Sommer ist Gaming-Zeit. Aber nicht nur deshalb, weil mitten im August die größte Spiele-Messe Europas in Leipzig gastiert. Sommer-Gewitter laden zu einer erfrischenden Spiele-Partie am heimischen Rechner ein.

Leise bewegst du dich durch einen dichten Wald. Hier soll angeblich der Anführer der Diebesgilde sein Unwesen treiben. Du wagst es kaum, den Cursor mehr als einige Zentimeter vor sich zu platzieren und die Spielfigur an die markierte Stelle zu bewegen. Auf einmal ist es soweit: Die Diebe stürzen sich von hinten auf deine Party. Du willst reagieren und deinen Hauptcharakter schnell drehen – zu spät. Die lahme Maus-Krücke, die bei Ihrem PC beilag, konnte deine Reaktion nicht schnell genug umsetzen. Dein Held liegt im Dreck.

Klingt bekannt? Wenn ja, sollest du dich nach echter Spieler-Hardware umschauen. Mäuse, Tastaturen und auch klassische Hardware wie Sound- oder Grafikkarten werden in vielen Fällen speziell für Gamer entwickelt und den Ansprüchen schneller Spiele passend gemacht. Wir zeigen, bei welcher Zocker-Hardware auf jeden Fall zugegriffen werden darf.

Hardware - Review & Battle - Logitech G402

Tastaturen: Neue Bretter braucht der Gamer

Billgheimer wie bei Komplettsystem mitgelieferte Tastaturen haben in einem echten Spielzimmer nichts zu suchen. Gamer-Keyboards überzeugen durch einen sehr guten Tasten-Druckpunkt und der Möglichkeit, Makros anzulegen. Wir zeigen zwei aktuelle, gute Modelle.

Empfehlung der Redaktion: Razer Lycosa

Nach der Tarantula benennt Razer seine aktuelle Tastatur ebenfalls nach einer Spinne. Die „Lycosa tarantula“ spricht die gleiche Art von Spinne an wie der Vorgänger. Ganz im Gegenteil zur Tastatur an sich: Während die Tarantula noch ein riesiger Brocken war, ist die Lycosa von einem sehr flachen Design geprägt. Entsprechend tief setzt Razer auch die einzelnen Tasten in das Gehäuse. Das Ergebnis: Ein Schreibgefühl wie auf einem Notebook. In unserem Langzeittest mit diversen 3D-Shootern und Rollenspielen ist uns der exakte Druckpunkt der Tasten positiv aufgefallen.

Hardware - Frische Hardware für Spieler im Test

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Razer Lycosa: Gute Tastatur, die das Prädikat "sehr gut" aber verfehlt.
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Die blaue Beleuchtung der Buchstaben macht ein Spielen im Dunklen problemlos möglich – Du findest immer gleich die richtige Taste und die Finger rutschen dank gummierter Oberfläche nicht ab. Lediglich zusätzliche Makro-Tasten haben wir schmerzlich vermisst – die Lycosa verfügt lediglich über ein Standard-Tastaturlayout. Interessant ist jedoch das kleine Touchpad in der rechten oberen Ecke, über das man beispielsweise den Windows Media Player steuern kann. Schade nur, dass es bereits nach wenigen Handgriffen total verschmiert ist – glänzendes Plastik eignet sich kaum für eine Gamer-Tastatur.

Fazit: Gute, aber auch sehr teure Tastatur, die nicht an das hohe Niveau alter Haudegen wie die „Logitech G15“ herankommt. Genießt du es, auf der Notebook-Tastatur zu schreiben, ist die Lycosa eine Kaufempfehlung.

Preis: etwa 70 EuroSehr teuer, aber stabil: Steel Series 7G
Mit der 6G hat Steel Series eine interessante Tastatur auf dem Markt gehabt. Die 7G soll alte Tugenden mit neuen Funktionen erweitern und Luxus-Gamer ansprechen. In unserem Test überzeugte sie jedoch nur bedingt. Insgesamt wirkt das Keyboard für den Preis von 110 Euro recht billig verarbeitet. Das fällt besonders beim Tippen auf, das von lautem Klackern begleitet wird und schnell auf die Nerven geht. Gamer mit Headset bekommen davon zwar kaum etwas mit, beim Arbeiten stört es aber gewaltig. Der Druckpunkt selbst überzeugt dagegen.

