Am 8. April 2014 wird Microsoft den Support für Windows XP fast 13 Jahre nach der Veröffentlichung des Betriebssystems einstellen. Dann wird es für das betagte, aber noch immer weit verbreitete und beliebte Microsoft-Betriebssystem keinerlei Sicherheitsupdates oder andere Unterstützung mehr geben. Da sich vor allem Unternehmen und hart eingesessene Fans nicht von Windows XP trennen wollen und das Upgrade auf eine neue Windows-Generation scheuen, warnte Microsoft jetzt ausdrücklich vor der Nutzung von Windows XP über diesen Stichtag hinaus.

Laut NetMarketshare.com soll es Windows XP noch immer auf einen Marktanteil von knapp über 37 Prozent bringen, wohingegen Windows 7 mit 44,5 Prozent ein nur leicht größeres Kuchenstück für sich beansprucht. Eine Tatsache, der die Redmonder mit Sorge gegenüberstehen –- zumindest aber Tim Rains, Director of Product Management in Microsofts Trustworthy Computing-Group, der für die Sicherheit von Betriebssystemen verantwortlich ist. In einem Blogeintrag warnte er vor drohenden Sicherheitslücken ab dem 8. April 2014 in Windows XP.

Nach Auslauf des Supports sähe er ein gesteigertes Risiko, Opfer von Angriffen zu werden. Angreifer seien aus seiner Sicht im Vorteil gegenüber den Verteidigern bzw. den Nutzern von Windows XP. Sie könnten ab dem Stichtag im April jedes Sicherheitsupdate für die neueren Windows-Generationen dahingehend überprüfen, ob die geschlossene Lücke auch unter Windows XP ausgenutzt werden kann.

Zu bekannten Sicherheitslücken würden so schnell weitere hinzukommen. Ein Grund, weshalb der Softwareriese Updates immer für alle Betriebssysteme gemeinsam ausliefert. Vier Wochen nach dem 8. April 2014 und der Veröffentlichung der neuen Updates für Windows Vista, 7 und 8 sowie dann auch für Windows 8.1 könnte es deswegen verstärkt zu Infizierungen und erfolgreichen Angriffen unter Windows XP kommen.

Zudem seien laut Rains viele der Sicherheitsvorkehrungen in Windows XP nicht mehr zeitgemäß, was die Zahl der Infektionen schon im letzten Jahr unter Windows XP ordentlich anschwellen ließ. Im Vergleich zur Windows Vista, Windows 7 und Windows 8 lag der Anteil aller infizierten Windows-Rechner unter XP bei 11,3 Prozent. Die drei Nachfolge-Generationen kamen je nach verwendeter Architektur (32 oder 64 Bit) auf Maximalwerte von 4,5 bis 4,8 Prozent.

Mit 11,3 Prozent zieht Windows XP den größten Teil aller Neu-Infektionen unter den Windows-Betriebssystemen auf sich.