Ein altes Sprichwort besagt, dass jemand, der die Hände in den Schoß legt, noch lange nicht untätig sein muss. Denn spätestens, seitdem sich Handhelds einer immer größeren Beliebtheit erfreuen, gewinnt auch das Überall-Zocken immer mehr an Bedeutung. Egal ob in der U-Bahn, im Wartezimmer oder unter dem Tisch am Arbeitsplatz – mobiles Spielen ist in.

Nicht zuletzt das iPhone, Apples geniale Multimedia-Telefon-Konsole und der iPod Touch tragen zur zunehmenden Verbreitung des Taschenzockens bei. Wer sich im iTunes-Einkaufsparadies tummelt, entdeckt Hunderte von Spielen für die beiden Geräte. Die Spanne reicht von genial bis Trash, wobei das Preisgefälle zwischen kostenlos und etwa 7,99 Euro liegt. Damit liegen die Programme, verglichen mit den Preisen für DS- oder PSP-Spiele, im absolut erschwinglichen Rahmen.

iPhone - Die besten Spiele für Apple iPhone und iPod Touch

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Mehr als ein Handy: Das iPhone macht PSP und NDS Konkurrenz.
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Einziger Wermutstropfen ist freilich der relativ hohe Anschaffungspreis der beiden Apfelteile. Und wer sich gar für das iPhone entscheidet, kommt zwar in den Genuss manniger interessanter Online-Spiele, muss aber dafür mit hohen monatlichen Vertragskosten leben. Zumindest dann, wenn man das Gerät legal in Deutschland erwirbt und bereit ist, die Zwangsehe mit dem rosa Riesen einzugehen.

Wir haben uns durch das schier unüberschaubare Angebot der iPhone-Games gewühlt und einige Titel herausgesucht, die uns besonders gefallen haben. Die Liste nimmt weder für sich in Anspruch, die besten Programme aufzulisten, noch ist sie in irgendeiner Weise als vollständig zu sehen. Es handelt sich um eine rein subjektive Auswahl. Wer also seinen Lieblingstitel hier vermisst, möge uns dies nachsehen. Für Anregungen und Tipps, welche Spiele euch besonders gut gefallen, haben wir natürlich immer offene Ohren.

iShoot: Schießen Sie auf den Pianisten!

Beginnen wir unseren Reigen mit einem echten Worms/Ballerburg-Klon. Ziel bei "iShoot" ist es, mit dem eigenen Panzer alle gegnerischen Kettenfahrzeuge fachgerecht zu entsorgen. Dabei gilt es, aus einem großzügigen Arsenal unterschiedlicher Waffen die richtige auszuwählen, um unter Berücksichtigung der herrschenden Windverhältnisse Schusswinkel und -stärke möglichst präzise einzustellen. Bei Bedarf kann das Panzerchen in den komplett zerstörbaren Levels vor- oder zurückrollen, allerdings nur, solange der Sprit reicht.

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iShoot spielt sich wie das Kultspiel Worms.
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Eine Partie der rundenbasierten Balgerei dauert zwischen fünf und unendlich vielen Durchgängen, wobei vor jedem Shootout im virtuellen Waffenshop eingekauft werden darf. Das Repertoire der zur Verfügung stehenden Meinungsverstärker reicht von einfachen Projektilen hin zu Stinger-Raketen, Atomsprengköpfen oder ganzen Planetenverschlingern. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich zuvor genug Geld für die teure Munition zusammengeballert hat.

Höhepunkt ist die "Shiva Bomb", ein vernichtender Schlag, der alles auf dem Bildschirm abräumt und die Runde mit einem Schlag beenden kann. Nur das iPhone bleibt von der gigantischen Explosion verschont. Die Verwüstungsorgie geht für nur 2,39 Euro über den virtuellen Tresen. So loben wir uns das!

