Wechsel an der Spitze? Nachdem AMD nun einige Monate lang den Grafikkarten-Thron besetzt hielt und vor Nvidia unbeirrt regieren konnte, schlägt die Konkurrenz zurück - und zwar mit voller Wucht.

Nvidias neuester Streich sind zwei Grafikkarten, die AMD ganz schön einheizen. Die Geforce GTX 285 ist der offizielle Nachfolger der Geforce GTX 280 und will das Single-Chip-Segment dominieren. Der einzige Gegenspieler ist die ATI Radeon HD 4870, gegen die sich Nvidia durchsetzen muss. Unser Test zeigt, welche der beiden Karten die Nase vorne hat und wieviel ihr dafür ausgeben müsst.

Grafikkarten-Vergleich - Kampf der Giganten: die schnellsten Grafikkarten

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Showdown beim Kartenspiel: die schnellsten Platinen im Test.
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Um die Goldmedaille kämpfen jedoch zwei ganz dicke Brocken: Die Geforce GTX 295 ist mit zwei GPUs ausgestattet, hat mächtig Speicher vor der Hütte und will damit Highend-Gamer überzeugen. Das AMD-Gegenstück nennt sich ATI Radeon HD 4870 X2 und ist schon etwas länger auf dem Markt. Ob Nvidia den bisherigen Grafikkarten-König stürzen kann oder lediglich den zweiten Platz belegt, erfahrt ihr in unserem Vergleichstest.

Geforce GTX 295 gegen Radeon HD 4870 X2

Nvidias neues Top-Modell heißt Geforce GTX 295. Dahinter verbirgt sich eine Dual-Chip-Grafikkarte mit mächtig Dampf unter der Haube. Wir haben getestet, wie sie sich im Vergleich zum bisherigen Spitzenreiter Radeon HD 4870 X2 schlägt.

Grundsätzlich basiert Nvidias neue Top-Karte auf einem Mix aus zwei Modellen - der Geforce GTX 260² und GTX 280. Unsere Testkarte kommt von Asus und trägt den Namen ENGTX295/2DI/1792MD3/A. Die technischen Daten lesen sich beeindruckend: Ausgestattet mit zweimal 240 Shader-Prozessoren, zweimal 896 MByte GDDR3-Speicher und gefertigt im 55-nm-Prozess, lässt sie die AMD-Konkurrenz schon in der Theorie blass aussehen. Der GPU-Takt liegt bei 576 MHz, das Grafik-RAM taktet mit 1.998 MHz (DDR) und die Shader werden mit 1.242 MHz betrieben. Jede GPU verfügt über ein 448 Bit breites Speicherinterface. Im Vergleich dazu bietet AMDs Dual-GPU-Karte lediglich zweimal 256 Bit.

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Asus ENGTX295: der neue König der Grafikkarten.
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Der Benchmark-Parcours

Die theoretischen Werte katapultieren die Nvidia-Grafikkarte auf den Thron unseres Vergleichstests. Im Folgenden findet ihr die wichtigsten gemessenen Werte unserer Benchmarks und Spiele - in Klammern dahinter jeweils den Wert des AMD-Pendants Radeon HD 4870 X2 OC von MSI. Beim 3DMark Vantage schneidet die Geforce in unserer Standard-Testumgebung mit 14.945 Punkten (ATI: 13.399) ab. Die Vorgänger-Version 3DMark 06 erreicht die Karte 14.753 3DMarks (ATI: 16.839) - hier hat AMD also leicht die Nase vorne. Im PCMark 05 überholt die Nvidia-Karte wieder - das Ergebnis: 9.945 Punkte (ATI: 8.186).

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3DMark Vantage: der Standard-Benchmark für Gamer.
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In der Spielepraxis

Wirkliche Dominanz zeigt die Geforce jedoch in den meisten Spielen. Der Grafikknaller Crysis liefert in der Auflösung 1.680 x 1.050 Pixel, vierfachem Anti-Aliasing und 16-fachem anisotropischen Filter flüssige 71 Frames pro Sekunde (ATI: 57 fps) - 14 Bilder mehr als die Konkurrenz. Gleiches Bild bei World in Conflict: Die Geforce kommt bei den gleichen Einstellungen auf 58 fps (ATI: 44 fps) - wieder 14 Bilder mehr. Lediglich beim OpenGL-Spiel Enemy Territory: Quake Wars bleibt AMD Spitzenreiter. Die Geforce kommt auf 103 Frames pro Sekunde (ATI: 117 fps) - diesmal also die Radeon mit dem 14-Punkte-Vorsprung.

Etwas zu laut

In Sachen Lautheit zeigt die Geforce dagegen Schwächen. 4,3 sone (ATI: 3,0) Lautheit im 2D-Betrieb unter Windows sind extrem viel; der Wert steigt beim Spielen auf 5,0 sone (ATI: 4,8) an - insgesamt also stets lauter als die Radeon. Außerdem scheint das Kühlsystem wenig hilfreich - die Betriebstemperatur liegt durchschnittlich bei 77 Grad Celsius.

Fazit:

Nvidia erklimmt ohne große Probleme unseren Grafikkarten-Thron. In Sachen Leistung setzt die Geforce GTX 295 absolute Bestwerte und verdient sich somit den Titel "Schnellste Grafikkarte der Welt". Deutliche Schwächen zeigt sie bei der Kühlleistung und bei der Lautheit. Achtet beim Kauf daher auf eine starke Gehäusekühlung. Geräuschempfindlich solltet ihr ebenfalls nicht sein. Wer rund 450 Euro für dieses Monster ausgeben will, bekommt vor allem Leistung pur. Zum Vergleich: Für die Radeon-Karte müsst ihr etwa 420 Euro hinblättern.

