Am 22. April kündigte die Telekom an, dass ab dem 1. Mai diesen Jahres alle neu abgeschlossenen Verträge eine Klausel zur DSL-Drosselung enthalten werden. Die Umsetzung dieser Veträge soll dann spätestens 2016 geschehen. Bisher gab es jedoch seitens der Telekom keinerlei Angaben was mit den Verträgen der Altkunden passieren würde. Nun berichtet die Welt, dass auch die Verträge der Altkunden ab 2018 gedrosselt werden sollen.

Internet - Telekom will ab 2018 auch Altkunden drosseln

alle Bilderstrecken
Weitere Bilder zuInternet
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/2Bild 31/321/32
Kaum jemand blickt dem Ganzen positiv entgegen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Telekom-Chef Niek Jan van Damme erklärte dass die Telekom bis 2018 auf die neue NetztechnologieAll-IP umstellen möchte und das alte Netz dann abschalten werde. Im Zuge dieser Umstellung werden dann auch neue Geschäftsbedingungen notwendig, wodurch auch Altkunden zwangsweise in die neuen Verträge einwilligen müssen, wenn sie weiterhin Internet über die Telekom beziehen möchten.

Ob die Verträge aber auch 2018 noch die Drosselungen in Höhe von 75 bis 400 Gigabyte enthalten würden oder ob sich diese bis dahin erneut ändern würden sei laut van Damme allerdings unklar, da die Telekommunikationsbranche viel zu dynamisch für solch eine langfristige Vorraussage sei.

"In fünf Jahren, wenn wir das alte Netz abschalten wollen, werden wir in einer Internetwelt mit höheren Zugangsgeschwindigkeiten, neuen Partnerschaften, neuen Geschäftsmodellen, neuen Tarifen leben."

Ein Zurückrudern und ernute Änderung der Verträge hält van Damme dagegen für sehr unwahrscheinlich. Stattdessen bestätigte er noch einmal die Ansicht der Telekom dass man Vielnutzer mehr zur Kasse beten möchte und er der Ansicht ist: "Wer den Wasserhahn ständig laufen lässt, bezahlt auch mehr als Otto-Normalverbraucher."

Inhalte-Anbieter können ihre Dienste außerhalb des Volumens anbieten

Einer der Hauptkritikpunkte an den neuen Tarifen der Telekom ist die Gefährdung der Netzneutralität, welche bereits Petitionen mit mehr als 100.000 Unterschriften hervorrief. Auch die Bundesnetzagentur hat sich bereits eingeschaltet und will untersuchen ob das ausgenommene Datenvolumen des Telekomeigenen Dienstes Entertain gegen die Datenneutralität verstoße.

Statt jedoch dieser Diskussion entgegen zu wirken will sich die Telekom nun mit Inhalte-Anbietern unterhalten, welche gegen eine entsprechende Zahlung ihre Dienste außerhalb des Datenvolumens anbieten können: "Wir wollen diese Möglichkeiten diskriminierungsfrei anbieten, das heißt, wir reden mit jedem über diese Modelle, der sich bei uns meldet."

Würde also Google für seinen Youtube-Dienst Geld an die Telekom bezahlen könnte das verbrauchte Datenvolumen ausgenommen werden und damit auch bei eintretender Drosselung mit voller Geschwindigkeit genutzt werden. Beim hauseigenen Entertain-Dienst argumentierte die Telekom dass dies kein Internetdienst, sondern ein sogenannter Managed Service sei.

Spätestens wenn jedoch einzelne Anbieter durch entsprechende Modelle bevorzugt behandelt werden wird klar dass hier nicht mehr von einer Neutralität und Gleichbehandlung der Dienste gesprochen werden kann.