Microsoft untersucht jetzt Vorwürfe, denen zu Folge der Softwaregigant in China ausbeuterische Bedingungen an den Arbeitskräften zulässt.

The National Labor Committee klagt in einem 28-seitigen Bericht die Arbeitsbedingungen in einer Fabrik des taiwanischen Microsoft-Partners KYE an, in der unter anderen Microsoft-Produkte hergestellt werden.

Nach diesem Bericht müssen teils minderjährige Angestellte bis zu 15 Stunden am Tag arbeiten, bei einem Lohn von gerade mal umgerechnet 65 Cent die Stunde. "Wir sind wie Gefangene.... Wir haben kein leben, nur Arbeit!", sagte einer der Arbeiter gegnüber der NLC.

Während der Arbeit zu reden, zu telefonieren oder Musik zu hören ist streng verboten. Um einen Schluck trinken zu dürfen oder die Toilette aufzusuchen ist eine besondere Erlaubnis von Nöten. Laut dem Bericht vermehren sich sogar sexuelle Belästigungen von Sicherheitskräften gegenüber minderjährigen Mitarbeiterinnen.

Microsoft selbst nimmt die Vorwürfe alles andere als Leicht: Laut Brian Tobey, Corporate Vice President - Manufacturing and Operations bei Microsoft, hat der Konzern nun ein Team unabhängiger Prüfer zu dem Produktionspartner geschickt, um sich direkt vor Ort ein Bild zu den Vorwürfen zu machen.

"Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, werden wir unmittelbar Konsequenzen ziehen!", so Tobey über den offiziellen Microsoft-Blog.

Die Firma KYE selbst sieht sich in einem ganz anderen Licht! Dort spricht man von "humanen Bedingungen". Auf der offiziellen Homepage heisst es: "Wir halten die Gesetze vollständig ein (...) um sicherzustellen, dass Arbeiter mit Achtung und Würde behandelt werden!"