Scythe bringen mit dem Ninja 2 den Nachfolger eines sehr erfolgreichen Kühlers. Idealerweise nutzt ihr dieses Modell für alle Prozessoren, die auf den Sockeln 775 (Intel) oder AM2 / AM2+ (AMD) basieren. Auch ältere Steckplätze wie der 939 (AMD) oder 478 (Intel) werden unterstützt.

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Ninja 2: Sehr guter Kühler für alle gängigen CPUs.
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Des weiteren können damit alle aktuellen CPUs betrieben werden – selbst Hitzköpfe wie die Core-2-Extreme-Modelle kühlt der Ninja 2 herunter. Der mitgelieferte Lüfter dreht mit rund 1.000 U/min angenehm langsam und somit überwiegend ruhig. Nebengeräusche sind dennoch hörbar – für einen Silent-PC eignet sich das Modell daher nur bedingt. Die Montage fällt etwas schwer, da der Kühlkörper enorm groß ist – im besten Fall entfernt ihr das Mainboard daher aus dem Gehäuse, um genug Armfreiheit zu haben.

Preis: etwa 35 Euro

Kühlung deluxe: OCZ Vendetta 2

Das Zentrum des OCZ Vendetta 2 ist der massive und große 120-mm-Tower aus Aluminium. Dieser wird – zusammen mit Wärmeleitpaste – auf den Prozessor gesetzt. Dabei unterstützt der Hersteller alle aktuellen Modelle von AMD und Intel und bietet dementsprechende Befestigungen für die Sockel 775 und AM2 / AM2+. Zusätzlich befindet sich ein Lüfter mit den Ausmaßen 120 x 120 x 25 mm im Paket, der die Wärme mit maximal 1.500 Umdrehungen pro Minute wegpustet.

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Vendetta 2: Auch für einen ruhigen Rechner brauchbar.
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OCZ setzt zugleich auf die Qualität des beiliegenden Lüfters: Dieser verursacht im Betrieb kaum Nebengeräusche und eignet sich sogar für einen ruhigen Rechner. Beim Verbauen dieses Modells gilt das gleiche wie beim Ninja 2: Entfernt das Mainboard aus dem Gehäuse, um den wuchtigen Körper problemlos befestigen zu können.

Preis: etwa 35 Euro

Cool as ice: Zalman CNPS 7700-Cu

Der Zalman CNPS 7700-Cu basiert auf Kupfer. Anders als die Towerkühler von OCZ und Scythe geht dieses Modell in die Breite statt in die Höhe. Deshalb benötigt er ausreichend viel Platz um den Prozessor herum. Sollte euer Mainboard hier diverse Heatpipes haben, raten wir zu einem Tower-Kühler.

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CNPS 7700-Cu: Nur für Boards mit viel Platz um die CPU.
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Da der Lüfter integraler Bestandteil des Gesamtkonzepts ist, legt Zalman großen Wert auf dessen Qualität. Entsprechend wenige Nebengeräusche lassen sich somit ausmachen. Lediglich bei voller Drehzahl (etwa 2.000 U/min) ist er stark hörbar. Idealerweise verfügt dieses Modell über eine automatische Drehzahlanpassung – bei rund 1.000 U/min fällt die Lautstärke kaum mehr ins Gewicht. Auch hier gilt: Das Mainboard sollte vor der Montage ausgebaut werden. Außerdem solltet ihr vor einem Kauf checken, ob rund um die CPU genug Platz vorhanden ist.

Preis: etwa 35 Euro