In einem Interview mit Fortune teilte Microsofts scheidender CEO Steve Ballmer mit, dass die Xbox seine Entscheidung war und in seine Verantwortlichkeit fiel.

Microsoft - Steve Ballmer: Die Xbox war meine Entscheidung

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Trug maßgeblich zu Microsofts Einstieg in das Konsolengeschäft bei
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Als Bill Gates den studierten Mathematiker 1980 von Procter & Gamble abwarb, stellte er ihn als den "Mann fürs Geschäft" ein, so Ballmer. Unter seiner Ägide entwickelte sich das junge Unternehmen zu einem Multimilliardenkonzern. Laut Microsofts Cloud and Server Business Executive Vice President Satya Nadella ist Ballmers bekanntestes Zitat: "Wenn du mit mir verhandelst, verhandelst du im Detail."

So ist Ballmer dafür bekannt, bei Geschäftsmodellen oft einen vollständig und bis in die kleinsten Details ausgearbeiteten Plan zu verlangen ehe er sein Einverständis gibt.

Nun teilte Ballmer in einem Interview mit Fotune mit, dass er auch für die Xbox und damit für Microsofts Einstieg ins Konsolengeschäft verantwortlich war. Bill Gates sei zwar bereits Feuer und Flamme gewesen, doch es lag in seiner Entscheidung, ob er das Produkt Xbox als lukratives Geschäft für Microsoft sah

"Das war meine Entscheidung, meine Zuständigkeit", so Ballmer. "Ich glaube an Verantwortlichkeit. Ich bin dabei. Ich bin verantwortlich. Ich werde es zum Laufen bringen - nicht, dass ich es hätte müssen - aber wir hatten einige Hindernisse auf dem Weg. Und es war wichtig, dass ich verantwortlich bliebe, ruhig bleibe, und voll hinter der Entscheidung stehe, die wir trafen."

Auch Robert J. Bach, der ehemalige Head of Xbox und Head of Entertainment and Devices von Microsoft erinnert sich, mit welchem Eifer Ballmer bei der Sache war. Ballmer habe sechs Monate damit verbracht, eine eingehende Business-Studie durchzuführen, um herauszufinden, ob tatsächlich eine reele Chance für die Xbox und Microsoft bestand, bevor er sein "Go" gab.

"Er war bereit, seinen Fuß auf Neuland zu setzen, wo sich Microsoft noch nie zuvor befand, sich ein Geschäftsmodell anzusehen und zu sagen, 'Das ist etwas, das wir versuchen müssen.'"

Selbst als sich die erste Xbox als Verlustgeschäft für Microsoft herausstellte und selbst als Microsoft aufgrund des Red Ring of Death der Xbox 360 viel Kritik einheimste, stand Ballmer wie ein Fels in der Brandung und deckte seinem Team den Rücken.

"Es ist leicht, den Milliarden hinterherzutrauern, die für die Xbox ausgegeben wurden", so Charles Fitzgerald, ehemaliger Stratege bei Microsoft. "Aber wenn man es als Absicherung gegen die Unterminierung des Windows PCs durch Sony und andere Spielekonsolen betrachtet, sind es Peanuts im Vergleich zu den Abermilliarden, die Windows in der Zeit eingenommen hat."

Diese wichtige Rolle, die Ballmer in der Enstehungsgeschichte und im Verlauf der Xbox gespielt hat, wirft natürlich auch ein neues Licht auf die kürzlichen Geschehnisse rund um seinen Rücktritt. Es heißt, dass die Investorengruppe ValueAct hinter seinem Rücktritt stecke. Und diese Investorengruppe ist es auch, die einen Verkauf der Xbox-Division erwägt. Diese Ansicht teilt auch der potentielle Ballmer-Nachfolger Stephen Elop. Alles Zufall?