Die Kickstarter-finanzierte Android-Konsole Ouya ist seit rund einem Monat auf dem Markt erhältlich. Und doch scheint niemand wirklich Notiz von ihr zu nehmen. Das sieht Ouya-CEO Julie Uhrman anders. Sie ist ziemlich zufrieden und sieht auch den Spieleabsatz auf einem guten Weg.

Ouya - 73 Prozent aller Ouya-Besitzer haben noch kein Geld für Spiele ausgegeben

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Keine Konsole für die breite Masse?
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Mit rund 8,5 Millionen Dollar eine der erfolgreichsten Kickstarter-Kampagnen überhaupt, begann die Geschichte der Android-Konsole Ouya fast wie ein Traum. Mit verspätetem Erscheinen der Konsole und ersten vernichtenden Reviews scheint jener mittlerweile geplatzt zu sein.

Eine Umfrage von Edge ergab, dass der Umsatz für die Entwickler relativ niedrig ausfällt. So erzeugte Towerfall von Matt Thorson gerade mal 30.000 Dollar Umsatz bei einem Verkaufspreis von 15 Dollar und insgesamt 2000 verkauften Exemplaren. Und das, obwohl das Spiel seit der Veröffentlichtung der Konsole unentwegt auf Platz. 1 der Ouya-Spielecharts steht.

Wenn die Nummer Eins schon so wenig Umsatz generiert, wie steht es dann um die anderen Titeln? Knightmare Tower von Juicy Beast wurde insgesamt 49.000 Mal heruntergeladen, aber lediglich 2.100 Spieler haben sich schlußendlich dazu entschieden, von der Gratis-Version auf die Bezahl-Version umzuschwenken und damit rund 6000 Dollar Umsatz generiert.

Obwohl Nimble Quest 6.508 Mal heruntergeladen wurde, konnte Entwickler Nimble Quest lediglich 122 Spieler überzeugen und 427 Dollar erwirtschaften.

Ziemliche schwache Zahlen, möchte man meinen. Anders sieht das Ouya-CEO Julie Uhrman, die The Verge mitteilte, dass die Geschäfte weit besser liefen, als erwartet wurde. "Es kostet Zeit, aufzubauen, wofür traditionelle Konsolen Dekaden zur Verfügung hatten."

Ihrer Meinung nach, sei es zu früh, irgendwelche Schlüsse zu ziehen, wo die Plattform doch gerade erst erschienen ist und darüberhinaus auch eine völlig neue Plattform darstellt. Auch Towerfall-Entwickler Thorson ist zufrieden, für ihn sei der Umsatz "überraschend hoch für ein neues Spiel auf einer neuen Konsole."

Überhaupt sei die Ouya-Konsole komplett anders aufgebaut und verfolge eine andere Strategie als traditionelle Konsolen. Schließlich erlaube es die Ouya den Besitzern, die Spiele erst als Gratis-Version anzutesten, bevor sie sich für einen Kauf entscheiden.

"Zu sagen, dass Entwickler auf der Ouya kein Geld machen können - nehme ich als Beleidigung auf," so Uhrman. "Ich bin mir sicher, die Entwickler von Towerfall und Hidden in Plain Sight würden das ebenfalls als Beleidigung auffassen. Die Konsole ist seit einem Monat draußen, und die Entwickler hatten erst seit sechs Monaten Zugang zur Hardware. Wir mögen, was wir zur Zeit sehen, und das tun auch die Entwickler und Spieler."

Insgesamt sehe Uhrman eine positive Tendenz. Im letzten Monat haben sich rund 27 Prozent aller Ouya-Besitzer ein Spiel gekauft, eine bemerkenswerte Zahl für eine Free-To-Play-Konsole wie die Ouya. Im Schnitt hätten sich knapp 8 Prozent aller Spieler bei 13 von 20 der Top-Spiele dazu entschieden, von der Gratis- auf die Bezahl-Version umzusteigen.

Auch wenn die 8 Prozent niedrig wirken mögen, "Ich finde, es gibt eine Menge Social- und Mobile-App-Entwickler, die für eine 8-Prozent-Rate auf einer 30 Tage alten Plattform töten würden."

Sie sei sich sicher, dass diese Zahl noch steigen werde, sobald mehr Spieler dazukämen und sie damit auch mehr Entwickler anlocken könnten. "Und ich glaube daran, dass wir am Ende des Jahres einige Entwickler sehen werden, die uns mitteilen, dass sie mehr als 1 Millionen Dollar auf der Ouya verdient haben."

Was eine Konsole zum Überleben und zum Wachsen braucht, sind exklusive Titel, die Spieler anlocken, damit sie sich die Konsole kaufen und somit wiederum neue Entwickler anlocken. Um sicherzugehen, dass es auch weiterhin exklusive Spiele auf der Ouya geben wird, hat Ouya, Inc. just erst einen 1-Millionen-Geldtopf ausgelobt, der dazu da ist, Entwicklern auf Kickstarter unter die Arme zu greifen, die ihre Spiele für mindestens sechs Monate exklusiv auf Ouya anbieten.

Leider weigert sich Ouya, Inc., genaue Zahlen zu den verkauften Konsolen preiszugeben. Viel wichtiger sagt Uhrman, sei der Spaß, den die Ouya-Besitzer mit der Konsole hätten.