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Das iPhone 4 ist da: Ab sofort ist das neue Apple-Handy offiziell in Deutschland zu haben - und auch in unserer Redaktion gelandet. Wir stellen die vierte Generation des iPhone auf den Prüfstand und sagen, wie gut das heiß begehrte Apple-Früchtchen wirklich ist.

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Haben oder hassen: Was schon fürs erste iPhone galt, gilt auch für die neue Generation. Die einen schwören auf das iPhone als das einzig wahre Handy, die anderen verteufeln es von ganzem Herzen. Viel Glas, viel Metall und jede Menge neue Funktionen - auch das Apple iPhone in Ausbaustufe 4 weckt wieder Begehrlichkeiten bei den Nutzern. Wir klären für euch, ob diese Erwartungen berechtigt oder völlig überzogen sind.

iPhone 4 - iPhone, die Vierte! Das Apple-Handy im Praxistest

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Neues Design, bessere Technik: das vierte iPhone.
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Neben dem Gehäuse-Tuning hat Apple auch kräftig Hand an die Hardware gelegt. So gibt es aktuell ein HD-Display, das durchaus als Referenz taugt. Auch eine bessere Kamera mit Neuerungen wie Videotelefonie und Blitzlicht bringt das Handy mit. Angetrieben wird das iPhone 4 vom neuen iOS 4, dem Betriebssystem, das Apple zum iPad-Start vorgestellt hat. Das beschert dem iPhone 4 unter anderem Multitasking, Ordner und einen zentralen Posteingang. Im Bereich Performance muss sich das iPhone 4 nicht vor der Konkurrenz verstecken. Hier arbeitet der Neuling auf ähnlichem gutem Niveau wie sein Vorgänger 3GS.

Das Auffälligste: Design und Display

Neue Wege geht Apple sowohl beim Design als auch beim Display. Mit beidem kann Apple in der Praxis punkten.

Das Handy kommt in einer sehr schmalen Verpackung. USB-Kabel, Headset mit Kabelfernbedienung und ein Netzteil liegen im Karton. Auch der kleine Metalldorn zum Öffnen des SIM-Schachtes gehört neben der gewohnt knappen Bedienungsanleitung und dem Schnellstart-Guide wieder mit zum Lieferumfang. Beim ersten In-die-Hand-Nehmen wird schnell der Unterschied zum bisherigen iPhone 3GS klar.

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iPhone 4: Deutlich dünner, deutlich eckiger, deutlich schwerer.
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Das iPhone 4 liegt sehr kompakt und wertig in der Hand. Obwohl nur etwas dünner als der Vorgänger, haben wir den Eindruck eines deutlich schlankeren Geräts. Die neuen Materialien stehen dem iPhone sehr gut zu Gesicht. Der Glasrücken, umgeben von einem Metallrahmen, ersetzt ab sofort das Plastikkleid des Vorgängers. Mit seinen 115 x 57 x 10 Millimetern und 142 Gramm ist das Handy laut unserer Waage 5 Gramm schwerer als das 3GS - auch wenn Apple 1 Gramm Mehrgewicht angibt.

Power- und Lautstärkeknöpfe bestehen jetzt aus Metall, es gibt ein zweites Mikro neben der Klinkenbuchse und einen Frontkamera. Der Einschub für SIM-Karten ist vom oberen Ende des Handys an die Seite gewandert und nimmt, wie beim iPad, nur noch SIMs in Micro-Bauweise auf. Normale Karten passen nicht mehr. Die Verarbeitung ist sehr gut. Nichts wackelt oder wirkt unstimmig. Zunächst hatten wir ja befürchtet, dass die Abkehr vom bisherigen Design das Handy im grauen Alltagsbrei anderer Geräte-Designs untergehen lässt. Jetzt, mit dem iPhone 4 direkt vor Augen, bestätigt sich dies allerdings nicht. Das Design ist gut gelungen und kann durchaus als edel bezeichnet werden. Einzig sichtbares Manko: Im Vergleich zum Vorgänger ist das iPhone 4 mit dem vielen Glas nun deutlich schmutzanfälliger. Jedes Anfassen des Handys wird sofort mit hässlichen Fingerabdrücken quittiert. Schon nach kurzer Zeit sieht das Handy schmuddelig aus. Da hilft nur: putzen!