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Steel Series 7G: Sehr teures Keyboard mit ein paar Macken.
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Der angenehme Anschlag ist in Spielen wie unter Office brauchbar. Die massive und große Bauweise der 7G wirkt sich positiv auf glatten Oberflächen aus. Das schiere Gewicht sorgt dafür, dass das Keyboard nicht verrutscht. Auffällig ist, dass bei der 7G das Anti-Ghosting hervorragend funktioniert. Dahinter verbirgt sich eine Funktion, die es erlaubt, mehrere Tasten gleichzeitig zu drücken und die entsprechenden Signale dennoch zum PC vordringen zu lassen. Selbst die Razer Tarantula kommt an das Niveau nicht heran.

Fazit: Sehr stabile und sündhaft teure Gamer-Tastatur mit dem gewissen Argh-Faktor durch sehr laute Geräusche beim Tippen. Eine Empfehlung für Gamer mit großem Geldbeutel und viel Platz vor dem Bildschirm.

Preis: etwa 110 Euro

Mäuse: Flotte Nager für 3D-Games

Das wichtigste Utensil für den 3D-Shooterfan ist die Maus. Diesmal haben wir zwei preiswerte Modelle im Test gehabt. Razer überrascht mit einer 30-Euro-Maus und die Tastatur-Spezialisten Ideazon wollen mit der Reaper Edge Gas geben.

Empfehlung der Redaktion: Razer Salmosa

Neues Jahr, neue Schlange: Wie üblich benennt Razer seine Mäuse nach einem Reptil. Diesmal ist die Salmosa dran - Agkistrodon halys, eine koreanische Viper. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich eine – für Razer-Verhältnisse – äußerst günstige, kabelgebundene Maus ohne viele Extras, aber den bekannt guten Werten. Optisch fällt auf, dass der Hersteller auf Beleuchtung vollkommen verzichtet. Gleiches gilt für Extra-Tasten – die Salmosa verfügt über eine linke und rechte Maustaste, sowie ein Mausrad, das gleichzeitig als dritte Maustaste fungiert.

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Razer Salmosa: Empfehlenswert für Sparfüchse.
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Auf der Unterseite wechselt man zwischen zwei möglichen dpi-Einstellungen – 800 und 1.800 dpi sowie zwischen drei Frequenzen, 125, 500 und 1.000 Hz. Razer setzt erneut auf Beidhändigkeit; die Salmosa ist für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen geeignet. Lediglich Spieler mit großen Händen werden die kompakte und kleine Bauform der Maus verfluchen. Für alle anderen bringt dieses Modell höchste Präzision (Infrarot-Sensor) und einen sehr guten Druckpunkt der Maustasten mit.

Fazit: Endlich eine preisgünstige Maus von Razer: Für 30 Euro bekommt man bewährt gute Razer-Technologie ohne viel Schnick-Schnack. Eine Empfehlung für alle, die kein Vermögen für eine Spieler-Maus ausgeben wollen.

Preis: etwa 30 EuroZu wenig für den hohen Preis: Ideazon Reaper Edge
Eigentlich kennt man Ideazon besonders von seinen beliebten Tastaturen. Das Z-Board oder die Merc Stealth haben sich in vielen Zimmern bereits durchgesetzt. Mit der Reaper Edge stellt man sich bewusst gegen Microsofts Sidewinder und Razers Lachesis. Entsprechend hoch fällt der Preis aus – rund 60 Euro kostet die Maus. Optisch erinnert sie an bekannte Modelle von Logitech – ganz ähnlich liegt sie auch in der Hand. Die Tasten sind sinnvoll auf der Oberfläche verteilt. Neben linker, rechter und mittlerer Maustaste liefert Ideazon zwei weitere Tasten auf der Daumenseite.

