Ein Leben ohne Internet. Das können und wollen sich viele Anwender kaum mehr vorstellen. Schließlich ist das Web längst nicht mehr Einweg-Informationsquelle, sondern Mitmach-Paradies, sozialer- und kultureller Treffpunkt. Deutschlands beliebtestes Fenster zum Web ist der Firefox. Dank zahlreicher Plug-ins, flottem Seitenaufbau und hilfreicher Funktionen avancierte er zum favorisierten Online-Programm.

Mobile Internet-Hardware wie Handys und Netbooks, der Umgang mit ständig neuen Online-Diensten und Anwendungen, sowie räumlich unabhängige Zusammenarbeit stellen neue Anforderungen an den Browser der Zukunft. Wir zeigen, wie Mozilla diese Herausforderungen meistern will.

Firefox 3.6: Das bringt die nächste Version

Leistung und Stabilität sind wichtige Ziele für den Firefox 3.6, der 2010 fertig sein soll. Ebenso wichtig sind mehr Funktionen für die Adresszeile, Personalisierung des Browsers und Desktop-Integration von Online-Anwendungen.

Das TaskFox-Projekt ermöglicht es dem Anwender, mehr und mehr Aufgaben direkt in der Adresszeile zu erledigen. Anstatt umständlich auf eine andere Webseite zu wechseln, erhaltet ihr umfangreiche Ergebnisse aus Suchmaschinen und Wissensdatenbanken direkt beim Tippen.

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TaskFox: Videos, Kartendienste, Shops & mehr - direkt in der Adresszeile.
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In einer frühen Testversion unterstützt TaskFox etwa Google- und Yahoo-Suchen, angelt Bilder aus dem Web, übersetzt Webseiten, beobachtet Angebote bei Amazon und Ebay oder spielt Multimedia-Inhalte direkt in der Adresszeile. Das clevere Taskfox-Fenster könnt ihr per Mausklick sogar abdocken und als separates Browserfenster nutzen.

Personas: Individueller Look

Die schon jetzt verfügbare Firefox-Erweiterung Personas soll ebenfalls fester Bestandteil von Firefox 3.6 werden. Das Ziel: Jeder Anwender soll sich mit wenigen Mausklicks seinen Browser individuell gestalten können. Damit setzt Mozilla die Idee des beliebten "Desktop-Moddings" für seinen Webbrowser um.

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Personas: Neue Optik mit wenigen Klicks.
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Nach der Installation wählt der Anwender über das Personas-Icon (unten links in der Statuszeile) oder über das Menü sein favorisiertes Theme aus. Im Firefox-Menü zeigt der Browser sogar zunächst eine nette Vorschau. Per Konfigrationsdialog gestaltet ihr auf Wunsch auch eigene Ansichten. Für die Umsetzung mit Firefox 3.6 will Mozilla die Integration in den Browser noch überarbeiten.

Download: Personas (Firefox-Erweiterung)

Prism: Der Weg zum Webtop

Mit der Firefox-Erweiterung Prism (ehemals Webrunner) verschwimmen die Grenzen zwischen Online- und Offline-Welt.

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Prism: Per Desktopverknüpfung zur Web-Anwendung
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Ein Klick ins Firefox-Menü genügt und ihr erstellt Desktop-, Startmenü-, Schnellstart- oder System-Tray-Symbol für eine Web-Anwendung.
Über die Verknüpfung erreicht ihr anschließend direkt eure Web-Anwendung; in einem Browser-Fenster, das euren Vorgaben entspricht. Mit einem Haken markiert ihr, ob Prism Navigations-, Status-Leiste und Navigations-Buttons ein- oder ausblenden soll.

Download: Prism (Firefox-Erweiterung)

Weave: Daten in Balance

Ihr benutzt einen Computer - klar. Eventuell einen bei der Arbeit und sicherlich einen zu Hause. Natürlich habt ihr auch ein Handy und vielleicht sogar ein Note- oder Netbook. Wäre es nicht praktisch, im Browser der unterschiedlichen Geräte immer auf dieselben Daten wie Lesezeichen und Verlauf zuzugreifen?

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Weave: Sicherer Datenabgleich zwischen verschiedenen Browsern.
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Genau hier springt die Erweiterung Weave ein. Nach einer Anmeldung beim Weave-Dienst könnt ihr die Daten beliebiger Firefox-Browser automatisch synchronisieren. Weave versteht sich dabei nicht nur auf simple Lesezeichen: Die Firefox-Schnittstelle soll Passwörter, zuletzt geöffnete Tabs, Einstellungen und sogar die Optik der Browser synchron halten. Egal wo ihr seid, ihr surft einfach an der letzten Position weiter. Per Verschlüsselung will Mozilla für eine sichere Übermittlung sensibler Daten sorgen.

