Autor: Florian Holzbauer

Ein neuer PC ist eine feine Sache – kostet aber auch mindestens 400 Euro. Und nicht immer gehört ein in die Jahre gekommener PC sofort zum alten Eisen. Einige Euro Investition und ein paar Handgriffe später wird aus dem potentiellen Ausstellungsstück eine aufgebrezelte Arbeitsmaschine.

Egal, welchen Rechner ihr habt: Eine ideale Zusammensetzung der Komponenten innerhalb des Towers findet sich selten. Oft bremst ein so genannter Flaschenhals das komplette System aus. Oft aber reicht es eben auch schon aus, diesen Flaschenhals zu entfernen. Und egal ob Grafikkarte, Prozessor oder Arbeitsspeicher: Die Preise für Hardware waren selten besser als derzeit.

PC-Tuning - Alte PCs sinnvoll aufrüsten

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Sinnvoll aufrüsten: Wenig Kosten für mehr Leistung.
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Informiert euch daher erst über eure Hardware, bevor ihr aufrüstet. Wir stellen einige Tools vor, mit denen ihr alles über euren Rechner herausfindet. Anschließend geben wir Tipps, wie ihr euer System – je nachdem, wie ihr es nutzen wollt – am günstigsten und sinnvollsten nachbessert.

Spion-Tools: Damit findet ihr alles heraus

Um zu wissen, wo ihr aufrüsten müsst, solltet ihr auf jeden Fall einen tiefen Einblick ins System wagen. Das Beste: Das funktioniert auch dann, wenn ihr euren PC nicht aufschrauben wollt. Wir stellen die drei wichtigsten Tools zur Systemanalyse vor.

Everest Home Edition“ hieß bislang das Zauberwort, wenn es um Systemanalyse ging. Der Hersteller dieses Tools produziert jedoch seit 2005 keine neue Version der Freeware-Variante; Fans des Tools müssen daher zu kostenpflichtigen Versionen greifen. Für Sparfüchse stellen wir hier die besten Alternativen vor:

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CPU-Z: Das kleine Tool findet alles raus.
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CPU-Z: Dem Prozessor auf den Zahn gefühlt

Das kleine Tool CPU-Z ist ein wahrer Alleskönner: Ohne vorherige Installation startet ihr die EXE-Datei im Archiv und schon bekommt ihr einen hervorragenden Überblick über Mainboard, Prozessor und Co. Neben den Namen der einzelnen Komponenten findet ihr auch die Taktfrequenz, die Zwischenspeichergröße und die Besetzung eurer RAM-Steckplätze. So findet ihr auf einen Blick heraus, ob ihr überhaupt noch RAM nachrüsten könnt. Ideal: Die Entwickler des Tools halten es stets auf dem neuesten Stand. Selbst aktuellste Systeme erkennt CPU-Z anstandslos.

Download: CPU-Z

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GPU-Z analysiert eure Grafikkarte.
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GPU-Z: Selbes Spiel mit der Grafikkarte

GPU-Z erinnert nicht nur vom Namen her an das große Vorbild CPU-Z. Auch der Funktionsumfang ist ähnlich. Nur die zu analysierende Komponente ist anders: So listet GPU-Z alle Informationen zum Grafikprozessor auf. Dabei ist es irrelevant, ob ihr eine separate Grafikkarte oder einen Onboard-Chip habt. Informationen über die Taktfrequenz und den zur Verfügung stehenden Grafikkartenspeicher bekommt ihr dort genauso wie die Versionsnummer des Grafikkarten-BIOS. Ergo: die ideale Ergänzung zu CPU-Z.