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Ideazon Reaper Edge: Für die gebotene Leistung zu hochpreisig.
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Deshalb eignet sich die Maus auch nur für Rechtshänder – Linkshänder werden sich mit der Benutzung schwer tun. Ansonsten überzeugt die Reaper Edge: Die Maus ist hochpräzise und lässt sich in fünf dpi-Einstellungen genau Ihren Ansprüchen anpassen. Außerdem liegt sie gut in der Hand – selbst in großen Händen macht sie eine brauchbare Figur. Lediglich der Druckpunkt auf die Maustasten kam uns zu weich vor. Nicht selten reicht minimaler Druck aus, um eine Aktion auszulösen. Das kann sich in spannenden Gefechten negativ auswirken.

Fazit: Schicke Maus, die das Design von den Besten abschaut und viele Funktionen für Gamer bietet. Lediglich die Maustasten konnten uns nicht überzeugen. Für 60 Euro bekommt man bessere Mäuse.

Preis: etwa 60 Euro

Grafikkarten: Ruckelfrei macht mehr Spaß

Neben der Peripherie spielt auch die Grafik eine enorm wichtige Rolle – wenn nicht gar die Wichtigste. Zur Zeit sind die Preise für schnelle Grafikkarten günstig wie nie. Deshalb: Zugreifen!

Empfehlung der Redaktion: ATI Radeon HD 4870

Das derzeit beste Preis-Leistungsverhältnis schreiben wir der ATI Radeon HD 4870 von AMD zu. Das derzeitige Top-Modell mit einer GPU liefert hervorragende Werte bei einem Preis ab 200 Euro. Ausgestattet ist die Karte mit 512 MByte GDDR5-Speicher und der entsprechend hohen Frequenz von 2,0 GHz DDR-Takt. Die GPU arbeitet mit 780 MHz und unterstützt DirectX 10.1 und damit das moderne Shader-Modell 4.1 sowie OpenGL 2.0.

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Radeon HD 4870: Klasse Verhältnis zwischen Leistung und Preis.
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Das Modell von MSI, das unser Testlabor erreicht hat, konnte sich auf Platz 4 der Bestenliste platzieren und mit einer ansprechenden Lautheit von 3,3 sone überzeugen – deutlich leiser als aktuelle Nvidia-Karten. Mit der Karte sind grafische Meisterwerke wie Crysis oder Age of Conan absolut kein Problem. Auch in nativer 22-Zoll-TFT-Auflösung (1.680 x 1.050 Pixel) ist ruckelfreies Spielen bei hoher Detaildichte möglich.

Fazit: Derzeit unser absoluter Tipp: Die Radeon HD 4870 hat ein brillantes Verhältnis von sehr guter Gaming-Leistung und geldbeutelschonendem Preis. Wer noch mehr sparen will, kann auch zur Radeon HD 4850 greifen, die es bereits ab 120 Euro gibt.

Preis: etwa 200 EuroIrre teuer und irre schnell: Nvidia Geforce GTX 280
Noch vor einigen Monaten brillierte Nvidia mit der Geforce 8800 GT im günstigen Highend-Segment. Die neue Serie – Geforce GTX 200 – bewegt sich dagegen in höhere Preisregionen. Die derzeit schnellste Spiele-Leistung bekommt man mit der Geforce GTX 280, das aktuelle Top-Modell von Nvidia. Die Karte ist mit 1.024 MByte GDDR3-Speicher ausgerüstet und bietet Leistung pur. Damit setzt sie sich in Sachen 3D-Gaming an die Spitze unserer Bestenliste.

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Geforce GTX 280: Super Leistung für dicke Geldbeutel.
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Der Haken bildet jedoch der Preis: Wer sich die schnelle EVGA Geforce GTX 280 SSC anschaffen will, muss rund 450 Euro investieren; andere Modelle liegen bei rund 350 Euro. Das erinnert an die Zeiten, in denen eine Highend-Grafikkarte mehr als ein kompletter Mittelklasse-Rechner gekostet hat. Daher empfinden wir diesen Preispunkt als nicht mehr zeitgemäß – gerade auch deshalb, weil ATI zeigt, dass man für die Hälfte des Geldes kaum schlechtere Leistungswerte erzielt. Dennoch: Wer die maximale Spiele-Power sein Eigen nennen will, kommt derzeit an der GTX 280 nicht vorbei.

Fazit: Rasend schnelle Grafikkarte mit allem, was eine moderne Gaming-Maschine benötigt. Lediglich die hohen Anschaffungskosten sind sparsamen Spielern ein Dorn im Auge.

