Autor: Andreas Nolde

Mit der Zeit sammeln sich immer mehr MP3s, Videos und Bilder auf diversen Speichermedien. Aber damit sind sie nicht immer da, wo man sie eigentlich gerne hätte: auf der Stereoanlage und dem Fernseher im Wohnzimmer. Wir zeigen euch, wie eure multimedialen Daten dahin kommen, wo sie hingehören.

Multimedia-Festplatten - Schluss mit dem Medien-Chaos: Wir haben Festplatten für den Fernseher getestet

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Viererpack im Test: Multimedia-Festplatten sorgen für Ordnung.
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Clevere Sammelboxen

Hier ein paar MP3s auf der Festplatte, auf der Speicherkarte die Fotos und auf dem Notebook gibt es noch ein paar Videos - also das reinste Chaos. Nie hat man seine Daten dort, wo man sie braucht. Multimedia-Festplatten lösen dieses Problem elegant: Sie bieten nicht nur jede Menge Speicherplatz, sondern können die Daten auch gleich noch wiedergeben.

Unsere Testexemplare geben Mediendateien wie Filme, Fotos und Musik direkt auf einem TV-Gerät oder einer Stereoanlage aus. Im Test treten zwei günstigere gegen zwei teure Platten an. Dabei gibt es nicht nur beim Preis der Geräte große Unterschiede. Auch bei Funktionalität und Ausstattung sind die Differenzen recht deutlich.

Getestet haben wir die folgenden Modelle:
*Pearl Auvisio 3,5" Mediabox für 170 Euro mit 250 GByte (für etwa 100 Euro auch ohne Festplatte erhältlich)
*Trekstor MovieStation maxi t.u mit 500 GByte für etwa 180 Euro
*DVico TViX HD M-5000 mit 300 GByte für etwa 300 Euro
*Freecom Network Media Player 350 WLAN für etwa 340 Euro.

Ausstattung und Schnittstellen: Von Mau bis Wow

Die Festplatten im Test kosten zwischen 170 und 340 Euro. Eigentlich logisch, dass es da Unterschiede geben muss. Ob diese aber so gravierend sind und ob teuer wirklich besser ist, haben wir untersucht.

Die Verarbeitung der Platten ist im Allgemeinen in Ordnung. Das Pearl-Gehäuse wirkt im Vergleich aber etwas billig. Der Einbau der Festplatte in das Leergehäuse für 100 Euro ist einfach. Der Hersteller hätte ein wenig mehr Platz spendieren können. So müsst ihr ganz schön drücken und schieben, bis die Platte drin ist. Gut: Pearl liefert den Schraubendreher und alle notwendigen Schrauben mit.

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DVico-Festplatte: Hat die meisten Anschlüsse.
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So findet ihr Anschluss

Hier gibt es massiven Unterschied zwischen den günstigen und den teuren Modellen. Die Pearl-Platte bietet einen AV-Ein- und einen AV-Ausgang sowie die Verbindung zu einem PC per USB. Der AV-Eingang wie der Ausgang werden per Adapterkabel in Bild und Ton aufgeteilt, so dass ein Stereoton und ein normales Bildsignal übertragen werden können. Die Trekstor-Platte bietet zwar keinen Eingang, dafür aber zusätzlich einen Komponenten-Ausgang fürs Bild und einen optischen Ausgang für digitalen Ton. Die beiden teureren Modelle können da mit ganz anderen Kalibern aufwarten: Zusätzlich zu den Anschlüssen günstiger Platten kommen ein DVI-Ausgang, koaxialer Tonausgang, USB-Host-Schnittstelle, Netzwerkanschluss und S-Video hinzu. Nur einen AV-Eingang gibt es ausschließlich bei Pearl.

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Pearl-Platte: Über den Eingang können Filme aufgenommen werden.
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Viele Extra-Funktionen

Die Pearl-Platte bietet einen Speicherkartenslot für CompactFlash- und SD-Speicherkarten. Außerdem gibt sie die Möglichkeit, ein Signal, das über den AV-Eingang eingespielt wird, in MPEG4 aufzuzeichnen. Das heißt, ihr könnt von einem Satellitenreceiver oder einem DVB-T-Tuner programmiert das Fernsehprogramm aufnehmen. Von DVB-T kann auch die DVico-Platte aufnehmen. Allerdings erhaltet ihr für etwa 120 Euro den optionalen Empfänger TVIX Tuner T530, der unter die Platte montiert wird und von dem diese dann in bester Qualität aufzeichnen kann. Dabei unterstützt der Tuner das in Deutschland bisher noch nicht ausgestrahlte hochauflösende DVB-T mit 1.080 Zeilen (1.080i). Außerdem empfängt die Platte per Netzwerkanschluss auch noch Mediendaten von eurem PC oder anderen Netzwerklaufwerken und kann diese abspielen. Das kann die Freecom-Festplatte auch und zwar sowohl per Kabel als auch per Funk. Sie ist neben ihrer Funktion am TV eine vollwertige Netzwerkfestplatte (NAS).