Download: GPU-Z

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SiSoft Sandra überprüft euer komplettes System.
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SiSoft Sandra: Eines für alles

Wo Windows dem Anwender selbstverständliche System-Informationen nur auf umständlichen Wegen zur Verfügung stellt, greift Sandra ein: Über 60 verschiedene Werkzeuge analysieren den PC bis ins Detail und liefern ausführliche Systemdaten.
Egal ob es um Mainboard, Speicher, Festplatte, Peripherie, Steckkarten, Prozessor, Netzwerk, Schnittstellen BIOS, Windows oder DirectX geht, die Software hat umfangreiche Antworten parat. Für einen Großteil der Hardware im PC gibt es zudem Benchmark-Tests, mit denen sich der PC im Vergleich zu einigen Referenz-Rechnern auf seine Leistungsfähigkeit testen lässt.

Download: SiSoft Sandra Lite

Word & Co.: Arbeitsspeicher ist günstig

Für Word und Internet reichen auch ältere Einsteigersysteme. Wer aber beispielsweise auf Windows Vista umsteigen oder dafür aufrüsten will, sollte einige Grundlagen beachten. Wir geben die besten Aufrüsttipps für eure Surfstation.

Als mögliche Grundlage nehmen wir ein in die Jahre gekommenes Mittelklasse-System. Neben dem AMD Athlon 64 3200+ befinden sich 512 MByte DDR1-Arbeitsspeicher und ein Onboard-Grafikchip im System. Für einen solchen Rechner bekommt ihr selbst auf eBay heutzutage kaum mehr etwas. Zum Wegschmeißen ist er auf jeden Fall zu schade: Der PC ist nämlich alles andere als schlecht und erfüllt die täglichen Büro-Aufgaben anstandslos.

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Arbeitsspeicher ist gerade günstig zu bekommen.
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Aufrüsten eines Büro-PCs: Wo ist es sinnvoll?

Egal, ob Sie Windows Vista nutzen wollen oder nicht: 512 MByte Arbeitsspeicher sind für heutige Verhältnisse einfach zu wenig. Selbst unter Windows XP empfehlen wir bereits mindestens 1 GByte RAM. Genau auf diesen Wert solltet ihr euer System aufrüsten. Da diese Art von Arbeitsspeicher langsam aber sicher vom Markt verschwindet, sind die Preise nicht so niedrig wie bei aktuellem DDR2: Ein 512-MByte-DDR1-Modul kostet derzeit rund 20 Euro.

Ihr werdet den Unterschied bemerken: Programme starten schneller, mehrere Tasks nebeneinander laufen deutlich flotter ab und auch Spiele profitieren von mehr Arbeitsspeicher. Mehr als 1 GByte sind in einem solchen System jedoch nicht sinnvoll: Es gilt zu bedenken, dass ihr DDR1-Speicher in ein kommendes, neues System nicht mitnehmen könnt – aktuelle Mainboards unterstützen lediglich DDR2 oder DDR3.

Optional: Wer noch mehr will, greift hier zu

Windows Vista ist vor allem wegen seiner optischen Features beliebt. Hauptaugenmerk gebührt hierbei dem Aero-Desktop, der verschiedene Funktionen in schickem 3D darstellt. Hierzu benötigt ihr jedoch eine Grafikkarte, die DirectX 9 unterstützt.

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GeForce 6600: Genug Leistung für wenig Geld.
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Genügsame Nutzer greifen beispielsweise zu einer Geforce 6600; diese Karte ist in der Regel mit 128 oder 256 MByte Grafikkartenspeicher ausgerüstet, unterstützt DirectX 9 und kostet zwischen 40 und 60 Euro. Ideal: Die Karte gibt es für AGP und PCI-Express; also ist es quasi egal, wie alt euer Mainboard bereits ist.

Finger weg: Hier solltet ihr nicht aufrüsten

Ein CPU-Upgrade lohnt sich kaum: Zum einen bieten schnellere Modelle beim Einsatz als Büro-PC kaum Mehrleistung, zum anderen könnt ihr den neuen Prozessor nicht mitnehmen. Athlon 64 und – alternativ – Pentium 4 sind für neue Systeme nicht ausgelegt.

