Jagd auf Raubkopierer – Special

Neues Gesetz: Software-Piraten leben gefährlich

24
07. Oktober 2008 14:40 Uhr

Eigentlich sollte das neue Urheberrecht die Verfolgung von Raubkopierern regeln, den Abmahnwahn stoppen und mehr Klarheit schaffen. Wir zeigen, was dabei herausgekommen ist: Chaos.

Dass man das noch erleben darf: Die ach so darbende Musikindustrie wird zum Opfer ihres eigenen Erfolgs – dem Erfolg mit Abmahnungen. Angesichts massiver Umsatzeinbrüche stiegen viele Unternehmen auf diese neue Einnahmequelle um. Mehr als 100.000 Strafanzeigen stellte die Musikindustrie allein 2007. Über diesen Umweg kamen die Anwälte an die Namen der Tauschbörsennutzer, die illegal Dateien aus dem Netz gezogen hatten.

Screenshot zu: Neues Gesetz: Software-Piraten leben gefährlichKampagne: Die Filmindustrie nennt Raubkopierer Verbrecher – diese lässt das kalt.

Die Staatsanwälte erkannten bald, dass sie nur Mittel zum Zweck waren – kurzerhand stellten sie vielerorts die Strafverfahren ein und verweigerten, wie in Berlin, die Akteneinsicht.

Um Klarheit in derartige Fälle zu bringen, gibt es das deutsche Urheberrecht. Aber das interessiert die Tauschbörsennutzer offensichtlich wenig. Der Gesetzgeber reagierte jüngst mit einem neuen Gesetz, das nun vieles verbessern soll – eigentlich.

Fakten:

  • 200 Filme oder 3.000 Songs: Dieses Limit setzen viele Staatsanwaltschaften bei der Verfolgung von Tauschbörsenbenutzern.
  • 100.000 Strafanzeigen wegen Urherberrechtsverletzungen wurden 2007 bundesweit in Deutschland gestellt.
  • 100 Euro dürfen in Zukunft für die erste anwaltliche Abmahnung in „einfach gelagerten“ Fällen ohne „gewerbliches Ausmaß“ berechnet werden.

Kommentare 24
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Der Mann mit der bescheidenen Bemerkung06.11.2008 12:33
Mir persönlich fällt zu dieser "Raubkopierer = Schwerverbrecher"-Geschichte noch etwas anderes ein.
In Österreich lauten die ersten Zeilen des geltenden Bundesverffassungsgesetes "Österreich ist eine demokratische Republik. Das RECHT GEHT VOM VOLK AUS." Keine Ahnung, wie das in Deutschland ist. Ziemlich sicher gibts da aber ähnliche Zeilen zu finden.

Ich will damit keinesfalls grobe Urheberrechtsverstöße verharmlosen. Ich möchte nur darauf hinweisen, wie es eigentlich schon viele sowieso bemerken, dass nicht die Musikindustrie oder deren Anwalts-Handlanger (o.ä.) es sind, die das Ausmaß strafbarer Handlungen festzulegen haben. Was als widerrechtlich gilt, liegt zumindest ursprünglich im Ermessen des Volkes. Wir alle sind es, die das herrschende Rechtssystem erst durch unsere Unterstützung zu geltenden Vorschrifften machen. Ist ja auch gut so, denn was soll ein Rechtssystem, das dann einen großteil seiner Befürworter für Verbrecher erklärt? Es geht an der Realität vorbei.

Das scheinen auch Rechtsanwälte zu vergessen, die ja nicht die Hand abbeißen wollen, die sie füttert, aber gerne für dieses Futter ihre Berufsethik vergessen, nämlich dass sie eigentlich dem Willen der Bürger an erster stelle verpflichtet sind. Glaubt ein Anwalt nur, wofür er bezahlt wir?