Download: Weave (Firefox-Erweiterung)

Neue Optik: Firefox 4.0 macht Oberflächen-Diät

Das Firefox Visual Design Teams stellt mit einigen Entwürfen die optische Zukunft des Mozilla-Browsers vor. Kommende Firefox-Versionen sollen sich bald deutlich besser in die Optik von Windows 7 und Vista einpassen.

Wie die Design-Entwürfe zeigen, will Mozilla offenbar auf die transparente Optik der Windows-Aero-Oberfläche setzen. Angelehnt an Windows 7/Vista verschwindet zudem beim Browser die ständige Anzeige der Menüleiste. Dafür erhält der Browser mit Page- und Tools-Button zwei neue Schaltflächen, die Zugriff auf Lesezeichen und wichtige Funktionen ermöglichen.

Firefox 4.0: Oberfläche auf Diät

Die bessere Anpassung an die Windows-Aero-Oberfläche bleibt im Firefox 4.0 erhalten. Auf dem Weg von Firefox 3.7 hin zur Version 4 wollen die Entwickler die Oberfläche aber noch deutlich schlanker gestalten.

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Firefox 3.7 Design-Entwurf: Neue Optik für Windows 7, Vista und XP.
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Hierfür soll etwa ein kombinierter Reload/Stop/Go-Button sorgen, der in der Adresszeile des Browser Platz findet. Adress- und Suchleiste wollen die Entwickler ebenfalls zusammenlegen. Geöffnete Tabs wandern wie bei Googles Chrome-Browser an den oberen Fensterrand und ersetzen den bisherigen Fenstertitel. Auf Status- und Lesezeichen-Symbolleiste wollen die Entwickler im Standardlayout bald ganz verzichten. Die wichtigsten Browserfunktionen erreichen Anwender über wenige neue Schaltflächen.

Future-Fox: Neue Ansätze für ein neues Internet

Der Webbrowser wird universelles Verbindungswerkzeug und vereint klassische Aufgaben von Betriebssystem und Kommunikation. Wichtige Ziele: Natürliche Zusammenarbeit, realitätsnahe Organisation von Daten und Formulierung von Aufgaben in natürlicher Sprache.

Das Aurora-Konzept von Adaptive Path für die Mozilla Cocept Series zeigt, wie wir in Zukunft mit dem Internet agieren. Unter Windows muss der User grob wissen, welche Software welche Aufgaben erledigt. Die Organisation von persönlichen Daten erfordert Kenntnisse des Betriebssystems. Die gemeinsame Arbeit auf einem Desktop verlangt sogar fortgeschrittenes Computerwissen.

Bei Aurora tritt die Software völlig in den Hintergrund. Statt mit Fenstern und deren Bedienung braucht sich der Nutzer bald nur noch mit Inhalten beschäftigen. Dabei soll die Kontaktaufnahme zu anderen Menschen und die Zusammenarbeit auf einem Desktop wirklich einfach werden. Dateien verstecken sich nicht länger in der starren Ordner-Struktur des Betriebssystems (Musik, Filme, Videos, Dokumente). Die Software wird intelligent genug, um Daten eigenständig nach Inhalten und Meta-Kriterien zu sortieren. Wie so eine Zukunft aussehen kann, zeigt das Aurora-Video.

Der Browser versteht mich & Add-ons ohne Neustart

Das Ubiquity-Projekt geht einen Schritt weiter als die für Firefox 3.6 geplante Erweiterung TaskFox. Aber auch noch zahlreiche weitere spannende Funktionen soll der Future-Firefox bringen.

Wie bei TaskFox geht es dem Projekt auch darum, dem Anwender einfache Schnittstellen (MashUps) zu Online-Inhalten wie Suchmaschinen, Datenbanken, Anwendungen und Diensten zu bieten, ohne die gerade betrachtete Webseite verlassen zu müssen.

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Ubiquity: Browser-Aufgaben in natürlicher Sprache.
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Bei Taskfox bleibt die Bedienung aber vorerst technisch. Der Anwender muss ein Schlüsselwort wie "Google", "Map" oder "Video" eintippen und anschließend weitere Suchbegriffe übergeben. Ubiquity will dem Browser unsere natürliche Sprache beibringen. Die Bearbeitung der Anweisung "Zeige mir den kürzesten Weg von München nach Venedig und reserviere einen Mietwagen für morgen 8:00 Uhr bei EasyRent" soll dem Firefox künftig keine Probleme bereiten.

Download: Ubiquity (Firefox-Erweiterung)

Jetpack: Add-ons ohne Neustart

Mit der Erweiterung Jetpack will Mozilla das bisherige Konzept der Firefox-Extensions revolutionieren.

