Schon allein die Hardware-Spezifikationen sprachen eine deutliche Sprache. Doch nachdem erst der ehemalige 'People Can Fly'-Programmierer Adrian Chmielarz über Twitter ausplauderte, dass die PS4 rund 50 Prozent stärker als die Xbox One sei, bestätigten nun mehrere Entwickler gegenüber Edge, dass die PS4 mehr Power haben soll.

Konsolen - Mehrere Entwickler bestätigen Edge, dass die PS4 stärker als die Xbox One ist

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuKonsolen
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 81/821/82
Die PS4 hier im Bundle-Set zusammen mit Killzone: Shadow Fall
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Die Entwickler, die verständlicherweise nicht genannt werden wollen, bezeichnen die Performance-Unterschiede zwischen den beiden Next-Gen-Konsolen als "signifikant" und als "eindeutig".

So sei der Lesezugriff auf den Arbeitsspeicher der PS4 rund 40 bis 50 Prozent schneller als auf der Xbox One. Auch die ALU (Einheit für Prozedurale Generierung) auf der PS4 sei um die 50 Prozent schneller als das Pendant auf der Xbox One.

Als Beispiel nannte ein Entwickler, dass eine, auf keine Konsole zugeschnittene Entwicklungs-Engine auf der PS4 mit einer Auflösung von 1920 x 1080 (Full HD) und 30 FPS (Frames per Second) laufen könnte, wohingegen sie auf der Xbox One nur in 1600 x 900 und mit einer Framerate im 20er-Bereich laufen würde. Zudem nannte der Entwickler den ESRAM der Xbox One als schwer zu handhaben.

Microsoft sei sich der Probleme auch bewusst, weswegen das Unternehmen erst kürzlich verkündete, den Takt der GPU von 800 MHz auf 853 MHz und den der CPU von 1,6 GHz um 150 MHz auf 1,75 GHz hochzuschrauben.

"Das Update der Taktgeschwindigkeit hat keine Bedeutung", so ein Entwickler. "Es ändert nicht viel. Aber natürlich, etwas ist immer noch besser als nichts."

Die Xbox One hätte aber auch in manchen Bereichen die Nase vorn. "Sagen wir mal, man verwendet Prozedurale Generierung oder Raytracing via parametrischer Flächenmodelle. Das erfordert eine Menge Schreibzugriffe und weniger Texturing oder ALU. Dann wäre die Xbox One schneller."

Ein Problem, das beide Konsolen gemein haben, und das die Entwicklung für Spiele an beiden Konsolen erschwert, sind die noch relativ unzureichenden Grafiktreibern. "Die schlechten Treiber machen es schwer, die beiden Konsolen zu pushen, und die Entwickler sind noch nicht so vertraut mit der Hardware", so eine der anonymen Quellen.

Die mangelnde Erfahrung der Entwickler mit der jeweiligen Hardware, zusammen mit den schlechten Treibern und dem Druck, Cross-Plattform-Titel mit nahezu identischer Grafikqualität auf jeder Plattform anbieten zu müssen, führe bei einigen Entwicklern zu dem Gedanken, die PS4-Version lieber zu "kastrieren" und identische Versionen anzubieten, da man auch Angst vor Streitigkeiten mit den Konsolenherstellern und Publishern habe.

Ein weiterer Entwickler teilte mit, dass es durchaus möglich sei, eine Version ohne jegliche politische Schwierigkeit schöner zu gestalten. Doch es sei nicht so einfach und würde sich finanziell einfach nicht lohnen.