Neue Maßstäbe für TFT-Displays

Der aktuelle, von Apple "Retina-Display" getaufte Bildschirm misst wie gehabt 3,5 Zoll in der Diagonalen, hat aber jetzt statt 480 x 320 satte 960 x 640 Bildpunkte zu bieten. Das Display mit IPS-Technik (In Plane Switching) soll vor allem den Blickwinkel und das Kontrastverhältnis erhöhen. Im direkten Vergleich bei näherer Betrachtung fällt der Unterscheid in der Praxis sofort auf. Die Pixel sind beim iPhone 4 mit bloßem Auge kaum mehr zu sehen (siehe Bild, für Originalgröße draufklicken). Das Bild wirkt knackscharf. Auch Kontrast und Schwarzwert des aktuellen Displays übertreffen die des Vorgängers. Auffällig ist allerdings auch, dass das iPhone 4 bei maximaler Helligkeit etwas dunkler ist als das iPhone 3GS.

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Display: 3GS hinten, iPhone 4 vorn.
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Eines darf aber bei allem Lob nicht vergessen werden: Das Display ist eigentlich ein aktives TFT-Display, das weiterhin eine extra Hintergrundbeleuchtung benötigt und damit deutlich mehr Strom verbraucht als beispielsweise ein AMOLED-Display, das über selbstleuchtende Zellen verfügt. Im Vergleich zum Samsung Wave, dem ersten Handy mit einem Super-AMOLED-Screen und die derzeitige Display-Referenz bei Handys, bietet das Wave eine durchaus gleichwertige Bildcharakteristik, kann bei der Auflösung (800 x 480 Pixel) allerdings nicht ganz mit dem iPhone 4 mitziehen. Kurzum: Das Display des iPhone 4 gehört derzeit zum Besten, was Handys aktuell zu bieten haben.

Foto und Video: Mehr Pixel und Facetime

Im aktuellen iPhone kommen 2 Millionen Pixel mehr zum Zug als beim Vorgänger. Apples Videotelefonie Facetime funktioniert per WLAN nur mit iPhones 4.

Scharfe Kamera, gute Bilder

Auch bei der Kamera fällt der Unterschied zum iPhone 3GS schon rein äußerlich betrachtet ins Auge. Die Kameraoptik ist deutlich größer als die des 3GS und wird ab jetzt von einem LED-Blitz unterstützt. Statt bisher 3 Megapixel hat das iPhone 4 zwei Millionen Bildpunkte mehr auf dem Sensor. Die Bedienung der Kamera ist größtenteils unverändert geblieben - bis auf ein Paar kleine Anpassungen.

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Originalfoto: Mit dem iPhone geknipst.
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So lässt sich der Blitzmodus nun per Auswahlfläche einstellen und auch zwischen Front- und Heckkamera als Bildgeber wählen. Die ersten Testfotos mit dem iPhone 4 können sich durchaus sehen lassen. Auch bei schlechteren Lichtverhältnissen kommt die Kamera jetzt besser klar (siehe Foto, für Originalgröße draufklicken).

Videos zeichnet das neue iPhone nun im HD-Format 720p mit bis zu 30 Bildern pro Sekunde auf. Außerdem bietet das Handy nun eine VGA-Frontkamera. Sie zeichnet sowohl Fotos als auch Bewegtbilder mit einer Auflösung von 480 x 640 Bildpunkten auf. Die Bedienelemente sind bei der Videofunktion identisch mit denen der Fotofunktion. Auch hier lässt sich zwischen Heck- und Frontkamera wechseln, Touch-Fokus verwenden oder das LED-Licht aktivieren. Die Videoqualität ist ebenfalls gut. Clips sehen sehr scharf aus, geben einen klarem Ton wieder und ruckeln nicht.

Facetime hui, Freisprecher pfui

Beide Kameras unterstützen die neue Videotelefonie-Funktion namens „Facetime“. Es gibt jedoch zwei Einschränkungen: Bislang können nur iPhone-4-Besitzer damit untereinander Video-telefonieren. Dabei geht Apple nicht den Weg übers Mobilfunknetz, sondern über WLAN-Verbindung. Das hat den Vorteil, dass keinen Verbindungsgebühren anfallen. Allerdings können andere videofähige Handys das iPhone 4 nicht per Videotelefonie kontaktieren.

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Facetime: Apples WLAN-Telefonie.
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In der Praxis funktioniert Facetime gut. iPhones 4, die sich in WLAN-Netzen befinden, nehmen problemlos Kontakt auf. Bild- und Tonqualität sind durchaus gut. Auch während eines Videogesprächs könnt ihr zwischen Front- und Heckkamera wechseln. Apropos Ton: Im iPhone 4 findet sich neben der Kopfhörerbuchse ein zweites Mikrofon. Dieses nimmt Störgeräusche auf, die dann durch eine bestimmte Technik analysiert werden. Die Telefonakustik während des normalen Telefonierens ist damit gut.