Warfare Inc.: Spezialist fürs Abbauen

Wer bislang glaubte, gute Strategiespiele seien auf Handhelds nicht umsetzbar, sollte einen Blick auf das Programm von Hersteller Spiffcode, Inc. werfen. Das Design erinnert nicht von ungefähr an die erfolgreiche C&C-Reihe, sondern spielt sich auch sehr ähnlich. Man errichtet eine Basis, baut Rohstoffe ab und erweitert nach und nach seine kleine Armee zu einer schlagkräftigen Truppe. Auch das Missionsdesign entspricht weit gehend dem großen Vorbild, was im vorliegenden Fall jedoch kein Nachteil ist.

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Sieht nicht nur aus wie Command & Conquer 1, spielt sich auch so.
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Ziel ist es wie üblich, den Gegner mit Mann und Maus von der Platte zu putzen. Das gelingt anfangs auch sehr schnell, doch mit steigendem Level werden auch die Missionen anspruchsvoller. Wie üblich sollte man mit den zur Verfügung stehenden Rohstoffen haushalten, ansonsten gehen ziemlich schnell die Lichter aus.

Der Bildschirm ist zu jeder Zeit übersichtlich, gesteuert wird ausschließlich über das Antippen der gewünschten Einheit oder Gebäude. Ein Doppelklick gruppiert Einheiten gleichen Typs, einfaches Touchieren der Karte an einer beliebigen Stelle lässt die Jungs umgehend dorthin marschieren, fahren oder fliegen. Grafisch ist das Echtzeitspektakel zwar nur durchschnittlich umgesetzt, dafür gibt’s keine Mucken oder Ruckler, und auch bei größeren Einheitenbewegungen geht das Kommandieren flüssig von der Hand. Hobby-Napoleons investieren 3,99 Euro und haben Spaß.

Monopoly: Jedem sein kleiner Ackermann

Computerspiele haben Hochkonjunktur. Enthusiasten, die sich abends treffen, um bei ein paar geistigen Getränken oder anderen Substanzen gemütlich vor einem analogen Brettspiel zu hocken, werden immer seltener und von der jungen Generation auch schon mal gern schräg angeschaut. Abhilfe gegen diesen Trend schaffen möglicherweise einige erfolgreich ins digitale Zeitalter umgesetzte Familienspiele wie beispielsweise das allseits beliebte "Monopoly".

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Selbiges wurde in einer grafisch reizvollen Version für das iPhone realisiert und steht in einer "World Edition" für 3,99 Euro im iTunes-App-Shop zum Download bereit. Zu den Regeln ist sicherlich nicht viel zu sagen, denn die sind identisch mit der analogen Version. Wer also das Vorzeigespiel für den Hochkapitalismus schon mal gezockt hat, wird mit der Taschenvariante sofort klarkommen.

Zum Kauf stehen in der vorliegenden Umsetzung allerdings keine Straßen, sondern gleich ganze Städte. Wer also schon immer mal Madrid oder Paris besitzen wollte, hier bietet sich die Möglichkeit. Gewürfelt wird übrigens, indem man sein iPhone schüttelt. Nur bitte nicht loslassen. Das könnte teuer werden.

Kreuzworträtsel: Es ist ein Kreuz!

Vorneweg zunächst eine Warnung: Bei "Kreuzworträtsel" kann man niemanden umbringen. Auch die Erlangung der Weltherrschaft wird nicht eingefordert, und sportlich geht’s erst recht nicht zu. Vielmehr handelt es sich tatsächlich um ein simples Wörterraten, wie man es in jeder Zeitschrift finden kann. Nur, dass es hier wirklich viel Spaß macht.

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Macht tatsächlich Spaß: Kreuzworträtsel auf dem iPhone.
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Insgesamt warten 300 Rätsel von einfach über mittel bis schwer darauf, vom hirntrainingswilligen Zocker gelöst zu werden. Die zu erratenden Begriffe sind dabei weder Spezialwörterbüchern entnommen, noch übermäßig viel der Modesprache entlehnt. Erfreulich: Innerhalb der Rätsel kommt es kaum zu Wiederholungen der gesuchten Begriffe.