Preis: etwa 370 Euro

Soundkarten: Onboard auf der Ersatzbank

Selbst der spannendste 3D-Shooter ist ohne die passende Geräuschuntermalung mehr als langweilig. Realistische Waffengeräusche, Funkübertragungen und gruselige Schreie aus dunklen Ecken verbreiten Atmosphäre. Spielern raten wir deshalb dringend zu einer darauf spezialisierten Soundkarte.

Empfehlung der Redaktion: Creative Soundblaster X-Fi Xtreme Gamer

Keine Neuheit, aber immer noch der Standard: Die Soundblaster X-Fi Xtreme Gamer ist die derzeit beste Soundkarte für den Spieler. Die Karte basiert auf PCI und unterstützt das Anschließen von 7.1-Systemen über einen speziellen Adapter. Ähnlich der günstigsten Variante „Xtreme Audio“ ist sie in Low Profile gefertigt und bietet keine vergoldeten Anschlüsse.

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X-Fi Xtreme Gamer: Die derzeit beste Soundkarte für Gamer.
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Das für Spieler wichtige EAX 5.0 wird anstandslos unterstützt. Im Vergleich zu teureren Modellen kann man jedoch keine weiteren Anschlüsse nachrüsten – über einen S/PDIF-Anschluss lassen sich jedoch digitale 5.1-Signale ausgeben. In der Praxis hat die X-Fi Xtreme Gamer einen guten Eindruck gemacht. Musik und Spiele-Sound wurde glasklar und satt wiedergegeben – ein gutes Soundsystem oder Headset vorausgesetzt. Hier kam im Test das Piranha-Headset von Razer zum Einsatz.

Fazit: Die X-Fi Xtreme Gamer ist die günstigste Variante, die Creative mit guter Ausstattung anbietet. Trotz des niedrigeren Preises empfehlen wir, die Xtreme Audio links liegen zu lassen – hier fehlen zu viele Features.

Preis: etwa 85 EuroNicht unbedingt für Gamer: Razer Barracuda AC-1
Razers erste und bisher einzige Soundkarte ist wahrlich kein Schnäppchen. Auch mehr als ein Jahr nach Release kostet die Karte noch weit über 100 Euro. Dafür gibt es aber auch einige Luxus-Features, die die Konkurrenz so nicht anbietet. Der Soundchip und wichtige Board-Elemente sind von einem Plastik-Case geschützt – somit verstauben diese Teile nicht. Außerdem sind die Anschlüsse vergoldet, um das Übertragungssignal zu verbessern. Ihr Headset oder Soundsystem werden nicht direkt an der Platine angeschlossen, sondern über einen zusätzlichen Adapter, der an der Karte festgemacht wird. Somit hat man einige Zentimeter mehr Kabellänge zur Verfügung.

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Barracuda AC-1: In Spielen schwächer als die X-Fi-Serie.
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Neben der Möglichkeit, analoge Signale zu übertragen, bietet Razer auch optische Ein- und Ausgänge an – Kabel dafür fehlen jedoch im Lieferumfang. Als Soundchip kommt der „Oxygen HD CMI-8788“ von C-Media zum Einsatz, der Dolby Digital Live und DTS Connect unterstützt. Dafür müssen Spieler auf EAX 5.0 verzichten; die Barracuda unterstützt lediglich Version 2.0 des Standards. Das hat erheblichen Einfluß auf die Praxis. Während Barracuda bei älteren Games (die kein EAX 5.0 unterstützen) genauso gut kling wie die X-Fi Xtreme Gamer von Creative, hängt letztere das Razer-Modell bei neueren Spielen klanglich ab. Besitzt man aber einen entsprechenden Receiver, kann der Klang vor allem bei Film und Musik durch Dolby Digital enorm verbessert werden.

Fazit: Die Razer Barracuda kann vor allem bei Film und Musik auftrumpfen. Dolby-Digítal-Unterstützung hebt die teure Karte in die Königsklasse. Durch das fehlende EAX 5.0 verliert sie gegenüber der X-Fi-Serie in Spielen deutlich an Boden.

Preis: etwa 150 Euro