Multimedia & Co.: Grafik und Festplatte als Erstes

Ein Multimedia-PC ist vielseitig. Musik und Film sind zwei der Hauptaufgaben eines solches Rechners. Für audiovisuelle Medien wie DivX- oder DVD-Filme braucht ihr einen guten Prozessor und eine leistungsfähige Grafikkarte.

Die beliebten CPUs AMD Athlon 64 oder Pentium 4 nehmen wir als Grundlage für ein solches System. 1 GByte Arbeitsspeicher und ein Onboard-Grafikchip gehören in derartigen Rechnern meist zur Grundausstattung. Einen solchen PC bekommt ihr über eBay bereits für wenige Euro; die Komponenten sind nur noch in wenigen Online-Shops als Restposten erhältlich.

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Radeon X1650 Pro: Deutlich besser als Onboard-Grafik.
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Aufrüsten zum Multimedia-PC: Wo ist es sinnvoll?

Was muss ein Multimedia-PC eigentlich draufhaben? Fernab von High Definition soll er vornehmlich DVDs und MP3s abspielen können. Für ungestörten Hörgenuss sollten die Komponenten möglichst leise gekühlt werden. Zur Darstellung von hohen Desktop-Auflösungen ist eine separate Grafikkarte unerlässlich. Sie greift auf eigenen Grafikkartenspeicher zu und belastet somit nicht den Arbeitsspeicher. Außerdem stellt die darauf verbaute GPU Spiele und auch hochaufgelöste Videos schneller und ruckelfreier dar als dies ein Onboard-Chip kann.

Eine gute Kombination aus Leistung und Preis stellt die Geforce 7600 GT dar. Ausgerüstet mit 256 MByte Speicher und einer modernen Architektur meistert diese Karte alle Multimedia-Aufgaben. AMD-Fans greifen zur ATI Radeon X1650 Pro, die ebenso auf 256 MByte RAM zurückgreifen kann. Der Vorteil: Beide Grafikchips werden auf Boards für AGP und PCI-Express verbaut – abhängig davon, welchen Slot euer Rechner hat, findet ihr ein Angebot ab rund 70 Euro. Außerdem unterstützen beide Chips den DirectX-9-Standard; Windows Vista inklusive aller grafischen Feinheiten ist somit kein Problem.

Optional: Festplatte – Mehr Speicher für mehr Medien

Ob es die große MP3-Sammlung oder ein Filmarchiv auf der Platte ist: Medien belegen in der Regel sehr viel Platz. Festplatte zu Zeiten des Athlon 64 hatten selten mehr als 160 GByte Speicher. Wir empfehlen daher eine weitere Festplatte für euer System. Findet zunächst raus, ob euer Rechner bereits über moderne SATA-Anschlüsse verfügt.

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Seagate Barracuda 7200.10: die beste SATA-Festplatte.
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Könnt ihr nur IDE verwenden, raten wir zum Kauf eines SATA/IDE-Adapters. Hierbei könnt ihr eine moderne SATA-Festplatte an einem IDE-Mainboard nutzen – und bei Neukauf eines Rechners die Festplatte problemlos mitnehmen. In beiden Fällen macht ihr mit der Seagate Barracuda 7200.10, Testsieger bei unserem Partner CHIP Online, nichts falsch: Sie ist preislich und leistungsmäßig spitze.

Finger weg: Hier besser nicht aufrüsten

Mehr als 1 GByte Arbeitsspeicher sind nicht sinnvoll. Gerade dann, wenn euer betagtes System lediglich DDR1-Speicher nutzt, den ihr in keinen kommenden PC mitnehmen könnt. Auch von einem Prozessor-Upgrade raten wir eher ab: Solltet ihr planen, den Multimedia-PC noch längerfristig zu nutzen – beispielsweise als Wohnzimmer-Rechner – ist ein Upgrade hier auch nur dann sinnvoll, wenn das höhere CPU-Modell mindestens 300 MHz mehr auf dem Buckel hat oder mit zwei Prozessorkernen ausgestattet ist. Alles darunter ist rausgeschmissenes Geld.