Die Eingabe erfolgt über die iPhone-typische virtuelle Tastatur, die bekanntermaßen sehr exakt funktioniert. Die Rätsel sind frei zoombar, so dass man sich zu jeder Zeit einen guten Überblick verschaffen kann, wo noch welcher Begriff fehlt. Und wer nicht weiterkommt, kann sich wahlweise einen Buchstaben oder das gesamte Wort verraten lassen. Da es keine Punktwertung gibt, hat die kleine Schummelei auch keine negativen Auswirkungen.

Sind alle 300 Rätsel gelöst, kann man sie zurücksetzen und von vorne beginnen. Doch das dürfte eine ganze Weile dauern, denn auch ohne Wiederholung ist lang anhaltender Tüftelspaß garantiert. Wer seinen Schaukelstuhl liebt und 1,59 Euro übrig hat, sollte dieser Applikation unbedingt eine Chance geben.

X-Plane: Lass einen fliegen

Flugsimulatoren haben sich am hart umkämpften Spielemarkt nie wirklich behaupten können, von einigen Ausnahmen wie dem legendären "Falcon 4.0" einmal abgesehen. Auch die bekannte MS-Flightsimulator-Reihe hat es mehr oder weniger nicht über ein Nischendasein hinaus geschafft und erfreut sich wohl am ehesten einer großen Beliebtheit unter graubärtigen Technikfreaks, die neben ihrem PC eine Modelleisenbahn stehen haben.

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Realistisch bis zum Abwinken: X-Plane.
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Doch dank des iPhones könnte sich der Stellenwert der virtuellen Fliegerei nachhaltig bessern. "X-Plane" von Hersteller Laminar Research ist nämlich nicht einfach irgendeine spaßige Luftsegelei im Arcade-Stil, sondern eine veritable Simulation – freilich mit technisch bedingten Einschränkungen. So sind die Bedienmöglichkeiten im virtuellen Cockpit abgespeckt, und auch bei der Übersicht hapert es ein wenig.

Dafür erfreut die zivile Fliegerei optisch durch eine opulente Grafik und nutzt die bewegungssensitiven Eigenschaften des Telefons konsequent. Schon sanftes Neigen oder Schwenken des Gerätes wirken sich unmittelbar auf die Flugeigenschaften aus. Die Steuerung ist jedoch aufgrund ihrer Präzision auch für Anfänger gut zu beherrschen.

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Über den Wolken...
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Lediglich beim Missionsdesign hapert es, denn anstelle von spannenden Aufgaben finden sich nur Rundflüge über verschiedenen Regionen wie beispielsweise Hawaii oder Innsbruck. Auch die Auswahl an Flugzeugen ist mit sechs verschiedenen Modellen nicht gerade üppig. Dafür bietet das Optionsmenü reichlich Einstellungsmöglichkeiten sowie eine auf den Anwender zugeschnittene Kalibrierung der Steuerung. Wer bereit ist, sich für 7,99 Euro dem Himmel ein Stück näher zu fühlen, sollte auf alle Fälle einen Blick riskieren.

SlotZ Racer: Carrera statt Karriere

Da lacht das Herz eines jeden Modell-Rennbahn- Besitzers: Mit "SlotZ Racer" hat nämlich ein spaßiges Arcade-Autorennen seinen Weg auf das iPhone gefunden, das seinesgleichen sucht. Hier gibt es weder Tuningmöglichkeiten fürs Auto, noch besondere Anforderungen an die Strecke oder die Witterung – hier wird einfach gerast ohne Reue. Und zwar von schräg oben auf einer echten Carrera-Bahn.

So einfach, wie es klingt, spielt es sich auch. Man sucht sich lediglich sein Fahrzeug aus, wählt eine Strecke sowie die Anzahl der Konkurrenten, und schon geht’s los. Die Steuerung erfolgt über das gefühlvolle Drücken eines einzigen Buttons auf dem Touch-Screen, über den man die Geschwindigkeit regelt – genau wie beim analogen Kinderzimmer-Bruder. Wer in den Kurven nicht abbremst, fliegt schnell von der Bahn und verliert Zeit. Die KI-gesteuerten Konkurrenten fahren verdammt gut, so dass man sich eigentlich kaum einen Fehler erlauben darf, um erfolgreich zu sein.