In diesem Zusammenhand erscheint mir die ausufernde Kriminalisierung solcher Vorfälle als anmaßend, weil sie sich über die gesellschaftlich geltenden Normen versucht hinwegzusetzen. In einer Demokratie ist es noch immer die gesellschaftliche Akzeptanz, die ein Verbrechen ausmacht. In diesem Sinne sollte jeder von uns in sich blicken und nicht nur beim "Runterladen" über Konsequenzen nachdenken, sondern eher auch beim Griff ins Händlerregal oder dem Gang zur Wahlurne.

Die Frage lautetalso eigentlich: Akzeptieren wir als Gesellschaft die Kriminalisierung des erstellens von digitalen Kopien? Diese Frage muss jeder für sich beantworten, aber was letztendlich als unrecht gelten sollte, GEHT VOM VOLK AUS! Also von jedem einzelnen von uns, und nicht von seltsamen Auswucherungen unseres Rechtssystems, wie zB der"WirMachenGeldMitKlagenWeilWirZuUnfähigSindQualitativ HochwertigeProdukteRauszubringenFürDieManGerneAuch TieferInDieTascheGreift GmbH". Nutzen wir diese Verantwortung.
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AltKanzler12.10.2008 18:09
Nur doof das mittlerweile auch das Aufnehmen einer Radiosendung sowie das Aufzeichnen des ausgestrallten Filmes per Videorecorder oder DVDrecorder als sogenannte Raubkopie gilt. Kein wunder das somit der Anteil der Raubkopierer immer mehr zunimmt. Und so nebenbei warum erwähnt eigentlich kein Verkäufer das jegliche Benutzung eines solchen aufnahmegerätes verboten und unter Strafe steht. Achja alle kaufen so ein ding ja nur um ihre alten familenvideos anzugucken und für die Verwandschaft zu vervielfältigen. ^^
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Leel12.10.2008 16:48
genau die leute die tokio hotel auf die menschheit freilassen, wollen mir erzählen was ich darf und was nicht ?
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AltKanzler12.10.2008 16:20
Nur doof das mittlerweile auch das Aufnehmen einer Radiosendung sowie das Aufzeichnen des ausgestrallten Filmes per Videorecorder oder DVDrecorder als sogenannte Raubkopie gilt. Kein wunder das somit der Anteil der Raubkopierer immer mehr zunimmt. Und so nebenbei warum erwähnt eigentlich kein Verkäufer das jegliche Benutzung eines solchen aufnahmegerätes verboten und unter Strafe steht. Achja alle kaufen so ein ding ja nur um ihre alten familenvideos anzugucken und für die Verwandschaft zu vervielfältigen. ^^
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Animodes12.10.2008 14:45
Also ich kaufe aus Protest keine CDs mehr
Mit dem Geld finanziere ich doch nur die Typen die meine Kinder verklagen und mich damit arm machen
Die Musik industrie ist doch selbst schuld...
Seltsamerweise können maanche freie Künstler, die ihre Werke kostenlo ins Netz stellen allein von Spenden leben, verückt...
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10%12.10.2008 14:14
... weniger, nimmt die (Main-)Musikindustrie durch MP3's ein Der weltweite Push der Bekanntheit des Künstlers/Produzenten/Label's wird natürlich nicht angerechnet. Nein, nur Fakten und Zahlen ...

