Green-IT ist inzwischen eines der Hauptargumente mit denen die Hersteller sämtlicher Sparten, vom Lüfter bis zum Komplett-PC, zu werben versuchen. War es schon auf der CeBIT eines der meist diskutierten Themen, kommen die meisten Produkte jetzt erst auf den Markt. Intel versucht mit der Atom-CPU Kunden für sich gewinnen und auch AMD will bald mit seinem Konkurrenzprodukt auf den Markt kommen.

Der Grundgedanke ist jedoch oft schon verloren gegangen: Einerseits will man natürlich die Umwelt mit einem geringeren Energieverbrauch schonen, andererseits möchte aber auch der Kunde bei den stetig steigenden Energiekosten so viel Strom und somit Geld wie möglich sparen. Jedoch geht diese Rechnung meist nur schwerlich auf, da der "Stromspar-PC" am Ende oft mehr gekostet hat, als er jemals einsparen könnte.Mit der Idee einen kostengünstigen und sparsamen Desktop-PC zu schaffen, kommt nun die bisher erst wenig in Erscheinung getretene Firma CherryPal.

Mit dem CherryPal-C100-Desktop-PC soll man seine alltäglichen Arbeiten erledigen können, surfen, Musik hören über iTunes, Videos schauen und natürlich auch Texte bearbeiten und das bei einem angegebenen Verbrauch von 2 Watt, das ist weniger als bei Intels Atom. So ist ein 400-MHz-mobileGT-Prozessor von Freescale verbaut, der auch gleichzeitig als Grafikprozessor dient, zusätzlich kommen 256-MB-DDR2-Arbeitsspeicher und ein 4-GB-Solid-State-Drive zum Einsatz. Neben einem VGA-Ausgang und einer Kopfhörerbuchse sind zwei USB-2.0-Schnittstellen vorhanden und auch auf WLAN oder einen Anschluss für ein 10/100-MBit-Netzwerkkabel muss nicht verzichtet werden. Ein Lüfter jedoch ist nicht vorhanden, weshalb das Gerät vollkommen geräuschlos arbeitet.

CherryPal setzt auch auf ein dezimiertes Debian Linux als Betriebssystem, das den Browser Firefox als Bedienoberfläche hat. Dies ist insofern praktisch, da so die im Kaufpreis enthaltenen 50-GB-Speicher im Internet über die sogenannte CherryPalCloud optimal genutzt und als Systemspeicher verwendet werden können. Die Vorzüge dieses Systems sind besonders für Einsteiger nicht von der Hand zu weisen, so kann die Hardware auf ein Minimum reduziert werden und auch Produkt-Updates kann der Server automatisch vollziehen. Da es inzwischen schon zahlreiche Web-Applikationen gibt, die der Leistung von lokal installierten Anwendungen in nichts nachstehen, ist der CherryPal C100 für 249 US-Dollar oder umgerechnet etwa 160 Euro eine echte Alternative zu schon bekannten Angeboten.