Intel und AMD eröffnen die nächste Phase des Prozessor-Wettrüstens: Beide Hersteller haben noch für dieses Jahr unterschiedlichste Desktop-CPUs in der Mache. Wir zeigen euch, was vielleicht demnächst in eurem Rechner steckt.

Ganz schön kernig

Phenom, Core i7, Athlon, Core 2 Duo, Core i5, Fusion: Im Prozessor-Wirrwarr den Überblick zu halten - das ist eine ganz schön kernige Aufgabe. Wir haben das für euch übernommen und informieren kurz und bündig über die neuesten CPU-Entwicklungen.

Prozessoren - Das große CPU-Wettrüsten: Intel und AMD legen nach

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Intel und AMD kommen bald mit neuen Prozessoren.
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Sowohl Intel als auch AMD haben für dieses und kommendes Jahr jede Menge Neuigkeiten geplant. Während sich der Marktführer Intel derzeit darauf konzentriert, preiswerte Mittelklasse-CPUs zu bauen, setzt AMD auf ein bewährt gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und baut seine Prozessor-Serien systematisch aus. Wir zeigen euch schon jetzt die interessantesten neuen Prozessoren, die demnächst in den Handel kommen.

Intel: Von der neuen Core-Reihe bis Lynnfield

Intel legt 2009 ordentlich nach: Mit dem Core i7 (Codename: Bloomfield) wurden bislang ausschließlich die Highend-User bedient. Bevor neue Spitzenmodelle kommen, soll nun erstmal der Einsteiger- und Mittelklasse-Markt aufgerollt werden.

Mit der Veröffentlichung von Nehalem hat sich Intel weit vor den Konkurrenten AMD gesetzt - insbesondere was die reine Leistung angeht. In der Bestenliste der Desktop-Prozessoren unserer Kollegen von Chip Online sind 9 CPUs in der Top 10 von Intel gefertigt, ganz oben thront der Core i7 975 XE. In der Praxis ist für viele Anwender aber das Preis-Leistungs-Verhältnis entscheidend. Und hier liegt derzeit AMD ganz weit vorne.

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Intel Core i5: Die neue Mittelklasse des Marktführers.
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So kostet die Nummer 7 in der Bestenliste, der AMD Phenom II X4 955 BE, lediglich rund 175 Euro - ein Spitzenpreis für einen so schnellen Prozessor. Das ist auch an Intel nicht vorbeigegangen und so konzentriert sich der Marktführer für den Rest des Jahres auf das Einsteiger- und Mittelklasse-Segment, wo Intel durch einen guten Preis punkten will.

Ciao Core 2, willkommen Core iX

Die erste Maßnahme wird schon in der Namensgebung kommender Intel-CPUs klar. So wird der Hersteller schon bald die beliebte Core-2-Serie (Core 2 Duo, Core 2 Quad, Core 2 Extreme) auslaufen lassen und durch eine neue Generation ersetzen. Diese soll die Namen Core i3 und Core i5 tragen und sich somit in die Nomenklatur des bereits bekannten Core i7 einfügen.

Über das erste Core-i5-Modell gibt es bereits Informationen: Es trägt den Namen Core i5 750 und basiert auf einer Technologie, die Intel Lynnfield getauft hat. Die CPU verfügt über vier physikalische Kerne und vier Threads und wird mit einer Taktfrequenz von 2,66 GHz betrieben. Der Cache fällt mit 8 MByte genauso groß aus wie beim Core i7, die maximale Verlustleistung sinkt dagegen auf 95 Watt. Außerdem führt Intel für die Lynnfield-CPUs einen neuen Steckplatz ein - den Sockel 1156.

Neue Core i7 für Schnäppchenjäger

Der größte Unterschied zwischen Core i5 und Core i7 betrifft die Anzahl der Threads. Während der Core i5 vier Threads bietet, verfügt der Core i7 über deren acht. Mit Lynnfield wird Intel zwei neue Modelle der i7-Reihe hinzufügen, die für den kommenden Sockel 1156 geeignet sind. Das dortige (vorläufige) Top-Modell benennt der Hersteller mit Core i7 870. Diese CPU bietet eine Taktfrequenz von 2,93 GHz, vier Kerne, acht Threads, eine TDP von 95 Watt und 8 MByte Cache. Der Preis soll bei rund 560 US-Dollar liegen.

Interessanter ist jedoch der i7 860 mit 2,8 GHz, der lediglich mit rund 280 Dollar zu Buche schlagen soll und damit auch preisbewusste Highend-Anwender anspricht. Über die Einsteiger-Serie Core i3 ist außer dem Namen noch nichts bekannt. Lynnfield-basierte Prozessoren sollen im September dieses Jahres vorgestellt werden.

