In einem Brief an Telekom-Chef René Obermann zeigt sich Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) besorgt über die am Montag angekündigte Geschwindigkeitsdrosselung von Internet-Flatrates, die offenbar ab 2016 Realität werden soll.

Internet - Bundesregierung zeigt sich über Flatrate-Drosselung der Telekom besorgt

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Die geplante Geschwindigkeitsdrosselung sorgt seit Montag für viel Aufregung.
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Laut einem Bericht von Spiegel Online warnt Rösler vor möglichen Einschränkungen für Flatrate-Kunden. Sowohl die Bundesregierung als auch die Wettbewerbsbehörden würden die weitere Entwicklung "in Bezug auf eine eventuell unterschiedliche Behandlung eigener und fremder Dienste unter dem Aspekt der Netzneutralität sehr sorgfältig verfolgen."

Zudem äußerte sich Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) kritisch gegenüber Spiegel Online: "Auf den ersten Blick ist ein Fortschritt für die Kunden nicht zu erkennen. Offenbar lässt das Unternehmen hier einen Versuchsballon steigen. Die Telekom muss aufpassen, dass sie nicht übers Ziel hinausschießt. Flatrates derart zu begrenzen, ist sicher nicht verbraucherfreundlich."

Inzwischen prüfe die Bundesnetzagentur das neue Modell mit Blick auf Netzneutralität, denn wenn laut Aigner ein Anbieter beim Überschreiten bestimmter Datenmengen die Geschwindigkeit drossele, um wiederum den eigenen Diensten Vorfahrt zu gewähren, werde hier das Prinzip der Netzneutralität in Frage gestellt. Von der Telekom verlangt sie eine konkrete Aussage zu der Sache: "Der Wettbewerb darf nicht zulasten der Verbraucher dadurch verzerrt werden, dass einzelne Anbieter zweifelhafte Vorfahrtsregeln einführen."

Rösler schließt Gesetzesänderungen offenbar nicht aus. Er macht darauf aufmerksam, dass die Bundesregierung die Netzneutralität wahren "und das "Best-effort-Internet" insbesondere im Interesse aller Nutzer dauerhaft" gewährleisten möchte.

Übrigens ist unter Change.org eine Petition dazu zu finden, die rasant wächst.

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