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Jetpack: Wikipedia-Infos zu markiertem Text in der neuen Slidebar.
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Die wesentlichen Vorteile: Mit Jetpack schreiben Webentwickler neue Erweiterungen mit klassischen Webtechnologien wie HTML, CSS und JavaScript. Fertige Codeschnipsel müssen anschließend nur noch auf einem Server zur Verfügung gestellt werden. Ein Neustart des Browsers ist für die Installation einer Erweiterung nicht mehr notwendig.

Obwohl das Jetpack-Projekt noch recht jung ist, stehen schon einige interessante Demos zur Installation bereit. So können Anwender etwa Videos oder Wikipedia-Informationen zu einer markierten Textpassage bequem in der neuen Slidebar anzeigen. Darüber hinaus gibt es E-Mail-Benachrichtigungen für die Statuszeile oder eine bequeme Ansicht zur Verwaltung geöffneter Tabs.

Neue Ansätze für alte Probleme

Der Mozilla Concept Series Beitrag von Li-Yan Chang nimmt sich zwei aktuellen Problemen von Anwendern an. Bislang merkt sich der Firefox besuchte Webseiten nur anhand des Datums.

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Chronik: Organisation nach Zeit und Tabs.
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Mit Hilfe der Suchfunktion könnt ihr dadurch zwar feststellen, wann ihr eine Seite zuletzt besucht habt. Die Information wie ihr auf diese Seite gekommen seid geht dem Browser bislang aber verloren. Daher will Chang geöffnete Seiten und Tabs in einen chronologischen Zusammenhang bringen. Dadurch könnt ihr euren tatsächlichen Weg durchs Internet genau verfolgen und Sitzungen zu einem früheren Zeitpunkt mit sämtlichen Tabs exakt wieder herstellen.

Changs zweite Idee ist das SplitScreen-Browsing. Dank fallender Preise besitzen immer mehr Anwender Breitbild-Monitore. Die meisten Webseiten sind aber weiterhin für Auflösungen von 1.024x768 oder sogar nur 800x600 Pixel optimiert. Bei Widescreen-Monitoren lassen sich zwei geöffnete Tabs dann bequem nebeneinander darstellen. Durch Verschieben eines Tabs an den Browserrand, soll der Firefox künftig Fenster nebeneinander anordnen.

Weitere Projekte: Fennec, Snowl und Bespin

Mit weiteren Projekten will Mozilla für einen mobilen Firefox, einfachere Online-Kommunikation und gemeinsame Code-Entwicklung sorgen.

Das Projekt Fennec soll den Firefox-Browser fit für mobile Geräte wie Handys machen. Schon jetzt erhältliche Testversionen für Windows Mobile und Linux zeigen, wie weit das Projekt fortgeschritten ist.

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Fennec: Erste Testversionen zeigen den Stand des Projekts. (Bild: Wikipedia
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Im Unterschied zum Standard-Firefox bietet Fennec eine für mobile Geräte angepasste Oberfläche. Außerdem versteht sich Fennec auf Bedienung mit Touchscreen-Oberflächen. Insgesamt will der mobile Firefox damit den Ansichtsbereich für Webseiten maximieren. Bedienelemente blendet der Browser per Fingerzeig am linken oder rechten Rand des Displays ein.

Download: Fennec (Alpha, Windows Mobile)

Snowl: Web-Kommunikation

Das Internet verbindet uns mit der Welt. Allerdings ist es gar nicht so einfach, die zahlreichen Kommunikationsmöglichkeiten wie E-Mail, Newsletter, RSS-Feeds, Twitter-Nachrichten & Co immer im Blick zu behalten.

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Snowl: Kümmert sich um Ihre Online-Kommunikation.
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In der Regel muss der Anwender mehrere Webseiten regelmäßig abfragen oder ein ganzes Arsenal unterschiedlicher Programme einsetzen. Die experimentelle Firefox-Erweiterung Snowl will Ordnung ins Kommunikationschaos bringen. Egal woher eine Nachricht stammt, Snowl behält sämtliche Online-Diskussionen im Blick und bietet eine einfache Schnittstelle, um sich im Web bemerkbar zu machen. In der aktuellen Testphase unterstützt Snowl RSS-Feeds und den Twitter Kurznachrichten-Dienst.

Bespin: Gemeinsam entwickeln

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Bespin: Online-Entwicklungsumgebung für Programmierer.
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Mit Bespin stellt Mozilla Entwicklern eine Online-Umgebung zur Verfügung, um Code gemeinsam zu bearbeiten und zu testen. Der Editor unterstützt das von Offline-Kollegen bekannte Syntax-Highlighting (HTML, JavaScript, CSS), Scroll-Leisten, Undo-Puffer und eine Web-Vorschau. Da Bespin selbst ein Web-Projekt ist, können Programmierer ihre Entwicklungsumgebung nahezu beliebig an eigene Bedürfnisse anpassen. Entwickler können dank Bespin völlig unabhängig vom Standort miteinander zusammenarbeiten.