Bereits 2009 führte die EU ein Kartellverfahren gegen Microsoft und schon damals ging es um die Browser-Wahl nach der Installation des Betriebssystems. Wie die EU-Kommission nun mitteilt, wird erneut ein formelles Kartellverfahren gegen Microsoft wegen unlauterer Geschäftspraktiken eingeleitet.

Offenbar haben die Konkurrenten die Kommission darauf hingewiesen, dass Microsoft nicht mehr eine frei Wahl verschiedener Browser lasse und das schon seit Februar letzten Jahres. Unklar ist, warum die EU-Kommission erst jetzt reagiert.

Nach dem ersten Verfahren ließ Microsoft den damals 28 Millionen Nutzern über ein Auswahlfenster die freie Wahl in Windows XP, Windows Vista und Windows 7, welcher Browser nun installiert werden soll.

Damals sicherte Microsoft zu, den Nutzern diese Auswahl über die nächsten fünf Jahre hinweg zu lassen. Mit dem ersten Service Pack für Windows 7 im Februar 2011 ist dieses Auswahlfenster allerdings verschwunden. Microsoft spricht von einem technischen Fehler.

Joaquín Almunia, Vizepräsident der EU-Kommission: "We take compliance with our decisions very seriously. And I trusted the company's reports were accurate. But it seems that was not the case, so we have immediately taken action. If following our investigation, the infringement is confirmed, Microsoft should expect sanctions."

Für verschiedene Verstöße musste Microsoft bereits des Öfteren Strafe zahlen. 2004 waren es 479 Millionen Euro, 2006 immerhin 280 Millionen Euro und 2008 satte 899 Millionen Euro.