In Deutschland ist die Internet-Nutzung weiter gestiegen. Durchschnittlich surfte ein Deutscher in den ersten Monaten des Jahres 169 Minuten täglich über die weltweite Datenautobahn. Im letzten Jahr waren es noch 133 Minuten und damit über eine halbe Stunde weniger. Das geht aus einer repräsentativen Studie der ARD und des ZDF hervor, die am vergangenen Mittwoch veröffentlicht wurde. Darin wurden zwischen den Monaten März und April 1.800 Menschen ab 14 Jahren befragt.

Die Zahl der Internetnutzer stieg im Vergleich zum letzten Jahr von 53,4 Millionen auf 54,2 Millionen Menschen an – insgesamt sind 77,2 Prozent der Deutschen online. Das größte Wachstum verbuchte vor allem die Gruppe der über 70-Jährigen. Hier kletterte der Anteil der Internet-Nutzer von ehemals 20,1 auf 30,4 Prozent. Auch bei den 50- bis 59-Jährigen stieg die Internet-Nutzung rapide an – um sechs Prozentpunkte auf insgesamt 82,7 Prozent. Die Gruppe der 60-Jährigen liegt hingegen bei 42,9 Prozent mit einem Plus von etwa drei Prozentpunkten.

Größter Wachstumstreiber ist vor allem die „Unterwegs-Nutzung“ des Internets. Sie stieg binnen der letzten zwölf Monate von 23 auf 41 Prozent. Zuzuschreiben ist das hauptsächlich mobilen Apps, die von 44 Prozent aller Online-Nutzer täglich genutzt werden. In einem durchschnittlichen Haushalt gibt es 5,3 Endgeräte, die eine Verbindung in das Internet herstellen können. Der Studie zufolge stieg vor allem die Tablet-Nutzung. Mit 19 Prozent verfügt fast jeder fünfte Haushalt über einen Tablet-PC.

Für die Initiatoren der Studie ist vor allem die Nutzung von TV-Sendungen im Internet relevant. Der Studie von ARD und ZDF zufolge sollen sich immerhin 43 Prozent der deutschen Internet-Nutzer regelmäßig TV-Sendungen im Netz ansehen. Absolut sind das rund 23 Millionen Internet-Nutzer in Deutschland. Besonders beliebt ist der TV-Konsum über das Internet bei Jugendlichen. Bereits 27 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sollen Fernseh-Inhalte über das Netz sehen. Einen internetfähigen Fernseher sollen bereits 29 Prozent der befragten Haushalte besitzen.

Helmut Reitze, Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzender der ARD/ZDF-Medienkommission schlussfolgert: "„Statt der These ‚Radio und Fernsehen haben immer weniger Nutzer‘ gilt: TV- und Radio-Inhalte haben noch nie so viele Nutzer erreicht wie heute.“"