Laut dem „Focus“ sieht die Deutsche Telekom einige Ziele der Bundesregierung in Sachen Internet als schlichtweg unmöglich an. Geht es nach der CDU, sollen bis Ende 2014 mehr als 75 Prozent der Bundesrepublik mit einer DSL-Leitung mit einer Geschwindigkeit von mindestens 50 Mbit pro Sekunde versorgt werden.

Gegenüber dem Nachrichtenmagazin sagte Telekom-Deutschlandchef Niek Jan van Damme, dass dieses Ziel selbst unter Zusammenschluss mit anderen Internetanbietern in Deutschland nicht zu erreichen sei und aus wirtschaftlicher Sicht einfach nicht tragbar wäre. "Wir verlegen kein Glasfaserkabel bis zur letzten Jagdhütte, das wäre nicht zu finanzieren"“, sagte von Damme im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin.

Trotzdem kommt die Deutsche Telekom ihrem Auftrag, den Netzausbau immer weiter voranzubringen, nach. Noch in diesem Jahr sollen 44 Städte neu an das Glasfasernetz angeschlossen und dort das Internettempo auf bis zu 100 Mbit pro Sekunde beschleunigt werden. Vereinzelt gibt es dort schon Haushalte, die über 50 Mbit pro Sekunde angebunden sind. Hier will man das Tempo verdoppeln. Vor allem Bewohner von Großstädten kommen damit verstärkt in den Genuss hoher Bandbreiten.

Das Vorhaben der CDU, in deutschen Großstädten kostenlose Hotspots flächendeckend verfügbar zu machen, sieht van Damme ebenfalls sehr skeptisch an. Die Idee heiße er zwar für grundsätzlich gut, wisse aber nicht „wer das bezahlen soll“. Allein in der Hauptstadt würde ein solches Vorhaben mittlere bis hohe zweistellige Millionensummern verpulvern.
Außerdem räumte Van Damme ein, dass die Telekom den Konkurrenzdruck unter den Kabel- und Mobilfunkanbietern spüre. Zur geplanten Übernahme des TV- und Internetkabelanbieters Kabel Deutschland durch Vodafone gab er zu bedenken, dass eine solche Verschmelzung zweier doch unterschiedlicher Unternehmen mehrere Monate, wenn nicht mehrere Jahre andauern würde.

Ob der Deutschland-Chef der Deutschen Telekom vom Focus-Magazin auch über das heiß diskutierte Thema Netzneutralität oder die angekündigte Drosselung in den eigenen Datennetzen befragt wurde, geht aus den vorab veröffentlichten Interview-Passagen leider nicht hervor. Das gesamte Interview ist in der aktuellen Print-Ausgabe des Nachrichtenmagazins zu finden, welche seit heute am Kiosk liegt.