Die auf einigen Websites angesprochenen Empfangsprobleme des iPhones 4 durch die außen liegende Antenne können wir nicht bestätigen. Allerdings schwankt die Empfangsstärke deutlich. Die Anzeige wechselt teils sehr schnell zwischen fünf und einem Balken. Das war beim 3GS nicht der Fall. Auch die Qualität des Freisprechers ist eher mäßig. Stimmen kommen hier nur sehr dumpf, blechern, mit Aussetzern und schwankender Lautstärke an.

Innere Werte: Performance, Speicher & Firmware

Neben neuen Funktionen begegnet uns beim iPhone 4 auch viel Altbekanntes. So gibt es das Handy weiterhin mit maximal 32 GByte und HSPA mit höchstens 7,2 MBit/s.

Speicher und Performance satt

Zum Test trat das begehrte 32-GB-Modell des iPhones an. Ab Werk könnt ihr davon noch 29 GByte für eigene Inhalte nutzen. Erweitern lässt sich der Speicher wie gewohnt nicht. Auch bei den Datenraten gibt’s Gewohntes: HSPA mit maximal 7,2 MBit/s. Neues steht im Bereich WLAN auf dem Plan: Das iPhone 4 hat nun auch 802.11n im Bereich 2,4 GHz zu bieten. Damit erhöht sich die mögliche WLAN-Geschwindigkeit in kompatiblen Netzen im Vergleich zum Vorgänger deutlich.

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Performance: Ähnlich flott wie der Vorgänger.
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Apropos Performance: Hier konnten wir im direkten Vergleich mit dem iPhone 3GS keine signifikanten Unterschiede feststellen. Anwendungen öffnen gleich schnell, die Kamera startet etwas fixer, die Geschwindigkeit des Webbrowsers liegt auf gleichem Niveau.

Das neue iPhone wird von einem A4-Chip angetrieben. Der soll das Handy nicht nur schneller, sondern auch ausdauernder machen. Demnach verspricht Apple fürs iPhone 4 siebenstündige Dauergespräche oder 40 Stunden Musik ohne Unterbrechung. Bei der versprochenen Akkuleistung sind wir eher skeptisch: Noch ist der Akkutest zwar nicht abgeschlossen, doch schon eine halbe Stunde Herumspielen und Ausprobieren kosteten das iPhone 4 immerhin satte 22 Prozent der Akkuanzeige.

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Handling: What you see is what you get.
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Bedienung und Firmware

Sowohl völlige Neulinge als auch iPhone-User kommen sofort mit dem iPhone klar. Egal ob Musik, Videos, App Store oder grundlegende Einstellungen: What you see is what you get - dieser Slogan passt auch beim neuen iPhone trefflich. Es gibt keine komplizierten Einstellungsmenüs oder unverständliche Optionen. Das iPhone 4 läuft mit iOS 4 (A8293). Neben den bereits bekannten Funktionen wie Multitasking und zentralem Posteingang unterstützt das iPhone 4 außerdem auch Bing als Suchmaschine und den eBook-Reader iBooks. Wie auf dem iPad könnt ihr damit künftig eure Bücher auch auf dem iPhone lesen.

Klares Ergebnis: Das bisher beste iPhone

So viel steht fest: Das neue iPhone 4 übertrifft seine Vorgänger deutlich und überzeugt uns bis auf einige Kleinigkeiten.

Besseres Design, überarbeitete Kamera, HD-Display und gute Performance: Das iPhone 4 enttäuscht die Erwartungen der Nutzer und unserer Tester nicht. Im Vergleich zum Vorgänger hat es Apple wieder verstanden, an den richtigen Rädchen zu drehen. Eines können wir ohne Zweifel sagen: Das iPhone 4 ist das beste iPhone bislang und übertrifft seinen Vorgänger 3GS auf jeden Fall.

Nicht gefallen haben uns die Qualität des Freisprechers, die schnelle Abnahme des Akkufüllstandes und die hohe Schmutzanfälligkeit des Handys. Auch diesmal hat Apple auf eine Speichererweiterung mittels microSD-Karten verzichtet. Die wäre angesichts des auf 32 GByte begrenzten Speichers und der Möglichkeit der HD-Videoaufnahme durchaus sinnvoll gewesen. Die monopolistische Vertragspolitik bleibt uns bei dieser Generation ebenfalls erhalten. Wer ein iPhone ohne Telekom-Vertragsfessel will, dem hilft nur der Kauf eines freien iPhones im Ausland.

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