Der Media-Saturn Konzern startete gestern über seine Tochterfirma 24-7 Entertainment GmbH den Streamingdienst namens Juke. Für 9,99 Euro pro Monat soll sich unbegrenzt Musik aus dem dreizehn Millionen Titel umfassenden Katalog anhören lassen. Die Benutzung ist dabei vor allem als Stream konzipiert, zur Offline-Nutzung sollen sich Musikstücke aber auch herunterladen lassen.

Die Nutzung wird über den Browser in einem Flash-Player, über Apps für Android und iOS möglich sein oder über die Sonos Netzwerkplayer. Andere Geräte und Software sind durch das eingesetzte DRM von der Nutzung ausgeschlossen. Grundsätzlich vermarktet sich Juke als "Cloud-basierter Streamingservice", bei dem man seine Zeit nicht mehr mit Downloads "vergeuden" müsse, wirbt aber andererseits mit einer Verfügbarkeit "seiner Musik" immer und überall.

Deswegen wird es möglich sein, eigene Playlisten anzulegen und zumindest in den Smartphone-Anwendungen herunterzuladen. Theoretisch besteht dafür keine Begrenzung neben dem Speicherplatz. In diesem Fall werden die älteren Titel wieder gelöscht. Dabei ist die Musik selbstverständlich nur gemietet und nach Kündigung des sich selbst verlängerenden monatlichen Abos nicht mehr nutzbar.

Als Audicodec kommt unter anderem Dolby Pulse zum Einsatz. Jedoch ist unklar, ob bei allen Titeln und in allen Qualitätsstufen. Dabei ist Dolby Pulse auch nur eine Umsetzung von AAC mit High Efficiency (HE) Profil, welches für niedrige Bitraten optimiert ist. Der eigentliche Unterschied der von Dolby lizenzierten Implementierung ist dabei die dem Anbieter zur Verfügung gestellte Codierungssoftware, die angeblich automatisch für optimale Ergebnisse sorgt. Juke setzt Dolby Pulse in Europa angeblich exklusiv ein, jedoch muss man bei genauerer Betrachtung sagen, dass es kein eigenes Format ist, sondern weitgehend dem AAC-Standard entspricht.

Das Streaming-Angebot lässt sich für 14 Tage kostenlos testen. Danach werden 9,99 Euro pro Monat fällig. Bezahlen lässt sich das Angebot derzeit nur über Kreditkarte oder eine Saturn Gutschein-Karte. Die Integration in das Angebot von Saturn ist derzeit noch in Planung. Ingesamt gibt es dreizehn Millionen Titel von 80.000 Labels, darunter allen Majorlabeln.

Der Dienst ist momentan nur in Deutschland verfügbar. Der einzige nennenswerte Konkurrent auf diesem Gebiet ist Napster, das ein etwas größeres Musikangebot bewirbt und verschiedene Abstufungen für Abos bereitstellt. Die vergleichbare Flatrate zum Download von Musikdateien kostet dabei etwa drei Euro mehr im Monat.