Präsident Obama bringt ein Programm an den Start, dass jedem amerikanischen Bürger eine individuelle Online-ID zuschreiben soll. Die National Internet ID. Das soll den Cyberspace, für die Amerikaner, wieder ein Stück weit sicherer machen.

Mit dem Programm bekommt das US-Handelsministerium neue Möglichkeiten an die Hand, um die Sicherheit im amerikanischen Internet zu erhöhen. Man möchte ein „Identitäts-Ökosystem“ schaffen. Dabei standen auch die NSA und Homeland-Security auf dem Plan, um ein solches ID-System zu entwickeln. Vermutlich wurde der Auftrag dem Handelsministerium zugeschrieben, um das Misstrauen verschiedener Bürgerrechtsbewegungen gegenüber den Geheimdiensten zu zerstreuen.

Die Obama-Regierung manifestiert damit ein Programm, dass sie „National Strategy für Trusted Identities in Cyberspace“ nennt - also ein System, um sich im Internet zu identifizieren, vermutlich ähnlich dem deutschen E-Pass oder seinem schweizer Äquivalent.

Aber soweit ist es in Amerika noch nicht. Gary Locke, Chefsekretär des US-Handelsministeriums, sagte, dass es sich dabei nicht um eine Ausweiskarte handeln soll oder um ein von der Regierung kontrolliertes System. Man möchte mit dem System versuchen, die Sicherheit und Privatsphäre der Nutzer zu erhöhen und möglicherweise duzende von Passwörtern ersetzen, in dem es nur noch diese eine ID gibt.

Es gibt jedoch aktuell noch keine deutlichen Hinweise darauf, wie diese National Internet ID aussehen soll, geschweige denn, wie sie funktioniert oder welche Webseiten sie unterstützen sollen. Es besteht allerdings die Chance, dass eine zentralisierte Datenbank eingerichtet wird, in der die IDs gespeichert und vorgehalten werden können. Genauso wie man den Privatsektor bräuchte, um die IDs dann auch verwenden zu können. Die Unternehmen müssten ihre Websites also entsprechend anpassen.

Bisher gab es einige Streitigkeiten zwischen den Autoritäten, was die Onlinesicherheit angeht. Zum einen gehören weite Teile dieser Kompetenzen in den Aufgabenbereich von Homeland Security, was den zivilen Sektor angeht. Zum anderen sollte die NSA einige Kompetenzen zugesprochen bekommen, die allerdings dem US-Verteidigungsministerium unterstellt ist.

Hier nun das Handelsministerium ins Rennen zu schicken hat vermutlich nicht nur den Sinn, das Misstrauen zu zerstreuen, das gegenüber den Sicherheitsbehörden herrscht. Dem Handelsministerium untersteht auch die ICANN, die für die Registrierung von Webseiten zuständig ist. Man hat hier also schon einiges an Know-How, was die Erstellung und Verwaltung von ID-Systemen angeht.