Fazit

In den Punkten Ausstattung und Verarbeitung haben die teuren Platten die Nase weit vorne. Allerdings solltet ihr vor dem Kauf überlegen, ob ihr deren Funktionsvielfalt überhaupt benötigt oder ob eine einfache und günstige Festplatte ausreicht.

Fernbedienung, Menüs und Tasten: Wie Feuer und Wasser
Nachdem ihr die Daten am PC auf die Festplatte überspielt haben, was je nach Datenmenge schon einmal ein, zwei Stunden dauern kann, kommt nun der Moment der Wahrheit: Lässt sich die Platte gut bedienen oder ist erst ein Ingenieurstudium notwendig?

Zunächst müsst ihr die Festplatte an das TV-Gerät anschließen. Das solltet ihr auf jeden Fall zunächst analog tun. Die Freecom-Platte gibt in der Standardeinstellung nämlich kein Bild per DVI aus, so dass der Fernseher schwarz bleiben würde.

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Trekstor MovieStation: Sehr langsame Menüs.
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Menüs: Von lahm bis aufgeräumt

Die Einstellung der Festplatten erfolgt per On-Screen-Menü. Die Menüs von Pearl und Trekstor sind dabei recht unübersichtlich, sie benötigen viele Klicks, um zum Ziel zu gelangen. Dazu kommt bei der Platte von Pearl eine miserable Übersetzung der Menüs: Teilweise sind die Begriffe völlig unverständlich und ihr müsst mehr durch Raten als durch Wissen die Platte einstellen. Das Trekstor-Menü hat ein ganz anderes Problem: Es ist sehr träge. Ihr müsst teilweise sehr lange warten, bis ein Befehl umgesetzt oder ein Ordner geöffnet wird. Grafisch sind beide Menüs sehr lieblos und bei Pearl auch noch viel zu bunt. Besser sind die Menüs von Freecom und DVico. Sie sind gut übersetzt, übersichtlich aufgebaut und reagieren schnell auf Befehle der Fernbedienung. Am besten gefallen hat uns im Endeffekt das Menü der DVico-Platte: Es ist äußerst ausführlich und erlaubt die sehr genau Einstellung der Platte in wenigen Schritten. Außerdem könnt ihr viele Infos auf dem Display der Platte ablesen und euch den Blick auf den Bildschirm sparen.

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Die Fernbedienungen: Unterschiedlicher geht es fast nicht.
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Fernbedienung: massive Unterschiede
Die Fernbedienungen (FBs) der einzelnen Platten unterstreichen im Endeffekt den Eindruck, den die Menüs bereits aufgebaut hatten: Die Fernbedienung der DVico-Platte ist groß, übersichtlich und hat mit Abstand die meisten Tasten, ohne dabei überladen zu wirken. Auf Platz zwei bei den FBs kommt die von Trekstor. Auch sie ist groß und liegt gut in der Hand. Sie ist allerdings nicht so umfangreich ausgestattet. Auf Platz drei kommt Freecom: Die FB ist klein und flach, die Knöpfe aber im Verhältnis sehr groß. Als Schlusslicht kommt die FB von Pearl: Sie ist sehr klein, die Knöpfe eng beieinander. Dazu kommt noch, dass die Fernbedienung von Pearl, im Gegensatz zu den anderen, einen sehr schlechten Aktionsradius hat. Wenn ihr nicht ziemlich genau auf den Infrarotempfänger an der Festplatte zielt, passiert gar nichts.

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Auvisio 3,5" Mediabox: Muss mit der FB bedient werden.
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Die Pearl-Platte lässt sich ohne FB am TV-Gerät gar nicht bedienen. Es gibt keinerlei Knöpfe am Gerät selbst. Anders ist das bei den drei Konkurrenten. Hier findet ihr alle Knöpfe, um die Platte auch ohne die FB zu bedienen. Bei Trekstor und DVico könnt ihr sogar die Grundeinstellungen direkt an der Platte ändern.

