Laut Nomura Holdings' Analyst Rick Sherlund verdient Microsoft durch seine Android-Lizenzgebühren jährlich 2 Milliarden Dollar, muss aber gleichzeitig jährlich 2 Milliarden Dollar Verluste allein durch die Xbox-Division hinnehmen.

Microsoft - Die Xbox-Division kostet Microsoft jährlich 2 Milliarden Dollar

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Wird sich Microsoft von seiner Xbox-Division trennen?
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Analyst Rick Sherlund ist kein No-Name. Der Ex-Goldman-Sachs-Partner zählte nahezu 20 Jahre lang an der Wall Street zu den Top-Analysten für die Software-Industrie. 2007 verließ er Goldman Sachs und schloss sich 2011 der japanischen Aktiengesellschaft Nomura Holdings an, um dort das Tech-Research-Team anzuführen.

Und Sherlund, ein enger Freund von Bill Gates, teilte nun mit, dass Microsoft allein mit den Android-Lizenzgebühren für Patente jährlich 2 Milliarden Dollar einnimmt. Die Marge liege bei knapp 95 Prozent, was also nahezu 1,9 Milliarden Dollar an Gewinn ergeben dürfte. Damit verdient Microsoft mit Android-Patenten mehr als mit dem hauseigenen Windows Phone. Warum Microsoft mit Android, einem eigentlich kostenlosen Betriebssystem für mobile Geräte, das auf Linux basiert, Geld verdienen kann, liegt daran, dass in dem Betriebssystem auch einige Funktionen zum Einsatz kommen, an denen Microsoft die Rechte hält.

Der Marktanteil von Windows Phone konnte zwar dank Windows Phone 8 um satte 185 Prozent zulegen, liegt aber mit gerade mal 4 Prozent weiterhin im unteren Bereich, während Android als absoluter Platzhirsch knapp 80 Prozent Marktanteil hält. Da sind die 2 Milliarden Dollar an Einnahmen aus der Lizenzvergabe gar nicht mal so abwegig.

Ebenfalls nachvollziehbar sind die Verluste, die Microsoft hinnehmen muss, denn Sherlund meint, dass sich die Investoren durch die 2 Milliarden Dollar an Einnahmen aus der Android-Lizenzvergabe nur allzu leicht von den Verlusten durch die 'Entertainment and Devices'-Sparte ablenken lassen, in der sich neben Windows Phone auch Skype und die Xbox-Division befinden. Die Verluste dieser Sparte sollen sich auf 2,5 Milliarden Dollar belaufen. Und den Großteil davon soll allein die Xbox-Divison verursachen - satte 2 Milliarden Dollar jährlich.

Als Lösung sieht Sherlund nur die Trennung Microsofts von seiner Xbox-Division. Das ist etwas, das anscheinend auch die Investorengruppe ValueAct anstrebt. Das aggressiv vorgehende Unternehmen hatte sich erst im April mit 2 Milliarden Dollar einen einprozentigen Anteil an Microsoft gesichert und sich kurz darauf einen Sitz im Aufsichtsrat erkämpft. Es heißt, die Investorengruppe sei auch für das Ausscheiden des Noch-CEOs Steve Ballmer mitverantwortlich.

Als Investorengruppe interessiert sich ValueAct natürlich in erster Linie für die reine Gewinnmaximierung. Da die Xbox-Division für einen Großteil der Verluste Microsofts verantwortlich ist, ist es zumindest denkbar, dass ValueAct einen Verkauf der Xbox-Division ins Auge gefasst hat oder noch fassen wird.

Am 22. diesen Monats wird Microsoft die Xbox One veröffentlichen. Und ValueActs Capital President Mason Morfit wird da ganz sicher ein Auge drauf haben.