Spiele & Co.: Alles ist erlaubt

Ein Gaming-PC kann nicht schnell genug sein. Gerade dann, wenn aktuelle Spiele auf der Festplatte landen, geraten angestaubte Systeme schnell ins Schwitzen und quittieren den Dienst mit Rucklern oder Dia-Shows. Mit unseren Tipps haucht ihr eurem Oldie wieder ein Spielerherz ein.

Als sinnvolle Grundlage gehen wir von einem AMD Athlon 64 X2 oder Intel Pentium D / Core 2 Duo System mit 1 GByte Arbeitsspeicher und einer separaten Grafikkarte aus. Ältere Prozessoren haben veraltete Mainboards als Grundlage, die bei einem Upgrade ebenso ausgetauscht werden müssen. Ein Athlon 64/Pentium 4 Rechner wird ohne umfangreiche Umrüstarbeiten kein Spielebolide mehr – hier raten wir dringend zum Kauf eines komplett neuen Systems.

Aufrüsten zum Spiele-PC: Wo ist es sinnvoll?

Pauschal gesagt: Überall. Ein Spiele-PC profitiert allgemein von schneller Hardware, ob es nun Grafikkarte, Prozessor oder Arbeitsspeicher ist. Allen voran raten wir aber zum Aufrüsten auf 2 GByte Arbeitsspeicher, sofern euer System bereits auf DDR2-Speicher basiert. Aktuelle Spiele brauchen enorm viel Arbeitsspeicher, da sonst die Swap-Datei auf der Festplatte genutzt wird, was stark auf die Leistung des Rechners drückt. Selbst DDR1-Systeme sollten entsprechend aufgerüstet werden – immer unter der Prämisse, dass die verbauten DDR1-Speicherriegel nicht in ein neues System mitgenommen werden können.

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GeForce 8800 GT: Mehr Leistung pro Euro gibt es derzeit nicht.
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Eine schnelle Grafikkarte ist die zweite, sehr wichtige Komponente beim Gaming. Idealerweise verfügt euer Rechner über PCI-Express (x16), wodurch sich der Kauf der neuesten Generation anbietet. Nvidia-Fans greifen zur GeForce 8800 GTS (320 MByte) oder gleich zur GeForce 8800 GT (512 MByte) – je nachdem, wie schnell der verbaute Prozessor ist, der dann den Leistungsflaschenhals darstellt. Wer auf AMD setzt, ist mit der günstigen und schnellen Radeon HD 3870 (512 MByte) sehr gut bedient.

Optional: Prozessorupgrade nur bei Leistungssprung

Besitzt ihr ein starkes Mainboard, das aber lediglich mit einem kleinen Prozessor ausgestattet ist? Dann solltet ihr euch den Kauf einer neuen CPU überlegen. Gerade bei Sockel-AM2-Boards gibt es flotte Modelle, die eure Games deutlich beschleunigen. So ist beispielsweise der Leistungssprung von einem X2 4400+ auf einen X2 6000+ enorm. Vorsicht bei Sockel 939: Hier ist die Modellauswahl deutlich geringer und die Prozessoren sind zukunftsunsicher. In diesem Fall seid ihr mit einem Rechner-Neukauf sicher besser bedient.

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AMD Athlon 64 X2: Wenn der Sockel AM2 vorhanden ist, lohnt aufrüsten.
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Gaming-Fazit: Ein sinnloses Upgrade gibt es für Spieler nicht

Spieler können jeden nur erdenklichen Leistungsschub gebrauchen. Ein zweckloses Upgrade gibt es kaum – es sei denn, ein Uralt-Rechner soll zur Spielemaschine mutieren. Unser Tipp: Systeme, die älter als vier Jahre sind, sollten eine andere Aufgabe bekommen. Hier ist der Kauf eines neuen PCs angebracht.