Dass sich Hewlett-Packard von seinem PC- und Notebook-Geschäft aufgrund mangelnder Profitabilität trennen will, wirbelte einigen Staub in der Industrie auf. Im Gegensatz zum Ende der Smartphone- und Tablet-Sparte, ist das genaue Schicksal von HPs PC-Geschäft noch unklar.

Spekulationen über einen Kauf gibt es ebenso, wie die Ausgründung der Bereichs als rechtlich eigenständige Firma. Immerhin ist HP seit der Compaq-Übernahme meist unangefochtener Marktführer sowohl bei PCs als auch bei Notebooks. Spekulationen bringen jetzt sowohl Samsung, als auch den chinesischen Hersteller Lenovo mit einem möglichen Kauf der Sparte in Verbindung.

Im Falle von Samsung verweist der taiwanische Branchendienst Digitimes, der üblicherweise gute Verbindungen zu den lokalen Auftragsfertigern hat, auf angebliche Verhandlungen von Samsung mit diversen OEM-Herstellern über die Auslagerung von Notebook-Bestellungen.

Die drei Hersteller Quanta Computer, Compal Electronics und Pegatron Technology produzieren bereits teilweise für HP, während Samsung ausschließlich in eigenen Fabriken in China produzieren lässt. Während Samsung bisher rund zehn Millionen Einheiten im Jahr herstellt, belaufen sich die Bestellungen bei HP im Jahr 2011 auf circa 40 Millionen. Alleine Quanta wird davon zwanzig Millionen herstellen.

Die befragten Auftragsfertiger weisen daraufhin, dass Samsung diese Menge nicht alleine produzieren könne und rechnen deswegen auch nicht mit einer größeren Änderung bei den beauftragten Mengen für 2012, da die Bestellungen für das kommende Jahr von HP auch schon zugesichert sind. Jedoch müsste Samsung, sollten sie das Geschäft tatsächlich übernehmen, diese Kapazitäten entsprechend sichern und soll sich deswegen im August bereits mit den drei Herstellern getroffen haben.

Unterdessen berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg über das Interesse von Lenovo an HPs PC-Geschäft und beruft sich dabei auf diverse Analysten. Lenovo hatte sich bereits die entsprechende Sparte von IBM gesichert und in diesem Jahr auch die Mehrheit an Medion übernommen.

Wie Samsung auch, würde man sich damit zum unangefochtenem Marktführer entwickeln. Bisher äußerte sich aber keiner der beiden Hersteller zu den Gerüchten und trotz der radikalen Kehrtwende hat auch HP keine Not das Geschäft loszuwerden, weshalb die Entscheidung über das weitere Schicksal eventuell noch eine Weile warten muss.