Deutschlands wahrscheinlich bekanntester Copyright-Betrüger wird Berater in Sachen Internet-Freiheit für die EU. Die für Digitales zuständige EU-Kommissarin Neelie Kroes erklärte, dass Guttenberg künftig als Berater in der Frage hinzugezogen werde, wie Internetnutzer, Blogger und Cyberaktivisten in in autoritär regierten Staate auf Dauer unterstützt werden können.

Diese Ernennung sei das Schlüsselelement einer neuen Strategie, mit welcher sich die EU für die Menschenrechte und Freiheit im Internet einsetze. Guttenberg solle sicherstellen, dass sie die Aufmerksamkeit, den Fokus und die Unterstützung bekommt, die sie verdient.

Die Kommissarin spielte auch auf Guttenbergs teilweise abgeschriebene Doktorarbeit an: "Ich suche nach Talent, nicht nach Heiligen."

Laut Guttenberg selbst werde er seine neue Tätigkeit, für die er übrigens kein Gehalt bekommt, hauptsächlich in den USA ausüben. "Dies ist kein politisches Comeback. Sie sehen mich nicht in Deutschland. Ich plane nicht, in den kommenden Wochen oder Monaten zurückzukehren", sagte er auf einer Pressekonferenz in Brüssel.

Auf die Nachfrage, ob die Diskussion über seine Glaubwürdigkeit seinem Auftrag nicht schaden werde, sagte Guttenberg dazu. "Der Sache tut es gut, wenn man mit Inhalten überzeugen kann. Und das will ich tun."