Fazit
Im Punkto Bedienung und Einstellung hat die Platte von DVico den mit Abstand besten Eindruck gemacht. Alles scheint hier gut durchdacht und auch für den unerfahrenen Benutzer leicht machbar. Verlierer in dieser Kategorie sind die Platten von Pearl und Trekstor. Vor allem die Schwerfälligkeit in der Bedienung der Trekstor-Platte und die schlechte Fernbedienung von Pearl werden im alltäglichen Gebrauch sicherlich sehr stören.

Bild, Ton und Formate: Alles, was raus kommt

Nach dem Einrichten kommt nun die eigentliche Nutzung der Platten. Wir haben uns angesehen, was wie abgespielt wird und ob es Probleme mit der Hitzeentwicklung oder der Lautstärke der Platten gibt.

Eines vorneweg: Keine der Platte ist laut. Nicht einmal der Lüfter der DVico ist im Betrieb zu hören. Somit gibt es in dieser Kategorie keinen Sieger und keinen Verlierer. Aber in den anderen Test kamen doch einige Unterschiede zu Tage.

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DVico TViX HD M-5000: Trotz Lüfter leise.
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Gute Ton- und Bildqualität

Die Tonqualität der Multimediaplatten ist annähernd identisch. Natürlich ist es von Vorteil, wenn ihr den Ton digital abnehmen könnt. Diese Möglichkeit bieten alle Modelle bis auf die Pearl-Platte. Beim Bild sieht es ähnlich aus: Analog auf das TV-Gerät übertragen, sind die Unterschiede zwischen den Platten minimal. Wenn ihr aber digital per DVI übertragt oder per Komponenten-Anschluss das Bild hochskaliert, erhaltet ihr deutlich bessere Ergebnisse. Auch hier hat die Festplatte von Pearl das Nachsehen, da sie weder über einen Komponenten- noch über einen DVI-Ausgang verfügt. Die Platten von DVico und Freecom schneiden am besten ab. Sie zeigen per DVI-Schnittstelle Filme mit bis zu 1.080 Zeilen im Vollbildverfahren (1.080p), sofern euer TV das zulässt.

Keine Heizung
Nicht nur die Lautstärke der Festplatte ist erstaunlich gering, auch die Temperatur der Gehäuse bleibt recht niedrig. Beim Abspielen von Filmen und Musik registrierten wir quasi keine Wärmeentwicklung. Bei der Übertragung von größeren Datenmengen (20 GByte) vom PC auf die Platte wurde aber das Modell von Pearl recht warm.

Fazit

Auch hier sind die teureren Platten aufgrund ihrer digitalen Ausgänge die besseren. Nur wenn euer TV-Gerät keinen digitalen Eingang hat, solltet ihr vielleicht eher zu den günstigen Modellen greifen.

Fazit: Mehrausgabe lohnt sich
So unterschiedlich wie die Preise sind auch die Qualität und die Ausstattung der vier Multimedia-Festplatten. Die Teuren bieten nicht nur mehr Funktionen, sie warten auch mit dem besseren Bedienkonzept auf.

Das "Mehr" geht schon bei den Schnittstellen los. Die günstigen Platten haben deutlich weniger Anschlussmöglichkeiten, Pearl beschränkt sich gar nur auf analoge Schnittstellen. Am besten ausgestattet ist die Platte von DVico für etwa 300 Euro.

Auch bei der Bedienung und den Menüs hat die DVico-Platte die Nase vorne, dicht gefolgt von der Freecom-Festplatte, die auch als Netzwerkplatte genutzt werden kann.

Letztlich bleiben noch die Qualität von Ton und Bild. Hier punkten ebenfalls die Platten von Freecom und DVico mit ihren digitalen Ausgängen und der Möglichkeit das Bild hochzuskalieren.

Schließlich stellt sich die Frage, ob man alle Features braucht, die die Platten anbieten. Wenn die Platte von Trekstor ein wenig schneller wäre und sich besser bedienen lassen würde, wäre sie sicherlich für die meisten Nutzer vollkommen ausreichend. Von der Pearl-Platte würden wir eher die Finger lassen. So bleibt insgesamt die Multimediaplatte von DVico unsere Empfehlung.