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Wie früher im Kinderzimmer: Slotz Racer
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Erwähnenswert ist auch die Multiplayer-Fähigkeit des Spiels, bei der bis zu vier Mitstreiter an einem einzigen iPhone um die Wette rasen können. Bei soviel körperlicher Nähe kommt natürlich echte zwischenmenschliche Wärme auf...
Doch das Rennen ist nur die Hälfte des Vergnügens. Denn das Programm bietet einen Editor, mit dem man sich bequem eigene Strecken bauen kann. Zwar hapert es ein wenig an Bauteilen, so dass man des Öfteren Abstriche bei seinen Kreationen machen muss, doch zum Glück gibt es ja Updates. Die Zimmer-Raserei lässt sich für 0,79 Euro ins Haus holen.

Das Programmier-Kit: Jetzt mach ich’s mir selbst

Wem die angebotenen Spiele im App Store nicht zusagen, der kann sich auch an Eigenkreationen versuchen. Möglich ist dies durch ein von Apple zur Verfügung gestelltes Entwicklertool, das man sich kostenfrei von der Webseite der Cupertiner herunterladen kann. Dazu benötigt man lediglich eine Apple-ID, die man ebenfalls für lau nach einer Registrierung auf der Apple-Entwicklerseite für iPhone-Applikationen erhält.

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Die Programmierschnittstelle stellt Apple kostenlos zur Verfügung.
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Das Development-Kit nimmt sich mit 1,6 GB Größe nicht gerade bescheiden aus, doch dafür erhält man eine komplette Entwicklerumgebung. Um seine Programme jederzeit risikolos testen zu können, ist ein Software-iPhone ebenfalls integriert. Anfänger sollten sich unbedingt vor Beginn ihrer Aktivitäten durch die umfassende englischsprachige Dokumentation sowie die Video-Einführungen auf der Webseite klicken.

Das Apple-SDK ist zwar eine feine Sache, doch ein gewisses Grundverständnis in der Programmiersprache Objective-C ist dringend erforderlich. Zwar lassen sich einzelne Komponenten auch ohne jede Programmierkenntnis zusammenklicken, doch spätestens bei der Individualisierung der Bausteine sollte man genauer wissen, was man gerade tut. Wer sich an eigenen Tüfteleien versuchen möchte, sollte sich das SDK herunterladen und selbst Hand anlegen. Aber sage hinterher niemand, wir hätten ihn nicht gewarnt!

Fazit: Mobil wie nie

Zocker haben es gut im dritten Jahrtausend. Nie zuvor war unser Hobby so mobil wie jetzt, und das Angebot an Spielen für die kleinen Handgeräte wächst mit jedem Tag. Nicht zuletzt durch Apples verspieltes iPhone hat mobiles Zocken einen ganz neuen Stellenwert erhalten, denn die Hightech-Apfel- Telefon-Computer-Konsole ermöglicht dank ihrer technischen Ausstattung nicht nur erstmals echtes Zocken auf einem Mobiltelefon, sondern bietet auch dank seines frei erhältlichen Programmier-Kits Tüftlern jede Menge Möglichkeiten, kreative Ideen umzusetzen.

Und gerade dieser Umstand hebt das iPhone von anderen mobilen Zockgeräten – egal ob Telefon oder Konsole – ab. Natürlich wäre es vermessen, eine Multimedia-Flunder wie Apples Telefon mit einer PSP oder einem DS gleich zu setzen. Das Gegenteil ist der Fall. Denn niemand wird sich ein iPhone aufgrund seiner spielerischen Fähigkeiten anschaffen. Dennoch finden sich in Apples App-Store mehr und mehr interessante Spiele von Hobby-Entwicklern, die zu einem überwiegenden Teil sogar unter 5 Euro kosten – Spaßgarantie inklusive.

Einziger Wermutstropfen: Wer ohne Einschränkungen in den Genuss der preisgünstigen Taschenspiele kommen möchte, muss – zumindest derzeit noch – die hohen Anschaffungs- und Unterhaltskosten für das iPhone berappen. Aber das dürfte bei technikverrückten Nerds wohl kaum ein Hinderungsgrund sein.