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Intel hat in den letzten Jahren mächtig aufgedreht und AMD bei den Prozessoren längst an die Wand gedrängt. Dafür beherrscht AMD momentan das Feld der Grafikkarten und setzt dort Nvidia unter Druck, das nach der Mega-Klatsche für die GTX-Reihe nachlegen müssen. Was haben die Chip-Giganten für die Zukunft auf Lager?

Hardware - Review & Battle - Logitech G402

Hardware-Trends - CPU, Mainboard, Grafik: Die Neuen von Intel, AMD und Nvidia

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Die Entwicklung in der Computerbranche schreitet in Mammutschritten voran: Bei den Prozessoren konkurrieren Intel und AMD, wobei Intel mit seiner innovativen und leistungsstarken Core-i-Reihe AMD einen großen Schritt voraus ist.

AMD-Prozessoren aus der Phenom-II- oder Athlon-II-Serie punkten weniger mit absoluter Highend-Performance als mit ihrem guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Dafür schluckte AMD den Grafikkartenhersteller ATI und schlug mit den erfolgreichen Grafikkarten der HD-4000- und 5000-Reihen den richtigen Weg ein.

Ringen um die Grafik-Krone

Grafik-Konkurrent Nvidia schwächelte zuletzt in diesem Bereich: Mit der Einführung der ersten GTX 480 mit GF100-GPU, die trotz Performance-Steigerung wegen ihres hohen Stromverbrauchs und starker Wärmeentwicklung wenig überzeugen konnte, hatte der Hersteller noch nicht die richtige Antwort auf AMDs Modelle parat. Spätestens seit dem Launch der erfolgreichen GF104-GPU, die nun auf den aktuellen Karten der GTX-460-Modellreihe verbaut wird, ist aber klar, dass Nvidia wieder voll da ist.

Die Chip-Technik der Zukunft

Aber wie geht's weiter? Welche Prozessor-Trends stehen an: Dominiert Intel den Highend-CPU-Bereich weiterhin oder kommt AMD endlich aus der Preis-Leistungs-Schiene heraus und überzeugt auch Enthusiasten mit maximaler Power? Was können die neuen Chipsätze der passenden Mainboards? Und wer sichert sich mit neuen GPU-Entwicklungen die Vorherrschaft im Grafiksegment: Nvidia oder AMD? Wir verraten, was die drei großen Hersteller für die nahe Zukunft planen.

8-kernige CPU-Power: Die Zukunft wird Octacore

Intel und AMD planen für ihre neuen Spitzenmodelle bis zu acht Kerne statt wie bisher vier oder sechs Cores. Und bei den Notebook-CPUs will AMD einen Netbookprozessor mit integrierter Grafik bringen, der die GPU eines Intel Core i5-M schlagen soll.

Für das erste Quartal 2011 hat AMD seine Fusion-Technologie angekündigt. Dabei handelt es sich um Prozessoren, die unter ihrem "Die" nicht nur die Prozessorkerne der CPU beherbergen, sondern ebenso einen Grafikchip.

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Neue AMD-Reihe: 2011 auch erstmals mit Grafikchip im Prozessor.
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Aus für Onboard-Grafik

Dieser übernimmt selbstständig grafische Berechnungen und löst somit eine auf dem Motherboard verlötete GPU (Onboard-Grafik) ab. Das Prinzip ist ähnlich der derzeitigen Core-i-Reihe von Intel, die bereits auf eine im Prozessor verbaute GPU setzt. Anders als zunächst von AMD ursprünglich angekündigt, sollen im ersten Quartal 2011 zunächst lediglich die Netbook-Prozessoren mit den Codenamen Ontario und Zacate die neue Technologie einläuten. AMDs Llano-Prozessor, dessen Herstellung im 32-Nanometer-Verfahren geplant ist, wird es aufgrund von Fertigungsproblemen nicht vor dem dritten Quartal nächsten Jahres auf den Markt schaffen.

Ersten Tests zufolge soll die Grafikeinheit des Zacate für Netbooks DirectX 11 unterstützen und schneller sein als jene eines aktuellen Intel Core i5-M, der in Mittelklasse-Notebooks oder teilweise auch All-In-One-PCs verbaut wird. Gelingt es AMD, seine Chips erfolgreich auf den Markt zu bringen, könnte HD-Video-Unterstützung bald auch in vielen preisgünstigen Netbooks möglich sein - und das ganz ohne Nvidias Ion-Chipsatz.

Intel immer noch vorn dran

Intel hat bei seinen Prozessoren den Schritt, GPUs in Prozessoren zu integrieren, bereits erfolgreich in seiner derzeitigen Core-i-Reihe für den Sockel 1156 umgesetzt. Als nächstes sind Prozessoren mit der sogenannten Sandy-Bridge-Architektur dran, die für das erste Quartal kommenden Jahres angekündigt sind.