Und leiden tun sowieso nur die Mainlabels wie SonyBMG darunter. Endlich mal eine Machtumverteilung. So haben die kleinen Labels auch eine Chance
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darkevildarkevil11.10.2008 14:59
und
@ Die liebe Musikindustrie
ich gebe dir recht
auch das mit dem livestream radios etc.
ich kann über meinen ipod das empfangen und somit auch ohne mp3's auskommen solang ich in der nähe eines hotspots bin, die auch immer häufiger werden
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darkevildarkevil11.10.2008 14:55
einfach musik hören die noch nicht so kommerziel ist =)
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baba11.10.2008 12:34
ha ha gottsseidank gibt es ja so was wie crypt files die sollen mir mal zeigen wie die jemanden erwischen wolllen,wenn die file egal ob film oder mp3 einen namen wie A327bT434 trägt und verschlüsselt ist.
unsere weltweiten piraten sind doch ehhh schon wieder einige schritte vorraus utopia hacker gruppe lässt grüssen.
schade ist nur das durch provider ip abstauberrei nur leute erwischt werden die meistens überhaupt keine ahnung haben wie schnell sie bei emule oder co geschnappt werden können.
am besten wäre es ja noch das in good old germany man bald einen pc führerschein machen muss mit dem man dann auch einwilligt,das der pc alle 3-4 monate online durchsucht werden darf.
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Sepp11.10.2008 10:23
Nur weil die Tauscherei und Aufnehmerei jetzt über Internet geht statt wie früher per Radio und Tonbandkassette und so zu einem gewissen Ausmaß abkontrolliert werden kann, glauben die Musikindustrie, sie könnte praktisch die gesamte Menschheit dafür verantwortlich machen, weil sie es verpennt hat, sich an die neuen Medien anzupassen. Wir leben nun mal in einer Welt, wo sich stets alles verändert und auch die Musikindustrie wird ihr Ende nicht per Gerichtsbeschluß aufhalten können. Kunst und Musik braucht eben keine Industrie, die Industrie besteht heute nur noch durch künstliche Verknappung per Copyright und das ist nun wirklich kein dauerhafter Existenzgrund.
Kennt eigentlich wer die Rechtslage in Österreich?
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Shufro11.10.2008 09:07
"Durch die Internetpiraterie und illegale Kopien entstehen der Musikindustrie jährlich 500 Millionen bis eine Milliarde Euro Schaden." Aja. Aber ob jemand seine runtergeladenen Songs auch alle legal kaufen würde, interesssiert niemanden. Ist genau wie bei der Filmindustrie.
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Die liebe Musikindustrie10.10.2008 10:41
Die Musikindustrie rechnet einfach falsch. Nicht jedes Album was auch runtergeladen wird, würde die person auch kaufen. Klar würde die Kaufrate ohne Filesharing steigen, aber nur um einen maginalen Prozentsatz.

Der Gewinn selbst, würde aber kaum größer werden. Man lernt durch Filesharing neue Bands kennen, besucht dann auch mal deren Konzerte und kauft deren alben um was schönes im schrank stehen zu haben ;).

Aber was sagen die Künstler dazu? Ich höre immer die Künstler sagen, sie freuen sich, wenn jemanden deren Musik gefällt und sie die leute glücklich machen können. Wie Curse in einem seiner lieder sagt: Wenn nur eine Person seine Texte mag, ist sein ziel erreicht, jeder weitere ist Bonus ;)

Was einige leute auf ihrer HDD als MP3 haben, ist enorm. 3000 Songs sind weit über 2500 Euro, würde man sich die Musik legal kaufen. Soviel geld kann doch keiner für ein Hobby ausgeben.

Und für sein Geld bekommt man teilweise noch schlechte Stuioaufnahmen, weil am equipment gespart wird.

Die Leute werden mehr und mehr zum Streamen übergehen, siehe lastFM. Wir sind in Deutschland nahezu überall online, die ersten MP3 Player mit Last fm und w-lan hot spot suche werden kommen und uns einen unednliches Musikangebot präsentieren, ohne auch nur ein einziges album zu kaufen und das ganze legal.
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calvert09.10.2008 08:42
Bei dem Krankenkassengestell was der da oben am Bild auf der Nase hat, muss die Musikindustrie wirklich kein Geld mehr haben ^^.
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1 milliarde euro im jahr09.10.2008 05:51
WAHAHAHAHAAAAHAHAAA.. die solln mal nich so rumheulen und sich nen beispiel an den banken nehmen.. die trauern grad ner billion euro hinterher und mahnen uns nich ab :D
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Das Problem09.10.2008 00:34
Die Schwierigkeit dabei ist doch die Folgende:

Die Industrie pocht auf ihr Recht aufgrund eines Möglichen Schadens. Niemand weis, ob die Leute in ihrer Sammelwut die Musik auch wirklich kaufen würden, wenn diese nicht herunterladbar wäre.

