Sie kann Standortinformationen, eingehende Anrufe und SMS aufzeichnen, Apps aufrufen, Audioaufnahmen starten und sogar Eingaben auf der physischen und der virtuellen Tastatur des jeweiligen Geräts protokollieren.

Handys - Carrier IQ: Spionage-Software sammelt Daten von über 140 Millionen Handys

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Die Spionage-Software Carrier IQ sorgt derzeit für großes Aufsehen, denn es handelt sich dabei um keinen Trojaner, den sich der Nutzer unwissentlich beispielsweise über das Internet eingefangen hat. Carrier IQ wird stattdessen bereits von Werk ab auf den Geräten vorinstalliert, egal ob auf Android-Geräten, Blackberrys oder Nokia-Smartphones.

Auf der Website des Unternehmens läuft eine Zahl, die sekündlich immer weiter wächst. Sie verdeutlicht, wie viele Handys derzeit im Umlauf sind, welche mit dieser Software ausgestattet sind: über 141 Millionen Geräte.

Die Nutzer selbst erfahren davon nichts, außer höchstens bei ganz bestimmten Systemabstürzen fragt die Software nach, ob man eine entsprechende Fehlermeldung an den Hersteller oder Provider senden darf. Und auch einzig dafür werde angeblich die Software benötigt, meint das gleichnamige Unternehmen Carrier IQ.

Die Software soll helfen, die Qualität und die Stabilität von Netzwerken und Hardware zu verbessern, indem sie Informationen über Probleme und Fehlfunktionen sammelt. Tastatureingaben aber würde sie nicht aufzeichnen.

Der Android-Entwickler Trevor Eckhart aber zeigt in einem Video, dass da nicht ganz die Wahrheit gesagt wurde. Darin gibt er in der HTTPS-Suche von Google auf seinem HTC Evo die Worte Hello World ein - und genau diese Worte werden von dem Gerät aufgezeichnet und erscheinen im Protokoll, das Carrier IQ auf dem Handy anlegt.

Die Buchstaben werden nämlich direkt beim Eintippen gespeichert, HTTPS verschlüsselt erst beim Senden des Textes. Der Entwickler konnte sich eine Fabrikversion der Software anschauen, wo Carrier IQ auf sich mit einem Symbol in der Statusleiste aufmerksam machte und die Nutzer eine Liste zu sehen bekommen, in der man die technischen Probleme abhaken kann.

Das aber würde bei verkauften Geräten nicht selbstverständlich sein, da die Software moodifiziert und komplett verborgen werden könne. Und aus diesem Grund bezeichnet er das Ganze auch als Rootkit.

Nicht nachweisen konnte er bislang aber, dass die Daten auch tatsächlich an irgendeinen Server gesendet werden. Er fordert letztendlich die Provider und Handy-Hersteller dazu auf, transparenter vorzugehen und die Nutzer aufzuklären. Unklar ist, ob diese Software auch außerhalb der USA zum Einsatz kommt.

Wer die Software auf seinem Android-Gerät aufspüren möchte, kann eine von Eckhart extra dafür entwickelte Software unter dem Quellenlink herunterladen.