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Intel Core i7: Auch hier kommen neue Modelle noch dieses Jahr.
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Prozessor mit Grafikeinheit erst 2010

Am Horizont findet sich bei Intel eine komplett neue Generation: Clarkdale. Hier schwenkt der Hersteller auf das neue 32-nm-Verfahren in der Fertigung um und baut eine zusätzliche Grafikeinheit in den Prozessor-Die. Konkrete Informationen zu Clarkdale sind derzeit noch Mangelware - es scheint jedoch gesichert, dass die GPU HD-Inhalte mit 1080p (Full-HD) ruckelfrei darstellen kann. Somit dürfte Intel eine interessante Alternative zu den weit verbreiteten IGPs auf Mainboards bieten. Clarkdale soll Anfang 2010 auf den Markt kommen.

AMD: Nachschub für den AM3-Sockel

AMDs neueste Technologie, die in den Phenom-II- und Athlon-II-CPUs steckt, bedarf noch keiner Generalüberholung. Daher konzentriert sich Intels schärfster Konkurrent darauf, die bekannten Baureihen zu erweitern.

Mit der Vorstellung der überarbeiteten Dragon-Plattform setzt AMD auf den neuen Sockel AM3. Auf Mainboards mit diesem Sockel nehmen derzeit Phenom-II- und Athlon-II-CPUs Platz - Prozessoren mit zwei, drei oder vier Kernen. An vorderster Front steht derzeit noch der Phenom II X4 955 BE mit 3,2 GHz Takt, der den 7. Platz in der Bestenliste der Desktop-CPUs belegt und innerhalb der Top 10 der eindeutige Preis-Leistungssieger ist.

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AMD Phenom II: Schnell und preiswert.
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Neues Futter für den Sockel AM3

Etliche neue Prozessoren für AMDs neuesten Sockel sollen noch dieses Jahr erscheinen. Der Hersteller kümmert sich derzeit vornehmlich um die Phenom-II-Serie und erweitert dort die Palette an Triple- und Quad-Core-CPUs. So wird beispielsweise schon bald ein Prozessor namens Phenom II X3 740 vorgestellt, der über drei CPU-Kerne und eine Taktfrequenz von 3,0 GHz verfügt. Aller Voraussicht nach soll es sich hier um eine Black Edition handeln, die über einen freien Multiplikator zum stärkeren Übertakten verfügt.

Der ebenfalls neue Phenom II X4 820 richtet sich dagegen an den preisgünstigen Einsteiger-Markt, verfügt über vier Kerne und eine Taktfrequenz von 2,8 GHz. Auch ein neues Flaggschiff soll es schon bald geben: Der Phenom II X4 965 BE taktet mit 3,4 GHz und sollte sich leistungsmäßig vor die stärksten Intel Core 2 Quads schieben.

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AMD Kodiak: Neue Plattform für Business-PCs.
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Neue CPUs für Business-Desktops

Weiterhin wird AMD eine Handvoll neuer Prozessoren für den Einsatz in Business-Desktops vorstellen. Konkret sind derzeit drei Prozessoren bekannt, die für die Plattform Kodiak erscheinen sollen: ein Athlon II und zwei Phenom II. Der Athlon II X2 B24 wird mit 3,0 GHz betrieben, verfügt über 2 MByte Cache und basiert auf dem Regor-Kern, der im 45-nm-Prozess gefertigt wird. Dazu kommt der Phenom II X4 B95, der das obere Ende der neuen Business-CPUs markiert. Der Prozessor ist mit 3,0 GHz Taktfrequenz, 4x 512 KByte L2- und 6 MByte L3-Cache ausgestattet und unterstützt preiswertes DDR2-RAM sowie flotten DDR3-1333-Speicher.

Der Phenom II X4 B93 taktet mit 2,8 GHz und verfügt sonst über die gleichen Leistungsmerkmale. AMDs Kodiak-Plattform ist explizit für Business-Rechner gedacht und soll vor allem bei großen OEM-Händlern wie Dell, HP und Acer zum Einsatz kommen. Ein genaues Release-Datum ist noch nicht bekannt. Aktuell sprechen die Gerüchte von September 2009.

Sechs Kerne erst bei Servern interessant

Während AMD im Server-Markt mit einigen Six-Core-Prozessoren der Istanbul-Reihe zugegen ist, scheint sich das Engagement im Desktop-Bereich hier noch etwas zu verzögern. Bislang ist noch nichts Konkretes bekannt, wann der Hersteller diese Anzahl an Kernen auch für normale Endkunden bereitstellen will.

Über den Fusion-Prozessor - eine CPU mit integriertem Grafikkern, ähnlich Intels Westmere - schweigt sich AMD indes noch aus. Letzten Informationen zufolge dürfte Fusion auf dem Desktop erst 2011 das Licht der Welt erblicken.