Schenkt man einem Bericht des Wall Street Journal Glauben, so gab es vor Kurzem Gespräche zwischen Microsoft und Nokia vor dem Hintergrund einer möglichen Übernahme. Allerdings seien die Verhandlungen abgebrochen worden – der genaue Grund dafür ist bislang nicht bekannt.

Als mögliche Ursachen werden Differenzen bei den Preisverhandlungen, aber auch Microsofts Bedenken hinsichtlich Nokias aktueller Marktsituation angegeben. Vor dem Hintergrund, dass Nokias momentane wirtschaftliche Lage häufig mit der Entscheidung, nur Windows-Phone-Geräte im Premium-Segment anbieten zu wollen, verknüpft wird, wäre letzteres Argument ein wenig kritisch.

Nokia hat bestätigt, dass es Gespräche gegeben hat, ohne aber auf den konkreten Inhalt einzugehen. Diese würden aber ohnehin auf einer regelmäßigen Basis stattfinden, was bei zwei eng miteinander kooperierenden Unternehmen nichts Ungewöhnliches ist. Von Microsoft gab es bislang noch keinen Kommentar.

Die Gerüchte über eine mögliche Übernahme von Nokia durch Microsoft gibt es schon seit der Bekanntgabe der engen Kooperation bei Windows Phone, liegen jetzt aber erst einmal auf Eis. Es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass sich dies kurzfristig auf die Zusammenarbeit der beiden Firmen auswirken wird. Offen ist allerdings, ob Microsoft künftig auch den Windows-Phone-Markt mit Surface-Geräten versorgen wird, wie man es bei Windows RT und Windows 8 tut.

Mit dem Schritt hat Microsoft schon einmal bewiesen, dass man durchaus den Ärger mancher langjähriger Partner akzeptiert, denn viele Hersteller waren nicht begeistert über Microsofts Einstieg in den Markt der Tablet-Hardware. Erst gestern ist bekannt geworden, dass Microsoft bei der nächsten Version des Surface RT vermutlich auf eine Qualcomm-Lösung setzen wird und insgesamt mehrere Varianten seines Tablets anbieten wird.