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Benötigen einen anderen Sockel: Die Intel Sandy Bridge-Prozessoren.
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Die integrierte Grafikeinheit behält Intel auch bei der neuen Architektur bei, ebenso wie die Namensgebung Core iX, auch wenn Namenserweiterungen der neuen Prozessoren natürlich anders lauten werden. Ein auf Sandy Bridge basierender Prozessor wird zum Beispiel der Core i7-2600K sein. Die Zahl zwei gibt an, dass es sich dabei um einen Core i7 aus der zweiten, also neuen Sandy-Bridge-Generation handelt. Die Zahl hinter der zwei gibt die Leistung des Prozessors an, je höher, desto stärker soll der Prozessor sein. Der Buchstabe am Ende, wie zum Beispiel das „K“ gibt weitere Informationen über den Prozessor an, wie einen in diesem Fall nach oben hin offenen Multiplikator.

Acht Kerne kommen

So soll es weiterhin einen Core i7 für den Highend-, einen Core i5 für den Mitteklasse- und einen Core i3 für den Lowend-Markt mit Taktraten von 2,3 bis 3,4 GHz geben. Die Anzahl der Kerne soll von zwei im Core i3 bis sogar acht in der absoluten Highend-Ausführung eines Core i7 reichen. Die Core-i-Prozessoren aus der zweiten Generation werden im 32-Nanometer-Verfahren gefertigt und eine neue Mainboard-Plattform benötigen.

Nvidia oder AMD: Wer macht das Grafik-Rennen?

Kleinere Fertigungsverfahren, mehr Energieeffizienz und natürlich richtig viel Leistung: So sieht die Zukunft der Grafikkarten aus. Nvidias nächste Kepler-GPUs sollen erst Mitte 2011 kommen, erste neue AMD-Karten dagegen soll es noch im Oktober geben. Und was ist eigentlich mit Intels Larrabee?

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Extreme Performance verpackt in 28 Nanometern: Nvidias neue Kepler-GPUs.
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Bei Nvidia wird nächstes Jahr ganz klar der neuen Kepler-GPU gehören, die die Nachfolge der derzeit aktuellen Fermi antritt. Um die Leistungsfähigkeit von Kepler-Karten ranken sich aktuell noch viele Gerüchte – fest steht nur, dass sie schneller als die Fermis sein dürften. Wir vermuten, dass die neue GPU wohl drei- bis viermal flotter sein wird als die derzeitigen Grafikkarten. Sicher können wir aber wohl erst Mitte 2011 sein, denn da soll der neue Grafikchip von Nvidia gelauncht werden.

Fest steht, dass Nvidia die Leistungseffizienz der Kepler-GPU um das doppelte bis dreifache im Vergleich zur Fermi erhöhen will. Außerdem soll Kepler im 28-Nanometer- statt wie bisher im 40- Nanometer-Verfahren gefertigt werden. Einen Blick in die fernere Zukunft gewährt der angekündigte Maxwell-Grafikchip, der nochmals schneller sein soll und für 2013 geplant ist.

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Schon diesen Monat erhältlich: Die AMD Radeon HD 6000 in Serie.
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AMD: HD 6000 so schnell es geht

AMD ist auf jeden Fall bei der Markteinführung der Neuheiten schneller: Die neue Radeon-HD-6000-Serie soll schon Ende Oktober 2010 erscheinen. Geplant sind dann aber zunächst nur Grafikkarten aus dem Midrange-Bereich wie die Radeon HD 6870 und HD 6850. Es ist aber stark davon auszugehen, dass die neuen Mitteklasse-Karten leistungstechnisch ganz deutlich zu den derzeitigen Highend-Karten wie der Radeon HD 5850 oder HD 5870 aufschließen werden – bereits die Namensgebung deutet dies an.

Verpasst AMD seinen ebenfalls anstehenden Oberklasse-Grafikkarten der HD-6000-Reihe dann einen ähnlichen Performanceboost, dürften diese für exzellente Gaming-Power im Rechner sorgen. Neben den Mittelklasse-GPUs namens Barts XT und Pro soll es auch Hochleistungschips mit den Namen Cayman und Antilles geben, letzterer besitzt sogar zwei Kerne. Erste Highend-Chips sind vermutlich aber frühestens Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres spruchreif.

Zu diesem Zeitpunkt plant AMD auch die Mittelklasse-Radeons der HD-6000-Serie im kleineren 28-Nanometer-Verfahren zu fertigen, was wohl die Energieeffizienz deutlich steigern wird. Die neuen Grafikkarten tragen dann übrigens zum ersten Mal das Firmenkürzel AMD statt wie bisher ATI.

