Jason Rubin, Naughty Dogs Mitbegründer und Ex-Präsident von THQ ist der Meinung, dass die Next-Generation noch lange nicht entschieden ist.

Konsolen - Jason Rubin: Zu sagen, dass es für Microsoft schon vorbei sei, ist ein voreiliger Schluss

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In einer neuen Folge von Bonus Round sprach Host Geoff Keighley erneut mit Wedbush-Analyst Michael Pachter, Naughty Dogs Mitbegründer und THQ-Ex-Präsident Jason Rubin, sowie mit Innovative Leisures Seamus Blackley, der die erste Xbox mitentwickelt hat.

Dieses Mal ging es um die Frage, wo sich Microsoft mit der Xbox One derzeit befindet. Blackley ist der Meinung, dass die ganzen Multimedia-Fähigkeiten und -Möglichkeiten der Xbox One zwar toll anzusehen sind, es am Ende des Tages aber noch immer darauf ankomme, was man dem Spieler an Spielen anzubieten habe. In erster Linie sollte es noch immer um die Spiele gehen und nicht etwa um Livestreams irgendwelcher Football-Spiele. Die Spieler sind nun mal das wichtigste Klientel bei einer Konsole. Die Präsentation der Xbox One als multimediale Schatlzentrale des Wohnzimmers habe Blackley an die Zeit erinnert, als er und das Team von Microsoft mit ihren Plänen für die erste Xbox hausieren gingen. Die meisten Entwickler hätten erst einmal zehn Minuten lang gelacht, bevor sie anfingen, zuzuhören. Für ihn sei das eine Qual gewesen, Microsoft bei all den jüngsten Fehltritten zuschauen zu müssen. "Ich wollte zum Fernseher greifen, 'Nein, nein, sagt das nicht.'" Aber Microsoft habe noch rechtzeitig die Wende geschafft und sich wieder daran erinnert, dass die Spieler den Großteil der Kunden ausmachen.

Jason Rubin stellt klar, dass Microsoft bei internen Meetings immer sehr direkt war und eindeutig den Spieler in den Mittelpunkt gestellt haben. Sie waren nur nicht in der Lage, dies auch nach außen hin zu kommunizieren.

Auch Pachter stimmt darin überein, dass der Fehler nicht darin lag, was für Dienste, sondern wie Microsoft ihre Dienste jenseits der Spiele übermittelten. Niemand habe etwas dagegen, mehr für das Geld zu erhalten. Das sei nur der Fall, wenn es dadurch noch komplizierter würde. Der Fehler liege nach Pachter auch eher darin, dass Microsoft Kinect voraussetzt und den Kunden für fast alle Dienste zahlen lässt.

Im Gegensatz zu den anderen Diensten, die Microsoft allesamt zurückzog, ist Kinect aber nicht so einfach zu widerrufen, so Rubin. Es sei eben zu sehr in der Hardware implementiert. Man müsse dem Kunden eben einen Gegenwert für seine 100 Dollar bieten, die er gegenüber einer PS4 draufzahlen muss. Doch auf Pachters Vorschlag, den Käufern ein Jahr lang Xbox Live Gold anzubieten, hätten die Microsoft-Verantwortlichen nur entsetzt reagiert.

Dennoch sei das Rennen noch lange nicht entschieden, wie Rubin befindet. "Auf der E3 war es einfach, zu sagen, dass es für Microsoft vorbei sei. [...] Doch jedes Mal, wenn man sagt, dass es für Microsoft vorbei ist, fasst man eigentlich nur einen voreiligen Schluss."

Niemand erinnere sich heute noch an die Aussagen, die man über Sony traf, als das Unternehmen die PS3 zu einem Preis von knapp 600 Dollar launchte. Und es wird sich auch niemand mehr an die heutigen Probleme von Microsoft mit der Xbox One erinnern, wenn erst ein paar Jahre ins Land gezogen sind.

Was muss Microsoft also tun, um wieder die Oberhand zu gewinnen? Für Pachter steht fest, Microsoft muss sich preisorientierter verhalten, wettbewerbsfähiger sein. Er sehe keine Chancen für Microsoft, mehr Konsolen als Sony zu verkaufen, wenn sie die Xbox One weiterhin für knapp 100 Dollar mehr verkaufen. "Die beiden Konsolen sind sich zu ähnlich und die Konsumenten sehen in der Kinect keinen 100-Dollar-Mehrwert."

Für Blackley neigt jedoch der Microsoft-Kunde mehr als der Sony-Kunde dazu, Geld für Onlineangebote auszugeben und sich online Inhalte zu kaufen. Das allein bringe schon einen höheren Umsatz.

Eine weitere Möglichkeit für die Verbreitung der Xbox One sieht Pachter in der Distribution durch die Comcast Corporation, den größten Kabelnetzbetreiber der USA. In dieser Kombination würde Microsofts Plan der multimedialen Schaltzentrale aufgehen. "Microsoft war Sony mit diesem Plan in Gedanken so weit voraus, dass sie vergessen haben, dem Spieler die Konsole schmackhaft zu machen", so Rubin.