Meiner Meinung nach also eine Schadenszahl die nicht bestätigt ist.
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sorry - sollte nicht doppelt gepostet werden08.10.2008 16:34
keine Absicht...
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oder per Mitschnitt vom Radio08.10.2008 16:33
der ist auch legal und inzwischen sehr einfach. Hier gibt es Infos und ein kostenloses Programm dazu: www.tauschnix.de
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oder per Mitschnitt vom Radio08.10.2008 16:09
der ist auch legal und inzwischen sehr einfach. Hier gibt es Infos und ein kostenloses Programm dazu: www.tauschnix.de
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egal08.10.2008 13:32
Eine Quelle des "Diagramms" wäre mal interessant. An was will man denn messen wieviel downloads illegalen Inhalt hatten. Sehr amüsant. XD
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ABC08.10.2008 10:29
Geld war den Menschen immer schon wichtiger als andere Menschen. Das ist leider schade. Ich finde, dass man sich lieber darum kümmern sollte, dass die Gewalttaten zurückgehen und mit man meine ich den Staat
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Kame JoshKame Josh07.10.2008 23:14
naja ganz ehrlich ich finde es eine frechheit, was die plattenfirmen abziehen, mitlerweile verdient man als künstler kein geld mehr aus CD verkäufen außer man ist multiplatinseller, weil alles in die plattenfirma reinläuft und die beschweren sich dann, dass sie weniger verdienen, wegen illegalen downloads... ich kann als fan ja mit ner gekauften CD den künstler nicht wirklich unterstützen, da geh ich lieber auf konzerte und förder damit die bands wo es ihnen wirklich hilft und nicht diese großinsdustrie, die vom lauter geldscheffeln blind geworden ist und nicht merkt dass sie mit ihrer politik gegen ein wand rennt an welcher sie zerbrechen wird. Ich hoffe dass sich neue modelle, wie das was radiohead gemacht hat, durchsetzt und damit diese ganze monopol stellung von musikrechten ein ende hat und somit wieder der künstler im vordergrund steht und nicht die plattenfirma.
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SupermissySupermissy07.10.2008 17:24
Ja die Abmahnanwälte... wenn man sich Rechtspflege und Rechtswissenschaft als einen Körper vorstellt, sind die Kolleginnen und Kollegen das... ich sags lieber nicht, man könnte ja abgemahnt werden :rolleyes:

Es betrifft ja nicht nur Tauschbörsennutzer, sondern auch Leute die bei Ebay das Pech hatten, Produktfakes zu ersteigern oder als juristische Laien einen kleinen Fehler im Impressum haben. Die machen aus allem Geld. Sogar in Projekten, wo auf harmlos aussehenden Webseiten saftige Gebühren versteckt werden, stecken Juristen mit drin und helfen eintreiben.

Eine Schande für unseren Berufsstand.

Gruß Missy
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Darkfal07.10.2008 17:22
Lächerlich... ich becher mich... weg

Is mir grad eingefallen nach dem letzten Wort des ersten Kommentars ^^ Wer das jetzt wie worauf und warum bezieht ist mir egal ;)
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Yesa07.10.2008 16:48
Also mal ehrlich ihr glaubt doch wohl nicht echt, das die Illegalen Downloads zurück gehn? ?

Man ist nur heut zu Tage wesentlich besser geschützt damit niemand weiß das man gedownloadet hat...... und vorallem hat sich die Masse die damals bei Bearshare usw. war aufgeteilt und saugt jetzt auf hudnerten wenn nicht tausenden verschiedenen Seiten und wie soll da eine ordentliche Statistik zu stande kommen? wenn sie wissen wie oft gedownloadet wurde, wieso mahnen sie dann nicht alle ab?

Also das ist doch wohl mal lächerlich........
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Jagd auf Raubkopierer
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