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50-Kerne-GPU: Schafft es Intels Larrabee noch zur Marktreife?
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Larrabee wiederbelebt?

Ebenfalls spannend bleibt, was Intel mit seiner Larrabee-Grafik erreichen wird. Nachdem erst Ende letzten Jahres offiziell bestätigt wurde, dass es keine Grafikkarten basierend auf der Larrabee-Architektur von Intel geben wird, verkündet Intel nun, dass wieder fleißig an Larrabee 2 gebastelt wird. Im Gegensatz zu AMD und Nvidia werden bei Intels Larrabee mehrere stark verkleinerte Pentium-Prozessoren zu einer Grafikeinheit gebündelt.

Intel überlegt, einen ersten Grafikchip mit 50 einzelnen im 22-Nanometer-Verfahren gefertigten Prozessoren und dem Codenamen „Knights Corner“ herzustellen. Dieser soll jedoch - wenn überhaupt - nach derzeitigem Stand keinesfalls vor 2012 fertig werden.

Neue Chipsätze: Weder Overclocking noch USB 3.0

Wenn sich Prozessoren weiterentwickeln, muss da auch der Chipsatz des Motherboards mitspielen. AMDs und Intels neue Chipsätze dienen aber nicht nur der Performance-Steigerung. Sie unterstützen kein USB 3.0 und Intel plant sogar eine Overclocking-Sperre.

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AMD-Bulldozer: AM3 muss AM3+ weichen.
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AMDs geplante Fusion-Prozessoren mit der Bulldozer-Architektur werden ihren Platz auf AM3+ Mainboards finden. Eine neue Prozessorgeneration stellt natürlich aber auch ganz andere Ansprüche an den Chipsatz. So wird AMD für die neuen AM3+ Boards die Chipsätze 990FX, 990X und 970 bauen.

Nachschub für Core-Gamer

Dabei wird sich der FX-Chipsatz wohl überwiegend an Power-Gamer richten, da mit diesem Chipsatz zwei im Verbund betriebene Grafikkarten aus der vollen PCIe-x16-Bandbreite schöpfen. Die 990X- und 970-Chipsätze sollen zwei Grafikkarten im gleichzeitigen Betrieb lediglich mit achtfacher Bandbreite am Motherboard anbinden. Ziemlich sicher ist auch, dass keiner von AMDs neuen Chipsätzen das flotte USB 3.0 ohne Zusatzchip unterstützen wird.

Um trotzdem in den Genuss von USB 3.0 zu kommen, werden die Board-Hersteller - insbesondere bei auf Performance ausgelegten Mittel- und Oberklasse-Hauptplatinen - aber wohl mit dem Verbau eines entsprechenden Chips reagieren, der in der Lage ist, USB 3.0 zu steuern.

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Intel P67-Chipsatz: Übertakten ade?
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P67 und H67 - die Neuen von Intel

Auch bei Intel müssen für den Sockel 1155 neue Chipsätze her, die Intel P67 und H67 heißen werden. Dabei steht „P“ für Performance, weshalb dieser Chipsatz auf Highend-Motherboards untergebracht sein wird. Der H67 richtet sich dagegen mehr an Multimedia-User. Gerüchten zufolge will Intel aber - entgegen den bisherigen Gepflogenheiten - auch beim Highend-Chipsatz das Übertakten zum ersten Mal gänzlich unterbinden.

Overclockern schlägt letztes Stündlein

Während die Prozessormultiplikatoren, ausgenommen bei einigen Sondermodellen, schon lange gesperrt sind, will man den Overclockern nun vermutlich auch die Möglichkeit nehmen, Prozessor und System über die Baseclock (früher Front Side Bus) zu übertakten. Stattdessen soll Übertakten dann vollautomatisch über die Turbo-Funktion von Intel funktionieren. Ersten herstellerabhängigen Tests zufolge lassen sich Sandy-Bridge-CPUs aber auf weit über 4 GHz übertakten.

Allerdings ist es möglich, dass daneben auch mehrere Prozessoren aus der sogenannten K-Reihe auf den Markt kommen. Da diese einen freien Multiplikator besitzen, können solche Prozessoren weiterhin manuell übertaktet werden. Vermutlich werden die Prozessoren der K-Serie aber alles andere als günstig zu bekommen sein. Ähnlich wie bei AMD ist auch für Intels neue Sockel-1155-Chipsätze keine native USB-3.0-Unterstützung geplant. Hier werden Board-Hersteller wohl ebenso den Umweg über einen separaten Zusatzchip nehmen müssen.