Geforce GTX 285 gegen Radeon HD 4870

Das zweite große Duell findet bei den Ein-Chip-Karten statt. Nvidia schickt die nagelneue Geforce GTX 285 ins Rennen, während AMD mit der preiswerten Radeon HD 4870 dagegen hält. Wir sagen, welche Wahl ihr treffen solltet.

Nvidias Geforce GTX 285 ist der Nachfolger der Geforce GTX 280. Unsere Testkarte kommt von Zotac und wird als AMP!-Edition mit leichter Übertaktung verkauft. Als Gegner tritt HIS mit der Radeon HD 4870 IceQ 4+ Turbo an - derzeit eine der schnellsten HD-4870-Karten auf Basis einer GPU. Die Geforce GTX 285 ist im modernen 55-nm-Verfahren gefertigt und greift auf 240 Shader-Prozessoren zurück. Die GT200b-GPU taktet 702 MHz, die Shader werden mit 1.512 MHz betrieben.

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Zotac GTX 285 AMP!: eine der schnellsten Single-GPU-Karten.
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Als Speicher stehen 1.024 MByte nach GDDR3-Standard bereit, die mit 2.592 DDR-Takt angetrieben werden. Das 512 Bit breite Speicherinterface fällt - auf die einzelne GPU projiziert - sogar noch größer aus, als bei der GTX 295. Im Vergleich zur AMD-Karte können also theoretisch doppelt so viele Daten zwischen Chipsatz und Speicher pro Takt transferiert werden.

Der Benchmark-Parcours

Im Folgenden findet ihr die wichtigsten gemessenen Werte unserer Benchmarks und Spiele - in Klammern dahinter jeweils den Wert des AMD-Pendants Radeon HD 4870 IceQ 4+ Turbo von HIS. Beim 3DMark Vantage überzeugt die Karte sogar mehr als die Dual-GPU-Konkurrenz und setzt mit 15.554 Punkten (ATI: 14.510) einen neuen Bestwert. Das ist darauf zurückzuführen, dass dieser Benchmark nicht auf SLI oder Crossfire ausgelegt ist und die Werte der Geforce GTX 285 unter Single-GPU-Aspekten höher ausfallen. Im 3DMark 06 erreicht sie dagegen nur 12.339 Punkte (ATI: 9.485) - deutlich weniger als die GTX 295, aber immer noch viel mehr als die AMD-Konkurrenz. Beim PCMark 05 liegen Nvidia und AMD fast gleich auf: 10.382 Punkte (ATI: 10.115) können sich sehen lassen.

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Crysis: Dieses Spiel bringt den Rechner an die Grenzen.
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In der Spielepraxis:

Entscheidend sind letztlich aber die Praxiswerte - und die sehen ebenfalls sehr gut aus. Der 3D-Shooter Crysis kommt auf 51 Frames pro Sekunde (ATI: 37 fps) mit 1.680 x 1.050 Pixel Auflösung, vierfacher Kantenglättung und 16-fachem anisotropischen Filter. Bei World in Conflict zeigen sich sehr ähnliche Werte. Bei den gleichen Einstellungen wie in Crysis kommt die Geforce GTX 285 auf 53 Bilder pro Sekunde (ATI: 39 fps). Wie üblich liegt AMD bei OpenGL-Anwendungen erneut vorne. Die Nvidia-Karte kommt auf 117 Frames pro Sekunde, die Radeon HD 4870 auf 124 Bilder.

Kaum hörbar

Was die Lautheit betrifft, liegen beide Karten etwa gleich auf - und das im besten Sinne. Die Zotac GTX 285 AMP! kommt dank hervorragendem Kühlsystem auf 0,8 sone (ATI: 0,9 sone) im 2D-Betrieb und 1,1 sone (ATI: 1,0 sone) im 3D-Betrieb. Somit ist die Karte in den meisten Fällen kaum hörbar. Das trägt zur Atmosphäre jedes Spiels bei und verhindert, dass ihr Sound und Musik laut drehen müsst, um die Lüftergeräusche zu überdecken - prima! Dementsprechend gibt es nichts Negatives über die Kühlsysteme beider Karten zu sagen, da sie auf allerhöchstem Niveau agieren und die Grafikkarten dennoch kühl halten.

Fazit:

Nvidia veröffentlicht mit der Geforce GTX 285 einen absoluten Kracher. Die getestete Zotac-Karte gehört zu den schnellsten Ein-Chip-Lösungen, die derzeit auf dem Consumer-Markt zu finden sind. Dazu kommt ein ausgeklügeltes Kühlsystem, das selbst in hitzigen Gefechten Ruhe bewahrt - ideal für entspannende Spiele-Abende. Leistungsmäßig liegt sie gut 15-20 Prozent vor der Radeon HD 4870. Das hat allerdings seinen Preis: Die Zotac-Karte kostet mit rund 400 Euro wesentlich mehr als die AMD-Konkurrenz. Die HIS Radeon HD 4870 IceQ 4+ kostet dagegen lediglich rund 240 Euro. Wenn Geld keine Rolle spielt, greift ihr am besten direkt zur Geforce; sparsame Naturen sind auch bei der Radeon hervorragend aufgehoben.